Reifenhäuser Blown Film hat mit Evo Fusion eine Technologie entwickelt, die Hersteller von Blasfolien unabhängig von stark schwankenden Rezyklat-Qualitäten macht und die auch bei der Verarbeitung von Eingangsmaterial niedriger Qualität einen stabilen Produktionsprozess sicherstellt.
Foto: Reifenhäuser
Reifenhäuser Blown Film hat mit Evo Fusion eine Technologie entwickelt, die Hersteller von Blasfolien unabhängig von stark schwankenden Rezyklat-Qualitäten macht und die auch bei der Verarbeitung von Eingangsmaterial niedriger Qualität einen stabilen Produktionsprozess sicherstellt.

K 2022

Reifenhäuser: drei Highlights zur Blasfolienextrusion

Verarbeitung von minderwertigem Rezyklat, gesteigerter Output und ein Pouch mit Barrierewirkung sind die drei großen Blasfolien-Neuerungen von Reifenhäuser

Reifenhäuser Blown Film, die Blasfoliensparte von Reifenhäuser, wartet zur K 2022 gleich mit drei technischen Highlights auf, darunter eine Lösung für eine der größten Herausforderungen bei der Verarbeitung von Rezyklat – die schlechte Qualität des Eingangsmaterials.

Um dies zu erreichen, hat der Anlagenbauer Reifenhäuser Blown Film mit Evo Fusion eine Technologie entwickelt, die Hersteller von Blasfolien unabhängig von stark schwankenden Rezyklat-Qualitäten macht und die einen stabilen Produktionsprozess sicherstellt – auch bei der Verarbeitung von Eingangsmaterial niedriger Qualität.

Evo Fusion wertet Rezyklatqualitäten auf

Mit Evo Fusion können Blasfolienhersteller jetzt auch bisher nicht nutzbare, günstige Rezyklate zu leistungsfähigen Blasfolien für einfache Endanwendungen wie Müllsäcken oder Mailingbags verarbeiten. Bisher konnten solche niederwertigen Rezyklate nur für einfache und dickwandige Spritzgussprodukte eingesetzt werden. Darüber hinaus können Produzenten mit Evo Fusion aus Rezyklaten, die auch bisher schon zu verarbeiten waren, qualitativ hochwertigere Folie herstellen.

Eugen Friedel, Director Sales bei Reifenhäuser Blown Film, erklärt: „Um die Kreislaufwirtschaft voranzutreiben, muss die Rezyklatquote in Blasfolienprodukten steigen und das klassische Downcycling begrenzt werden. Mit Evo Fusion bieten wir ein einzigartiges Verfahren, mit dem Kunden auch niedrige Rezyklat-Qualitäten einfach und wirtschaftlich zu leistungsfähigen Produkten verarbeiten und den Rezyklatanteil erhöhen. So erschließen Verarbeiter neue Anwendungsfelder für recycelte Produkte.“

Image
Mit Evo Fusion können sogar Fluff (Folienschnipsel) sowie alle Arten von Produktionsabfällen und PCR- Material zu funktionsfähigen Folien für Anwendungen wie Müllsäcken oder Mailingbags direkt verarbeitet werden.
Foto: Reifenhäuser
Mit Evo Fusion können sogar Fluff (Folienschnipsel) sowie alle Arten von Produktionsabfällen und PCR- Material zu funktionsfähigen Folien für Anwendungen wie Müllsäcken oder Mailingbags direkt verarbeitet werden.

Das Evo Ultra Fusion Verfahren setzt auf die Direktextrusion, bei der auf das energie- und kostenintensive Regranulieren des Ausgangsmaterials verzichtet wird. So können auch Fluff (Folienschnipsel) sowie alle Arten von Produktionsabfällen und PCR-Material direkt verarbeitet werden.

