Foto: Gerd Altmann/Pixabay
Goldene Zeiten für Hersteller von Industrierobotern: Für die nächsten Jahre ist ein starkes Marktwachstum prognostiziert.

Märkte

Marktwachstum: Goldene Zeiten für Industrieroboter

Industrieroboter werden die Fabriken erobern: Eine Studie prognostiziert bis 2026 ein Marktwachstum von 70 %; aber die Anwender müssen hohe Preise zahlen.

Industrieroboter werden die Fabriken erobern: Eine Studie prognostiziert bis 2026 ein Marktwachstum von 70 %; aber die Anwender müssen hohe Preise zahlen.

Gute Zeiten für Hersteller von Industrierobotern: Das starke Wachstum des weltweiten Markts, das im vergangenen Jahr begonnen hat, wird sich in den nächsten Jahren fortsetzen, so eine neue Studie des britischen Marktforschungsunternehmens Interact Analysis. Demnach stiegen die Lieferungen von Industrierobotern nach einer zweijährigen Schrumpfungsphase 2021 im Jahresvergleich um über 30 % auf über 11,8 Mrd. USD. Bis 2026 wird der Markt fast 20 Mrd. USD wert sein, so die Prognose der Marktauguren.

Auch der Branchenverband IFR hatte kürzlich von einem rasanten Absatzplus 2021 berichtet:

Rekord: So viele Roboter installiert wie nie zuvor

Der Zahl der global installierten Industrie-Roboter hat 2021 mit 486.800 Einheiten einen Rekord erreicht; auch der deutsche Markt wuchs stärker als gedacht.
Artikel lesen

Marktwachstum künftig vor allem bei Cobots

Vergangenes Jahr entfielen mehr als drei Viertel des Umsatzes auf Knickarmroboter. In den nächsten fünf Jahren wird nach Einschätzung von Interact Analysis der Anteil der Gelenkroboter zwar leicht zurückgeht, aber immer noch über 70 % ausmachen. Den größten Erfolg auf neuen Märkten und in neuen Anwendungen werden jedoch kollaborative Roboter (Cobots) haben.

Cobots: Markt legt 2021 um 45 % zu

Der weltweite Markt für Cobots hat 2021 um 45 % zugelegt und erreicht mit 31.325 Einheiten ein Rekordhoch; dies zeigt eine Studie von Interact Analysis.
Artikel lesen

Vor der Pandemie galt der Industrierobotersektor als relativ ausgereift und wuchs moderat, aber stabil. Doch Covid und der darauf folgende Arbeitskräftemangel haben laut Interact Analysis zu einer Begeisterung für die Fertigungsautomatisierung geführt, der die Roboter-Industrie in Schwung gebracht hat. Darüber hinaus investieren viele Fertigungsunternehmen in die Automatisierung als eine Art Zukunftssicherung, um für künftige Notfälle gerüstet zu sein.

Corona-Pandemie beschleunigt Einsatz von Industrierobotern

„Die langfristigen Aussichten für Industrieroboter sind rosig – deutlich rosiger als vor der Pandemie. Man kann mit Fug und Recht behaupten, dass Covid auch die konservativsten Fabrikmanager dazu veranlasst hat, die Vorteile einer fortschrittlichen Industrieautomation in Betracht zu ziehen“, sagt Maya Xiao, Senior Analyst bei Interact Analysis.

Image
Foto: Interact Analysis
Der Markt für soll Industrieroboter soll bis 2026 auf 20 Mrd. USD anwachsen.

Krieg verzögert in Europa große Investitionen in Roboter

Das Unternehmen prognostizierte bisher einen stetigen Rückgang des durchschnittlichen Verkaufspreises von Industrierobotern. Infolge der globalen Lieferkettenprobleme kam es jedoch im Jahr 2021 zu einem dramatischen Preisanstieg auf dem Markt. „Es ist wahrscheinlich, dass sich der Preisanstieg aufgrund der anhaltenden wirtschaftlichen Unsicherheit fortsetzen wird“, so Xiao. Als Unsicherheiten nennt sie neue Covid-Wellen, die zu Schließungen in China führen, Inflation und eine drohende Rezession.

Cobots: Das sind die drei Trends auf dem Markt

Für größere Nutzlasten, für Mikro-Nutzlasten, mobile Varianten - das sind laut Interact Analysis die Trends bei Cobots.
Artikel lesen

Außerdem haben die sich verschlechternden Probleme in der Lieferkette dazu geführt, dass das Wachstum von Produktion und Nachfrage nicht mehr synchron verläuft. In Europa stellt der Ukraine-Konflikt laut Xiao zudem eine echte Bedrohung für die Industrieautomatisierung dar, „weil der Vertrauensverlust in der Wirtschaft die Art von großen Investitionsentscheidungen verzögert, die für die Umsetzung von Automatisierungsprojekten erforderlich sind.“

sk