So wird aus Verpackungsabfall hochwertiges Granulat

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APK setzt beim Newcycling-Prozess, bei dem aus Verpackungsabfall hochwertiges Kunststoffgranulat entsteht, auf die ZSK-Extruder-Technologie von Coperion.

Mit dem von APK entwickelten, lösemittelbasierten Kunststoff-Recyclingverfahren Newcycling lassen sich zum Beispiel verschiedene Polymere aus mehrschichtigen Kunststoffverpackungen aus Verpackungsabfall, die bisher als nicht recycelbar galten, trennen und mittels ZSK-Doppelschneckenextruder von Coperion zu sortenreinen Re-Granulaten verarbeiten. Wie APK erklärt, bleibt bleibt der Kunststoff im Vergleich zum chemischen Recycling dabei erhalten und muss nicht energie- und kostenintensiv neu polymerisiert werden. Das Verfahren sei somit ökonomisch und ökologisch höchst effizient.

Qualität der Rezyklate fast auf dem Niveau von Neuware.

Im Werk der APK AG in Merseburg wird nicht nur intensiv geforscht und entwickelt - hier können im Newcycling-Verfahren auch bis zu 8.000 t hochwertiges Kunststoff-Rezyklat pro Jahr hergestellt werden. Foto: APK

Dank der innovativen, lösemittelbasierten Aufbereitung sowie der exzellenten Entgasungsleistung und der schonenden Materialhandhabung im ZSK-Extruder entspricht die Qualität der Rezyklate nach Erfahrung von Coperion nahezu der von Neuware.

Die Menge an Plastikabfällen, die wir täglich produzieren, ist eines der großen Probleme unserer Zeit. Weltweit fallen jährlich nahezu 80 Mio. t Kunststoffverpackungsmüll an. Wie APK erklärt, werden davon aktuell nur etwa 10 % der eingesetzten Ressourcen durch Recycling wiedergewonnen. 90 % davon werden verbrannt, deponiert oder gelangen unkontrolliert in die Umwelt.

Aus komplexem Verpackungsabfall entstehen sortenreine PA- und PE-Granulate

Die Notwendigkeit einer Kreislaufwirtschaft des Kunststoffs war nie höher, so APK. Mit ihrem innovativen Newcycling-Verfahren legt das Unternehmen einen wichtigen Grundstein, um das Ziel nach mehr Nachhaltigkeit und einer höheren Recyclingquote in der Kunststoffindustrie zu erreichen.

Mit dem einzigartigen, physikalischen und lösemittelbasierten Prozess lassen sich aus komplexen Polyamid/Polyethylen (PA/PE)-Mehrschichtfolienabfällen saubere und sortenreine PA- und PE-Granulate von nahezu Neuwarencharakter gewinnen. Diese Rezyklate erlauben die Verwendung in hochwertigen Produkten bis hin zur Ursprungsanwendung. Downcycling kann somit reduziert und kreisläufiges Recycling (Closed-Loop Recycling) ermöglicht werden.

Ökonomisch und ökologisch sinnvolles Recycling

Beim Newcycling am APK-Standort in Merseburg werden PA/PE-Mehrschichtfolienabfälle zunächst mechanisch vorbehandelt: Sie werden unter anderem geschreddert und klassiert. Danach erfolgt im Lösemittelbad die Auflösung und damit Verflüssigung der PE-Schicht, was zur Trennung der Polymere bzw. der Polymerschichten führt. Das nicht gelöste PA wird anschließend durch konventionelle Fest-Flüssig-Trenntechnologien von gelöstem PE getrennt und die Polymere werden in separaten Stoffströmen weiterverarbeitet.

Die ZSK-Doppelschneckenextruder von Coperion eignen sich aufgrund ihrer hohen Dispergier- und Entgasungsleistung ausgezeichnet für den Newcycling-Prozess von APK. Foto: Coperion

Das PA wird einem ZSK-Doppelschneckenextruder von Coperion zugeführt. Dort durchläuft es unterschiedliche Verfahrenszonen und wird mit sehr hoher Dispergierleistung und intensiver Entgasung zu einer hochwertigen PA-Schmelze verarbeitet und anschließend zu hochwertigen PA-Rezyklaten granuliert.

Nach einer Voreindampfung wird das PE zusammen mit dem Lösemittel ebenfalls einem ZSK- Doppelschneckenextruder zugeführt. Dort erfolgt die exakt auf diese Anwendung abgestimmte, intensive Entgasung der Flüssigkeit, die nach Erfahrung von Coperion auch bei schwankenden Verhältnissen von PE und Lösemittel erstklassige Ergebnisse liefert.

Lösemittel im geschlossenen Kreislauf

Das Lösemittel wird komplett verflüchtigt und in einem geschlossenen Kreislauf wieder dem Newcycling-Prozess zugeführt. Zurück bleibt PE in Form einer homogenen, hochwertigen Schmelze, die anschließend granuliert wird. Auch das PE-Rezyklat besitzt eine neuwarenähnliche Qualität, so APK.

Das mit der Newcycling-Technologie von APK hergestellte PE-Rezyklat, das unter dem Markennamen Mersalen vertrieben wird, sowie das PA-Rezyklat, das unter dem Markennamen Mersamid erhältlich ist, zeichnen sich durch ihre hohe Produktqualität in Kombination mit einer erheblichen Emissionsreduzierung aus: Newcycling-Rezyklate weisen durchschnittlich 66 % weniger Emissionen auf als Neuware der jeweiligen Kunststoffe.

„Der sehr hohe Reinheitsgrad von unseren Rezyklaten wurde in mehreren Gutachten bestätigt. Beispielsweise eignet sich Mersalen für eine große Bandbreite von Anwendungen wie Kosmetikverpackungen“, erläutert Klaus Wohnig, CEO der APK, das Marktpotential der Newcycling-Rezyklate. Jochen Burger, Process Engineer bei Coperion ergänzt: „Wir sehen im innovativen Newcycling-Prozess von APK einen sehr wichtigen Schritt auf dem Weg zur Kreislaufwirtschaft der Kunststoffindustrie. Dank des Einsatzes erstklassiger Technologien und des umfassenden Verfahrens-Know-hows von APK und Coperion werden Rezyklate mit sehr hoher Qualität hergestellt. Gleichzeitig spart das Verfahren Energie und Ressourcen, denn es ersetzt die aufwändige Neuproduktion von Kunststoffen. Damit dienen wir der Umwelt und zukünftigen Generationen. Wir sind stolz darauf, APK bei diesem innovativen Verfahren unterstützen zu dürfen.“

gk

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