Logistiklösungen auf Nachhaltigkeitskurs

Eimer, Kiste oder Müllcontainer – beim Spritzgießen großer Verpackungs- und Logistiklösungen sind laut Krauss Maffei zunehmend nachhaltige Lösungen gefragt.

Bei der Herstellung nachhaltiger Logistiklösungen wie Eimer und Kisten erfordern sowohl der Einsatz von Rezyklaten als auch generell die Beanspruchung durch hohe Materialdurchsätze eine leistungsstarke und robuste Plastifizierung, betont Thomas Strecker, Head of Global Expert Sales Packaging & Logistics Industry bei Krauss Maffei: „Unsere Barriereschnecken, die sogenannten High Performance Screws, eignen sich aufgrund der hohen Plastifizierleistung und des passenden L/D-Verhältnisses ideal für den effizienten Dauereinsatz und liefern dabei beste Schmelzequalitäten.“

„Mit der GX-Baureihe – bieten wir unseren Kunden eine optimale Lösung für eine effiziente Produktion“, ergänzt Michael Schreyer, Application Owner Packaging & Logistics. „Vorteil der Zwei-Platten-Technik ist die Flexibilität in Bezug auf die Produktion verschiedener Eimer und Kisten beziehungsweise der dafür benötigten Werkzeugtechnik.“ Große Öffnungshübe, die beispielsweise für In-Mold-Labeling-Anwendungen benötigt werden, lassen sich somit auf einer sehr kompakten Baugröße realisieren. Die GX-Baureihe hat Krauss Maffei kürzlich bis zur Schließkraftgröße 13.000 kN nach oben erweitert.

Nachhaltig: Behälter und Label aus demselben Material

Systemboxen verfügen über ein niedriges Gewicht bei hoher Stabilität und lassen sich mehrfach wiederverwenden. Das Rohmaterial ist meist HDPE mit einem Rezyklatanteil. Foto: Krauss Maffei

Strecker hat noch weitere Tipps: So sei es im Sinne einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft beim IML-Verfahren sinnvoll, Behälter und Label aus demselben Material herzustellen. So können die Produkte später möglichst unkompliziert als Rezyklat wiederverwendet werden.

Ressourceneffizienz lasse sich außerdem durch einen geringen Energiebedarf erreichen: „Mit unseren smarten Bluepower Antriebskonzepten stellen wir eine für die jeweilige Applikation und den jeweiligen Prozess optimale Energiebilanz sicher. Für Parallelbewegungen steht beispielsweise der volle Leistungsumfang bereit. Die intelligente Servotechnologie stellt jedoch sicher, dass nur Energie verbraucht wird, wenn diese auch vom jeweiligen Verbraucher abgerufen wird“, so der Experte.

Trend geht zu großen Logistikartikeln wie Paletten und Müllcontainern

Eine zunehmend wichtige Rolle spielen größere Logistikartikel. Dazu gehören unter anderem Paletten und Großbehältern wie Müllcontainer. „Kunststoffpaletten lösen zunehmend konventionelle Holzpaletten ab. Sie punkten vor allem durch individuellere Gestaltungsmöglichkeiten und können damit zum Beispiel besondere Anforderungen im Hygiene- und Lebensmittelbereich erfüllen“, weiß Schreyer. Im Bereich Abfallcontainer sieht er aufgrund der Urbanisierung einen wachsenden Bedarf an sehr großen Abfallcontainern wie zum Beispiel 1.100 l Tonnen für Mehrfamilienhäuser. Aber auch die zunehmende Trennung von Müll lassen weltweit den Bedarf an Mülltonnen wachsen. Auch hier lassen sich Ressourcen einsparen.

APC Plus gleicht Qualitätsschwankungen des Rezyklats aus

„Für die Herstellung dieser Artikel werden aufgrund der schweren Schussgewichte hohe Materialdurchsätze und große Maschinenkapazitäten benötigt. Daher spielt die effiziente Verarbeitung von Rezyklaten in diesem Bereich definitiv eine wichtige Rolle“, sagt Strecker. Da Rezyklate aber häufig Schwankungen hinsichtlich Qualität oder Beschaffenheit aufweisen, nutzen Kunden von Krauss Maffei auf der MX-Serie zunehmend die Maschinenfunktion APC Plus. Sie hilft, den Spritzgießprozess konstant zu halten und sorgt damit stets für eine hohe Bauteilqualität.

Sandwich-Technologie mit Rezyklat im Kern

Für die Produktion großer Eimer bietet die GX-Baureihe eine hohe Flexibilität durch große Öffnungshübe und die wirtschaftliche Integration von IML-Dekorierungen. Foto: Krauss Maffei

Als weiteres Beispiel zum nachhaltigen Einsatz von Recyclingmaterial nennt Schreyer die sogenannte Sandwich-Technologie, bei der Rezyklat mit Neuware kombiniert werden kann. Damit lässt sich für die Außenwand farbiges oder UV-geschütztes Neumaterial, für den Kern aber ein günstiges Recyclingmaterial als Füllstoff verwenden.

Das größte Hindernis für den Einsatz von Rezyklaten seit Schreyer darin, dass nicht ausreichend geeignetes Rezyklat verfügbar ist und auch das Preis-Leistungs-Verhältnis zum Neumaterial. „Zum anderen müssen Produkte wie Mülltonnen, Paletten oder Transportkisten oftmals hohe Anforderungen hinsichtlich Stabilität, Farbe, UV-Beständigkeit oder aber auch Hygienevorschriften erfüllen, welche sich nur mit bestimmten Materialzusammensetzungen erreichen lassen“, erklärt er.

Der Einsatz von alternativen, bioabbaubaren Kunststoffe macht nach Ansicht der beiden Experten keinen großen Sinn bei Logistikprodukten, da es sich in der Regel um Mehrwegartikel handelt, die über einen längeren Zeitraum verwendet werden und anschließend sehr gut zur Herstellung neuer Artikel wieder verwendet werden können.

sk