Neue Kooperation fördert die Duroplast-Verarbeitung

Nach der Unterzeichnung des Kooperationsvertrags, mit dem die drei Partner die Duroplast-Verarbeitung vorantreiben wollen (von links): Andreas Schramm (Geschäftsführer Wittmann Battenfeld Deutschland), Thomas März (Geschäftsführer Procupa), Ingo Schwarz (Geschäftsführer Schwarz Plastic Solutions) und Gottfried Hausladen, Vertrieb Wittmann Battenfeld Deutschland. Foto: Wittmann Battenfeld

Mit einer Kooperation mit Schwarz Plastic Solutions und Precupa Präzisionsformenbau forciert Wittmann Battenfeld das Duroplast-Spritzgießen.

Die Kooperation der drei Unternehmen hat zum Ziel, die Technologien im Bereich Duroplast-Spritzguss und anderer reaktiver Kunststoffe voranzutreiben und die kooperierenden Unternehmen im Bereich Duroplast zu stärken. Die Überzeugung, dass Duroplaste und andere reaktive Kunststoffe, vor allem im Bereich der Elektrotechnik, zunehmend an Bedeutung gewinnen, hat die Unternehmen dazu bewogen, ihr Know-how in Anlagen- und Automatisierungstechnik, Verfahrenstechnik und Werkzeugtechnologie zu bündeln.

Schwarz Plastic Solutions ist ein Technologie-Dienstleister mit Sitz in Gilching bei München. Das Unternehmen unterstützt Kunststoffverarbeiter bei allen Fragen im Bereich Duroplast, sei es bei der Auswahl der geeigneten Duroplaste, der Optimierung von Bauteilen, Füllsimulationen, der thermischen Auslegung von Werkzeugen oder Festigkeitsberechnungen (FEA). Auch Anwenderschulungen und Materialcharakterisierungen werden angeboten. Schwarz Plastic Solutions ist mit namhaften OEMs und Zulieferern vernetzt und verfügt über gute Kontakte zu Anbietern von Rohmaterialien. Darüber hinaus kooperiert das Unternehmen mit mehreren Universitäten, auch außerhalb Deutschlands.

Precupa hat seinen Sitz in Gaißach bei Bad Tölz und beschäftigt sich mit Präzisionsformenbau. Das 40 Mitarbeiter starke Unternehmen fertigt Spritzgießformen mit einem Gewicht von bis zu 3,5 t und Abmessungen von bis zu 600 x 600 mm. Neben seiner Kompetenz im Bereich von Thermoplastwerkzeugen hat Precupa auch umfangreiche Erfahrung im Bereich von Duroplast- und LSR-Formen. Für Bemusterungen steht ein eigenes, vor kurzem fertiggestelltes Technikum zur Verfügung. Dieses werden Schwarz Plastic Solutions und Precupa für Abmusterungen von Kundenwerkzeugen und für Schulungen im Bereich Duroplast einsetzen.

Wissenschaftliche Unterstützung findet der Verbund durch Professor Sascha Englich von der Steinbeis Hochschule Berlin.

Spritzgießmaschine speziell ausgestattet für Duropolast-Verarbeitung

Precupa und Schwarz Plastic Solutions haben gemeinsam in eine speziell für die Verarbeitung von Duroplasten ausgestattete Spritzgießmaschine von Wittmann Battenfeld investiert. Diese Anschaffung wurde vom österreichischen Maschinenbauer im Rahmen der Partnerschaft mit den beiden Unternehmen unterstützt. Bei der Anlage handelt es sich um eine servohydraulische Maschine der Smartpower Baureihe mit einer Schließkraft von 2.400 kN. Die Maschine der Type Smartpower XL 240/3400 Unilog B8 ist mit verschiedenen Plastifizierungen und somit sehr variabel ausgestattet. Mit der Maschine werden kleinere Spritzgewichte bis 200 cm³, aber auch große Schussgewichte mit bis zu 1500 cm³, zum Beispiel für Kapselung von Elektromotoren oder das Umspritzen von Einlegeteilen, abgedeckt.

Mit der Smartpower Maschine können sowohl rieselfähige Duroplaste als auch pastöse Werkstoffe wie Feucht-Polyester (BMC) verarbeitet werden. Mit Blick auf Anwendungen für mechanisch hoch beanspruchte Bauteile wurde die Maschine mit einer Zusatzhydraulik ausgerüstet. Damit können für Verfahren wie Spritzprägen oder Kernprägen stark erhöhte Prägekräfte bereitgestellt werden.

Kooperation adressiert prozesstechnische Arbeiten

Ein modulares Duroplast-Werkzeug ermöglicht umfangreiche Verarbeitungsversuche, darunter Materialtests und –analysen. Ein großes Paket von Wechseleinsätzen erlaubt die Fertigung von Prüfkörpern, Tests mit Wickelgütern (E-Mobility) und rheologische Untersuchungen. Auf Basis der technischen Ausstattung der Kooperationspartner ist sowohl eine prozesstechnische als auch eine wissenschaftlich-analytische Auswertung und Bewertung der Versuche durchführbar. Durch eine weitere Kooperation zwischen Schwarz Plastic Solutions und der Netzsch Gruppe stehen zudem umfangreiche Sensorik und Auswertemöglichkeiten auch im Werkzeug zur Verfügung.

Für Andreas Schramm, Geschäftsführer von Wittmann Battenfeld Deutschland, (hier im Interview mit der K-ZEITUNG) ist die Zusammenarbeit mit Schwarz Plastic Solutions und Precupa sehr vielversprechend: „Mit diesem Verbund werden wir in der Lage sein, den Anforderungen im Duroplast-Markt mit Kompetenz zu begegnen und die Technologie der Duroplast-Verarbeitung voranzutreiben.“

Das Duroplast-Spritzgießen erlebt derzeit nicht nur bei Anwendern eine Renaissance, sondern auch in der Forschung: So widmet sich die TH Köln im Forschungsprojekt Duronet der Frage, wie künstliche neuronale Netze dabei helfen können, Duroplaste besser zu verarbeiten.

sk

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