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Spielwaren: Ravensburger mit leichtem Umsatzplus

Zu den Spielwaren, die 2021 zur Umsatzsteigerung bei Ravensburger beitrugen, gehört das Kunststoff-Kugelbahnsystem Gravitrax mit der neuen Pro-Variante, die sich 700.000 Mal im In- und Ausland verkaufte. Das ging vor allem auf die User selbst zurück: Ravensburger sponsert zum Beispiel Youtube-Events, wo kunstvoll gebaute Gravitrax-Bahnen zum viralen Hit werden. Foto: Ravensburger

Spielwarenhersteller Ravensburger hat 2021 den Umsatz um 1 % auf 636 Mio. EUR gesteigert – Transportengpässe verhinderten ein stärkeres Wachstum.

Während in Deutschland die Umsätze des Spielwarenhersteller mit Sitz in Ravensburg leicht zunahmen, stiegen sie in den für das Unternehmen wichtigen Auslandsmärkten wie Großbritannien, Frankreich, Italien, Spanien und Skandinavien deutlich. Ihr Wachstum erzielte die Ravensburger Gruppe trotz erschwerter Umstände: Zum einen hatte die 2020 sprunghaft gestiegene Nachfrage die Fertigung und Logistik an ihre Kapazitätsgrenze gebracht. Zum anderen lieferte das Unternehmen in seinem zweitgrößten Absatzmarkt USA weniger Ware aus als geplant: Dort war Ravensburger mit der Fusion mehrerer Logistikstandorte befasst und zudem mit globalen Transportengpässen konfrontiert.

„Dreischichtbetrieb, Wochenendarbeit, Überstunden – unsere Belegschaft hat durch ihren enormen Einsatz den großen Bedarf an unseren Produkten bewältigt“, erklärt Finanzvorstand Hanspeter Mürle. „Dass ein Teil unserer Ware auf dem Weg zum Kunden festsaß, hat uns in den USA jedoch Umsatz gekostet.“

Großer Teil des Umsatz fließt in Investitionen

Die Ravensburger Gruppe hat bereits 2020 Investitionen in Höhe von über 100 Mio. EUR bis 2023 angestoßen. „Wir investieren derzeit erhebliche Summen in Mitarbeiter, Fertigung und Nachhaltigkeit, damit die Ravensburger Gruppe auch in Zukunft verantwortungsbewusst wachsen kann“, sagt Vorstandsvorsitzender Clemens Maier.

Dazu gehört die Ausweitung von Fertigung und Logistik. Im vergangenen Jahr installierte Ravensburger neue Produktionsanlagen am Standort Ravensburg und erweiterte dort seine Logistikflächen. Am zweiten Produktionsstandort in Polika/Tschechien führte das Unternehmen einen Erweiterungsbau durch und beschaffte weitere Fertigungsanlagen.

Auch in Mitarbeiter und Arbeitsplätze investiert Ravensburger hohe Summen. Deren Zahl stieg im vergangenen Jahr um 109 auf 2.413.

Eigene Niederlassungen in China und Polen

Ravensburger führt seine Internationalisierungsstrategie weiter fort: 2021 und 2020 gründete die Unternehmensgruppe in China und Polen eigene Niederlassungen. Bislang war das Unternehmen dort mit externen Distributoren und kleinem Sortiment vertreten. Beide Märkte seien vielversprechend: Dort wächst das durchschnittliche Einkommen und Eltern zeigen verstärkt Interesse an hochwertigen und edukativen Angeboten.

Spielwarenhersteller investiert in Nachhaltigkeit

Investiert wird seit seit 2019 auch verstärkt in nachhaltiges Wirtschaften. Ein interdisziplinäres Team von Mitarbeitern erarbeitete mit Experten eine Klimabilanz und eine umfassende Nachhaltigkeitsstrategie für die Ravensburger Gruppe. Die wichtigsten Ziele sind klimaneutrale Betriebe ab 2023 und die Reduzierung des CO2-Ausstoßes entlang der gesamten Lieferkette bis 2030. Derzeit stellt das Unternehmen den gesamten Betrieb auf Ökostrom um. Verringern soll sich auch der Anteil von Einwegkunststoff in Produkten. Anfang 2022 etablierte das Unternehmen eine eigene Abteilung für Nachhaltigkeit.

Auch andere deutsche Spielwarenhersteller verbuchten im vergangenen Jahr Rekordumsätze. Dazu gehören Simba Dickie, Bruder Spielwaren und Schleich. Bei Marktprimus Lego liegt die Bilanz 2021 noch nicht vor; im ersten Halbjahr 2021 konnten die Dänen aber den Umsatz um 46 % steigern. Um das rasante Wachstum stemmen zu können, baut Lego in Vietnam ab Mitte des Jahres eine neue Riesenfabrik – und die vor fünf Jahren eröffnete Fabrik in China wird derzeit erheblich vergrößert:

sk

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