Image
Dank Doppelschnecke und Entgasungseinheit kann der Evo Ultra Twin Extruder auch Rezyklat von niedriger Qualität sicher verarbeiten. Das System ist dabei sehr leicht und effektiv zu entgasen, um unerwünschte Bestandteile im Rezyklat zu entfernen.
Foto: Reifenhäuser
Dank Doppelschnecke und Entgasungseinheit kann der Evo Ultra Twin Extruder auch Rezyklat von niedriger Qualität sicher verarbeiten. Das System ist dabei sehr leicht und effektiv zu entgasen, um unerwünschte Bestandteile im Rezyklat zu entfernen.

Möglich macht dies die Doppelschneckentechnologie von Reifenhäuser, die Schmelze besser homogenisiert und damit einen stabilen Prozess sicherstellt. Außerdem können Verarbeiter das System sehr leicht und effektiv entgasen, und damit unerwünschte Bestandteile im Rezyklat entfernen.

Für die Verarbeitung von Regranulaten besserer Qualität empfiehlt Reifenhäuser dagegen den Evo Ultra Einschneckenextruder. Dieser verarbeitet Recyclingmaterial dank optimierten Barriere- sowie Scher- und Mischteilen so sicher und selbstverständlich wie andere Rohstoffe – die ideale Voraussetzung, um im wachsenden Markt für Produkte mit hohem Rezyklatanteil erfolgreich zu sein.

Rekord-Ausstoß bei Schwergutsäcken

Weiteres Highlight zur K 2022 ist das Reifenhäuser Ultra Cool 2.0 FFS, das bei Schwergutsack-Anwendungen Rekord-Ausstoßleistungen jenseits von 600 kg/h erreicht. Für dieses System hat Reifenhäuser Blown Film für seine Blasfolienanlage „Evo FFS“, die speziell für Schwergutsack-Anwendungen entwickelt wurde, ein neues Hochleistungskühlsystem entwickelt, das die Kühlleistung gegenüber marktüblichen Systemen um über 20 % steigert. Bei der Produktion von Schwergutsäcken können so Rekord-Ausstoßleistungen von mehr als 600 kg/h aus einer Düse mit 175 mm Durchmesser erzielt werden – bei gleichbleibend besten Folieneigenschaften.

Wie Reifenhäuser im Vorfeld der K 2022 erklärte, ist die Produktion von Blasfolien für Form-Fill-Seal-Säcke (FFS) für Schwergüter durch ein hartes Wettbewerbsumfeld geprägt, in dem die Ausstoßleistung über den wirtschaftlichen Erfolg entscheidet. Dank der gesteigerten Kühlleistung können Produzenten mit dem neuen System die marktüblichen Spitzenwerte für den Ausstoß um zirka 50 bis 100 kg übertreffen und sich damit einen deutlichen Wettbewerbsvorteil in Sachen Produktivität sichern.

Dazu Eugen Friedel: „Mit unserer Rekord-Ausstoßleistung jenseits 600 kg/h ermöglichen wir unseren Kunden einen attraktiven Return on Invest und das Potenzial, langfristig am Markt erfolgreich zu sein. Evo Ultra Cool 2.0 FFS erzielt konkurrenzlose Leistungswerte ohne Kompromisse in Sachen Qualität oder Prozess- Sicherheit.“

Image
Mit dem Reifenhäuser Ultra Cool 2.0 FFS Kühlsystem produzieren Blasfolienhersteller dank Ausstoßleistungen von mehr als 600 kg/h wirtschaftlicher als je zuvor.
Foto: Reifenhäuser
Mit dem Reifenhäuser Ultra Cool 2.0 FFS Kühlsystem produzieren Blasfolienhersteller dank Ausstoßleistungen von mehr als 600 kg/h wirtschaftlicher als je zuvor.

