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Unternehmen

Digitalprojekt will CO2-Fußabdruck senken

Mit transparenten Daten den CO2-Fußabdruck senken: Meraxis Services und Rehau starten gemeinsames Digitalprojekt, das den Product Carbon Footprint optimiert.

Ziel von CO2ptiMat ist die Entwicklung einer digitalen Lösung, mit welcher kunststoffverarbeitende Betriebe ihren realen CO2-Fußabdruck der eigenen Produktion ermitteln und optimieren können.

„CO2ptiMat“ heißt eine kürzlich gestartetes Digitalprojekt, das den CO2-Fußabdruck spezielle von Produkten aus der kunststoffverarbeitenden Industrie senken will. An dem Projekt beteiligen sich unter anderem der Kunststoff-Distributeur Meraxis mit seiner Sparte Services sowie der Kunststoffverarbeiter Rehau.

Ziel des „CO2ptiMat“-Projektes ist, eine digitale Lösung zu entwickeln, die Emissionsdaten erhebt und für Berichtszwecke bereitstellt, den Product Carbon Footprint (PCF) auf Produktebene ermittelt und Empfehlungen zur Verbesserung des Materialmixes und der Prozessführung anbietet.

CO2-Fußabdruck ermitteln und reduzieren

Kunststoffverarbeiter sind zunehmend angehalten, ihren produktbezogenen CO2-Fußabdruck, den Product Carbon Footprint, auszuweisen und zu reduzieren. Allerdings liegen den meisten Verarbeitern keine präzisen Daten zu den CO2-Emissionen vor, die tatsächlich bei der Herstellung ihrer Produkte anfallen. Sie greifen daher auf Vergleichsdaten und Schätzungen zurück. Die neue Lösung soll ihnen dabei helfen, ihren Product Carbon Footprint anhand eigener Daten bestimmen zu können.

„Die präzise Messung der Emissionen ist die Voraussetzung, um in einem nächsten Schritt das Verbesserungspotenzial bestimmen und sichtbar machen zu können“, betont Thomas Poddey, der Meraxis Services für das Projekt CO2ptiMat verantwortlich ist. „Unsere in das Projekt eingebrachte digitale Lösung zeigt auch die Auswirkungen der Materialzusammensetzung, des Energiemixes oder anderer Parameter auf die Produktivität und Kosten auf.“

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Digitale Lösung sammelt emissionsrelevante Daten

Die digitale Lösung wird an IT-Systeme angebunden, die in der Produktion eingesetzt werden, um alle emissionsrelevanten Daten zu sammeln und zu analysieren. Gemeinsam mit den Forschungspartnern entwickelt Meraxis Konzepte, wie die Daten zusammengeführt und ausgewertet werden.

In der Entwicklung digitaler Lösungen für die Kunststoffindustrie verfügt Meraxis bereits über Erfahrungen. Das Unternehmen hat unter anderem ein digitales Kundenportal sowie ein Tool entwickelt, welches das optimale Material für die gewünschte Anwendung empfiehlt.

Bei Rehau Industries wird die Anwendung später unter echten Bedingungen getestet und validiert. 2024 werden bestehende Messpunkte gezielt ergänzt und Systeme weiter vernetzt. Mit diesem Daten-Input soll CO2ptiMat in der Kantenband-Fertigung im Werk Rehau testweise zum Einsatz kommen.

Meilenstein im Prozess der Dekarbonisierung

Was sich die Division Interior Solutions bei Rehau davon verspricht, erklärt Product Manager und Sustainability Officer Daniel Elfe-Degel: „Durch zusätzlich Messpunkte können wir die CO2-Emissionen unserer Produktion zielgenau erfassen. Mithilfe der digitalen Lösung können wir dann Simulationen erstellen, Einsparpotenziale identifizieren und umsetzen. Zukünftig sollen alle an der Supply Chain beteiligten Unternehmen ihre Daten erheben und zur Verfügung stellen. Das ist ein Meilenstein im Prozess der Dekarbonisierung.“

CO2ptiMat ist eines von insgesamt 21 Projekten, das im Rahmen des Green Tech Innovationswettbewerbs des BMWK gefördert wird. Das Ministerium unterstützt mit der Initiative digitale Innovationen, die der Wirtschaft zu mehr Nachhaltigkeit, Klima- und Umweltschutz verhelfen. An CO2ptiMat sind neben Meraxis Services und Rehau Industries auch das Fraunhofer Institut für Produktionstechnologie, das INC Invention Center aus dem Umfeld der RWTH Aachen sowie der Folienhersteller Terdex beteiligt. mg

 

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