Märkte und Geschäftsentwicklungen im Griff der Pandemie

Die Corona-Pandemie beeinflusst das Marktgeschehen und die Geschäftsentwicklungen branchenübergreifend. Carsten Koch, geschäftsführender Gesellschafter Werner Koch Maschinentechnik GmbH, erklärt im exklusiven Gastkommentar wie die Pandemie die digitale Entwicklung auf gesellschaftlicher und industrieller Ebene beeinflusst – und was das auch für das Thema Industrie 4.0 bedeutet. Foto: Koch-Technik

Wie beeinflusst die Covid-19-Pandemie Märkte und Geschäftsentwicklungen? Profitiert Industrie 4.0 von der Digitalisierung? Ein Gastkommentar von Carsten Koch.

Seit Beginn der Covid-19-Pandemie sind Märkte und Geschäftsentwicklungen noch volatiler als vorher. Das stellten auch die deutschen Kunststoffverarbeiter fest, die im vergangenen Jahr laut dem Gesamtverband Kunststoffverarbeitende Industrie e.V. leider deutliche Rückgänge bei Umsatz und Materialverbrauch hinnehmen mussten.

Märkte werden mit neuen Herausforderungen konfrontiert – das beeinflusst die Entwicklung von Geschäftsfeldern

So stellte uns die Corona-Pandemie gerade zu Beginn vor große Herausforderungen: Unterbrechung von Lieferketten und Produktionsprozessen, Einbruch von fast allen Branchen und Abnahme-Märkten. Mittlerweile haben sich diese negativen Entwicklungen wieder erholt – und gerade auch durch die digitalen Kommunikationsmöglichkeiten, die die Gesellschaft in Zeiten der Coronakrise vermehrt nutzte, ging dies schneller und unkomplizierter als erwartet. Wenn man einen Vorteil aus dem vergangenen Jahr nennen kann, dann wohl die Einführung digitaler Lösungen in unserer Gesellschaft sowie auch in vielen Bereichen der Wirtschaft.

Die Digitalisierung gewinnt seit der Pandemie weiter an Auftrieb

Firmen haben die Digitalisierung in verschiedenen Bereichen weiter vorangetrieben und innerhalb kürzester Zeit an individuelle Aufgabenstellungen angepasst. So nutzen Unternehmen vermehrt Online-Konferenzen, um mit Kunden und Lieferanten persönlich in Kontakt zu bleiben und sich auszutauschen. Auch die Themen Fernwartung und digitale Inbetriebnahmen, was bei Koch-Technik zum Standard gehört, haben enorm an Bedeutung gewonnen. Wir bieten das in unserem Haus schon seit über zehn Jahren mit Erfolg an. Aufgrund von Reise-, Kontakt- oder Besuchsbeschränkungen wird dies durch unsere Kunden nun aber vermehrt angefragt und angenommen. So steht am Ende die Erkenntnis, dass vor allem kleinere technische Problem- oder Fragestellungen auf diesem Weg oftmals schneller zu klären sind als mit einem klassischen Besuch vor Ort. Die digitale anwendungstechnische Unterstützung im After-Sales-Bereich hat hierdurch einen enormen Schub bekommen.

Der nächste Schritt in Sachen Industrie 4.0 – und wo es noch hakt

Die deutsche Industrie steht immer noch am Anfang von Industrie 4.0, doch durch die fortschreitende digitale Entwicklung erhoffe ich mir, dass der nächste Schritt in den Unternehmen getan wird. Die Technik für eine vernetzte Produktion ist vorhanden. Viele Unternehmen zögerten bisher auch, weil ihnen neben Kompetenz auch Sicherheit fehlte. Wir als Maschinen- und Anlagenbauer stehen bereit, zusammen mit den Kunststoffverarbeitern die digitalen Vorteile in der nahen Zukunft umzusetzen. Wir haben bereits viele Anlagen mit übergeordneter Visualisierung und Barcode-Erfassungssystem ausgestattet, dazu wird noch der komplette Datenaustausch mit den kundenseitigen Betriebsdaten ermöglicht. Aktuell arbeiten wir mit den Maschinenherstellern an gemeinsamen Datenschnittstellen. Industrie 4.0 ist kein Ziel - Industrie 4.0 ist gleichzeitig ein Weg und eine Chance, Prozesse technologisch effizienter, wirtschaftlicher und transparenter zu gestalten.

Carsten Koch, geschäftsführender Gesellschafter Werner Koch Maschinentechnik GmbH