Evo Ultra Cool 2.0 FFS ist für alle gängigen FFS-Rezepturen und -Anwendungen (Petrochemie-, Düngemittel-, Salzsäcke etc.) geeignet und bietet gleichzeitig hohen Bedienkomfort und Anlagenverfügbarkeit. In Sachen mechanische Folieneigenschaften und Dickentoleranzen wurden in allen Produkttests beste Ergebnisse nachgewiesen, was eine hohe Taktrate im Befüllungsprozess und Stabilität für das Handling der Säcke ermöglicht. Lange Standzeiten, erleichtertes Anfahren der Maschine und die verlässliche Qualität sorgen zudem für hohe Wettbewerbsfähigkeit und Komfort bei der Bedienung. Um auch am wachsenden Markt für nachhaltige Produkte partizipieren zu können, verarbeitet die Anlage sicher Rezyklate und recyclebare Rohstoffe.

Reifenhäuser bietet für Evo FFS Anlagen neben dem Premium-Kühlring „Evo Ultra Cool 2.0 FFS“ auch die Standardversion „Evo Cool FFS“ an, so dass sich für jeden Bedarf die passgenaue Lösung findet – wobei Reifenhäuser betont, dass deren Leistung aber stets über dem Marktdurchschnitt liegt. Alle Evo FFS Anlagen sind mit den bewährten Reifenhäuser Evo Extrudern und Blasköpfen ausgestattet und sichern so optimale Schmelzequalität bei niedrigsten Massetemperaturen.

Voll recycelbarer Pouch mit Barrierewirkung

Highlight Nummer 3 der Blasfoliensparte von Reifenhäuser zur K 2022 ist ein voll recycelbarer Pouch, der jetzt auch mit Barrierewirkung für Lebensmittelverpackungen verfügbar ist. Der in Düsseldorf gezeigte voll-recyclingfähige Pouch verfügt über eine Barrierewirkung gegenüber Sauerstoff und Wasserdampf und eignet sich damit sehr gut für die Verpackung von Lebensmitteln. Die Lösung ist eine Weiterentwicklung des bereits am Markt etablierten All-PE-Mono-Pouch und leistet einen weiteren Beitrag für höhere Kunststoff-Recyclingquoten und eine funktionierende Kreislaufwirtschaft.

Image
Der Reifenhäuser Barriere-Pouch – eine Weiterentwicklung des All-PE-Pouch – ist dank einem EVOH-Anteil von weniger als 5 % voll recyclingfähig.
Foto: Reifenhäuser
Der Reifenhäuser Barriere-Pouch – eine Weiterentwicklung des All-PE-Pouch – ist dank einem EVOH-Anteil von weniger als 5 % voll recyclingfähig.

Während voll-recyclebare Pouches für Non-Food-Verpackungen bereits länger im Markt etabliert sind, standen die nötige Sauerstoffbarriere und die dafür nötigen eingesetzten Materialien und Folienstärken in Lebensmittelverpackungen deren Recyclingfähigkeit bisher im Weg. Der Reifenhäuser Barriere-Pouch erreicht jetzt aber die nötige Barrierewirkung mit einem EVOH-Anteil von weniger als 5 % und erfüllt damit alle Voraussetzungen für ein vollständiges Recycling.

Möglich macht dies der Einsatz der patentierten Reckeinheit Evo Ultra Stretch: sie erhöht die Barrierewirkung des EVOHs durch Verstrecken und reduziert damit den EVOH-Anteil bei gleichbleibender Barrierewirkung.

„Der Bedarf nach recyclingfähigen Produkten wächst stetig. Damit steigt auch der Bedarf an EVOH, das schon jetzt schwer verfügbar ist. Mit unserem voll recycelbaren Barriere Pouch schlagen Produzenten zwei Fliegen mit einer Klappe: Der Pouch erfüllt sämtliche Marktanforderungen für nachhaltige Verpackungen und ermöglicht gleichzeitig einen ressourcenschonenden Umgang mit dem knappen und hochpreisigen EVOH“, erklärt Eugen Friedel.

Die produzierte Folie kann übrigens wie bisher problemlos weiterverarbeitet und konfektioniert werden. Durch die patentierte Position der Reckeinheit direkt im Abzug der Blasfolienanlage wird die Folie zum idealen Zeitpunkt und aus erster Wärme verstreckt, was den Prozess besonders effizient und stabil macht. gk