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Technik

Bio-PA12-Pulver für den 3D-Druck

Evonik stellt auf der Formnext 2023 das weltweit erste PA12-Pulver für den 3D-Druck auf Basis eines biokreislauffähigen Rohstoffs vor.

Infinam eCO PA12 ist das weltweit erste PA12-Pulvermaterial für den industriellen 3D-Druck, das in einem Massenausgleichsprozess fossile Rohstoffe zu 100 % durch biozirkuläre Rohstoffe aus Altspeiseöl ersetzt.

Evonik treibt die Kreislaufwirtschaft in der Additiven Fertigung weiter voran und führt einen neuen Typ seiner PA12-Pulver ein, der den nachhaltigen 3D-Druck im großen Maßstab ermöglichen soll. Wie Evonik erklärt, ist Infinam eCO PA12 das weltweit erste Polyamid 12 Pulvermaterial für den industriellen 3D-Druck, das fossile Rohstoffe zu 100 % durch biozirkuläre Rohstoffe aus Altspeiseöl in einem Massenausgleichsprozess ersetzt. Das neue, gebrauchsfertige Pulver zeichnet sich durch eine Reduzierung der CO2-Emissionen um 74 % im Vergleich zu den rizinusölbasierten Polyamiden des Evonik-eigenen Entwicklungstyps Infinam Terra aus.

Nachdem Evonik bereits Ende 2022 einen neuen PA12-Typ mit reduziertem CO2-Fußabdruck auf den Markt gebracht hat, richtet das Unternehmen nun sein Portfolio an Polyamid 12-Pulvern vollständig auf seinen Kreislaufwirtschaftsansatz aus.

Biokreislauf-Rohstoffe für echte Kreislaufwirtschaft

Nach Überzeugung von Evonik beginnt echte Kreislaufwirtschaft mit biozirkulären Rohstoffen. Jährlich fallen weltweit mehr als 15 Mio. t Altspeiseöle in Restaurants, Lebensmittelgeschäften, Hotels und Kasinos sowie bei anderen Lebensmittelanbietern an. Neben anderen End-of-Life-Möglichkeiten, wie der Verarbeitung zu Biodiesel, kann Altspeiseöl auch als Rohstoffquelle für die chemische Produktion genutzt werden.

„Echte Kreislaufwirtschaft ist der Schlüssel zum Erfolg in der Zukunft. Als Pionier für polymerbasierte 3D-Druckmaterialien hat Evonik eine Formel für seine PA12-Pulver entwickelt, um die Kreislaufwirtschaft in der additiven Fertigung voranzutreiben“, sagt Dominic Störkle, Leiter des Wachstumsfelds Additive Manufacturing Innovation bei Evonik. „Mit der Einführung von Infinam eCO PA12 gehen wir weit über die Chemie hinaus, um den Kreislauf zu schließen und die Erwartungen des Marktes an eine bessere Zukunft zu erfüllen.“

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Das bio-zirkuläre PA12-Pulver Infinam eCO von Evonik hat deutliche Vorteile beim CO2-, Wasser- und Landverbrauch. 

Bio-PA12-Pulver verbessert die CO2-Bilanz

Infinam eCO PA12 trägt sowohl zum Footprint als auch zum Handprint des Kreislaufs bei. Neben einer verbesserten CO2-Bilanz aufgrund des Einsatzes erneuerbarer Energien für die Produktion und eines biokreislauffähigen Rohstoffs bietet der neue Polyamid 12-Typ von Evonik eine nachgewiesene Wiederverwendbarkeit von 100 % des Strukturträgerpulvers mit einer Auffrischungsrate von 70/30 von gebrauchtem zu neuem Material über mehrere Druckzyklen hinweg, während er gleichzeitig eine hervorragende Verarbeitbarkeit und stabile mechanische Eigenschaften von 3D-gedruckten Teilen aufweist, so Evonik.

Evonik mit ganzheitlichem Ansatz der Kreislaufwirtschaft

Die Formel von Evonik zur Förderung der Kreislaufwirtschaft von Kunststoffen basiert auf vier wesentlichen Eckpfeilern: reuse, reduce, renewable und recycle.

Neben Faktoren wie der Produktionseffizienz oder der Wiederverwendbarkeit von Materialien umfasst der Kreislaufwirtschaftsansatz von Evonik auch die Gesamtökobilanz seiner PA12-Formulierungen und deren kontinuierliche Verbesserung. Das Spezialchemieunternehmen betrachtet den CO2-Fußabdruck zusammen mit anderen wichtigen Faktoren wie Wasserverbrauch und Landnutzung. Durch den Einsatz von erneuerbaren Energien und nachwachsenden oder recycelten Rohstoffen für die Produktion verbessert der Konzern die Gesamtökobilanz seiner Materialien erheblich. Mit Blick auf die Zukunft erforscht Evonik neue Möglichkeiten für PA12-Pulver am Ende des Lebenszyklus, um den Kreislauf vollständig zu schließen.

Die Bezeichnung "eCO" steht übrigens für das Ziel des Unternehmens, das Treibhausgas Kohlendioxid durch den Einsatz nachwachsender oder kreislauffähiger Rohstoffe über den Massenbilanzansatz zu vermeiden. Diese Methode ermöglicht eine unmittelbare CO2-Reduktion in bestehender Anlagenqualität der Produkte.

Biobasiertes PA12 von Evonik wird heute schon für viele Aufgaben eingesetzt, zum Beispiel auch für Zahnbürsten aus PA12-Monomaterial. gk

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