Chemisches Recycling – eine wahre Zauberformel

Günter Kögel, Herausgeber der K-ZEITUNG Foto: K-ZEITUNG

Das chemische Recycling von Kunststoffabfall hat als Ergänzung zum mechanischen Recycling gewaltiges Potenzial und schließt den Kreislauf.

Dem chemischen Recycling von Kunststoffen gehört die Zukunft – das ist sicher. Genauso sicher ist aber, dass alle Kunststoffabfälle, die sich mechanische recyceln lassen, auch mechanisch recycelt werden sollten. Aber für alle anderen Kunststoffabfälle, die heute im günstigsten Fall thermisch recycelt – also verbrannt – werden und im schlimmsten Fall in der Umwelt landen, eröffnet das chemische Recycling ganz neue Perspektiven.

Denn im Gegensatz zum mechanischen Recyceln lassen sich chemisch auch stark verschmutzte Kunststoffabfälle oder mechanisch nicht trennbare Verbundmaterialien in ihre Bestandteile zerlegen und so die wertvollen Rohstoffe ein zweites, drittes, x-tes Mal nutzen.

Zauberformel, die jedes Kunststoffprodukt in ein neues Kunststoffprodukt verwandeln kann

Wie Dr. Markus Steilemann, CEO von Covestro und Präsident von Plastics Europe, in seinem Gastkommentar in der K-ZEITUNG schreibt, ist das chemische Zerlegen von Kunststoffabfall in seine Moleküle und das anschließende Bilden neuer Molekülketten und Kunststoffe „eine wahre Zauberformel“, schließlich lässt sich damit jedes Kunststoffprodukt in ein beliebiges neues Kunststoffprodukt verwandeln.

„Damit das Wunderkind möglichst schnell erwachsen wird, investieren die Kunststoffhersteller gewaltige Summen.“

Günter Kögel

Allerdings gibt auch Steilemann zu, dass das Verfahren noch in seinen Kinderschuhen steckt. Damit das Wunderkind möglichst schnell erwachsen wird, investieren die Kunststoffhersteller gewaltige Summen. 2025 werden die Mitglieder des Branchenverbands Plastics Europe nach Worten von Dr. Steilemann 2,6 Mrd. EUR in das chemische Recycling stecken. 2030 wollen die Unternehmen bereits 7,2 Mrd. EUR in die Hand nehmen, um den wertvollen Kohlenstoff im Kreislauf zu halten und so den Ölverbrauch für die Kunststoffherstellung zu stoppen.

Entwicklung des chemischen Recyclings läuft auf Hochtouren

Dass bereits jetzt die Entwicklung des chemischen Recyclings auf Hochtouren läuft und wie viele Faccetten das Thema hat, zeigt die Ausgabe 15/2021 der K-ZEITUNG überdeutlich. Nicht nur in der Titelstory, in der Matthias Gutbrod als Werkstoffspezialist der K-ZEITUNG den Status Quo des chemischen Recyclings beleuchtet. Auch viele aktuelle Beiträge im Aktuell- und Technikteil dieser Ausgabe, zum Beispiel von Coperion oder Erema, stellen neueste Entwicklungen, Projekte und Lösungen rund um das chemische Recycling vor.

Günter Kögel, Herausgeber der K-ZEITUNG

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