Zwei Sichten auf die eine Welt

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Arburg adressiert auf der K 2019 die Themen Digitalisierung und Circular Economy. Die Antworten des Maschinenbauers darauf lauten Arburgxworld und Arburggreenworld.

„Unsere Welt wird immer komplexer und perspektivenreicher, sodass die Herausforderungen entsprechend immer größer werden“, sagt Michael Hehl, geschäftsführender Gesellschafter und Sprecher der Arburg-Geschäftsführung. Letztlich gehe es immer darum, die Möglichkeiten des wichtigen Wertstoffs Kunststoff sinnvoll auszuschöpfen, effizient zu produzieren und Ressourcen zu schonen. Wie das in der Praxis aussehen kann, zeigt Arburg anhand von Exponaten und Anwendungen auf der Messe in Düsseldorf.

„Als Weltleitmesse ist die K-Messe das wichtige Forum, um bedeutende Visionen und Innovationen zu präsentieren“, sagt Michael Hehl, geschäftsführender Gesellschafter und Sprecher der Arburg-Geschäftsführung. Foto: Arburg

„Wir beschäftigen uns mit den zwei wirklich herausragenden Themen unserer Zeit: der Digitalisierung und dem sinnvollen Einsatz und der Wiederverwertung von Kunststoff“, unterstreicht Juliane Hehl, die als geschäftsführende Gesellschafterin die Bereiche Marketing und Technik verantwortet. „In Sachen Digitalisierung zeigen wir ganz wichtige Fortschritte. Die Idee der Arburgxworld steht dabei für sehr viel mehr als das gleichnamige Kundenportal.“ Neu im digitalen Produkt- und Service-Spektrum seien zum Beispiel der Füllassistent und der Plastifizierassistent sowie die erweiterte Connectivity der Allrounder. Darüber hinaus gebe es auch für das Kundenportal weitere Apps und Funktionalitäten.

„Wir begrüßen es sehr, dass Circular Economy ein derart wichtiges Thema der K 2019 ist“, ergänzt Juliane Hehl, da Umweltschutz und Ressourcenschonung tief in der Unternehmensphilosophie verwurzelt seien. „In Düsseldorf können wir der Fachwelt unsere Arburggreenworld erstmals intensiver präsentieren und anhand verschiedener Beispiele aufzeigen, wie Lösungen in der Praxis konkret aussehen können.“

Die digitale Arburg-Welt

Der Messestand bietet so viel digitale Arburg-Welt wie nie zuvor. An insgesamt zehn interaktiven Stationen der „Road to Digitalisation“ erfahren die Besucher mehr zu „Smart Machine“, „Smart Production“ und „Smart Services“. Dazu zählen zum Beispiel der neue Plastifizierassistent zur Materialaufbereitung und für Predictive Maintenance an der Schnecke sowie der Steuerungs-Simulator. Auch die bewährten sechs Assistenzpakete, das Arburg Leitrechnersystem ALS, das Arburg Turnkey Control Module ATCM und der Arburg Remote Service (ARS) sind auf der K 2019 vertreten. Alle Spritzgießexponate sind mit einer sogenannten Basis Connectivity ausgestattet, das heißt sie verfügen über ein IIoT-Gateway und können über Schnittstellen einfach und standardisiert mit den übergeordneten Systemen ARS und Kundenportal Arburgxworld vernetzt werden.

Neue Apps im Kundenportal Arburgxworld

Das Kundenportal Arburgxworld ist seit März 2019 für Kunden in Deutschland verfügbar. Neben kostenfreien Funktionen wie den zentralen Apps „Machine Center“, „Service Center“, „Shop“ und „Calendar“ wird es ab der K 2019 weitere kostenpflichtige Angebote geben, die Mehrwert bieten. Neu sind zum Beispiel der „Self Service“, ein Dashboard zum Maschinenstatus, der Steuerungs-Simulator, das Sammeln von Prozessdaten und die Maschinenauslegung. Zudem ist das Kundenportal ab der Messe international in 18 Sprachen verfügbar.

Allrounder kennt das zu produzierende Bauteil

Eine besonders smarte Anwendung zeigt Arburg an einem elektrischen Allrounder 570 A mit 2.000 kN Schließkraft und Gestica-Steuerung. In diese ist der neue Füllassistent integriert. Das heißt, der Allrounder kennt das Spritzteil, das er produzieren soll, eine Uvex-Brille aus PA12. Den Füllassistent hat Arburg mit dem Aachener Kooperationspartner Simcon entwickelt. Zur K 2019 werden das offline erstellte Simulationsmodell und die Bauteilgeometrie direkt in die Gestica-Steuerung eingelesen. An der Steuerung wird in Echtzeit der Füllgrad des Bauteils in Relation zur aktuellen Schneckenposition als 3D-Grafik animiert. Zusammen mit Simcon wurde die Funktionalität des Füllassistenten erweitert, um ein größeres Werkzeug- und Materialspektrum abzudecken. Der Maschinenbediener kann interaktiv am Gestica-Bildschirm die Ergebnisse der offline erstellten Simulation mit dem Füllverhalten des letzten Zyklus vergleichen. Daraus resultieren Vorteile in Sachen Rüstzeit, Sicherheit und Effizienz.

„Auf der K 2019 beschäftigen wir uns mit den zwei wirklich herausragenden Themen unserer Zeit: Digitalisierung und Circular Economy“, betont Juliane Hehl, die als geschäftsführende Gesellschafterin die Bereiche Marketing und Technik verantwortet. Foto: Arburg

Der elektrische Allrounder 570 A ist in eine Turnkey-Anlage integriert. Mit ihm werden Schutzbrillen in einer Zykluszeit von rund 45 s gespritzt. Entnahme und Zuführung zur optischen Prüfung, Lasermar­kierung und Verpackung übernimmt ein Sechs-Achs-Roboter. Zudem ist die Fertigungszelle mit dem Scada-System Arburg Turnkey Controle Module (ATCM) ausgestattet, das unter anderem eine hundertprozentige Rückverfolgbarkeit der Teile ermöglicht.

Circular Economy in der Praxis

Zum Thema Circular Economy präsentiert Arburg auf der K zwei Anwendungen: Bei der Produktion von Bechern aus PP wird rund 30 % Rezyklat eingesetzt. Bei diesem Praxisbeispiel für eine geschlossene Kreislaufwirtschaft kooperiert Arburg mit Erema, die rezykliertes PP zur Verfügung stellt. In einer Zykluszeit von rund 4 s werden je acht Becher auf einem hybriden Allrounder 1020 H gespritzt. Diese neue Baugröße im Maschinenportfolio wird als Packaging-Version vorgestellt. Das Exponat verfügt über einen lichten Säulenabstand von 1.020 mm, 6.000 kN Schließkraft und eine neue Spritzeinheit der Größe 7000. Diese ist auch für den Allrounder 1120 H verfügbar und bietet ein maximales Schussgewicht von rund 4.200 g Polystyrol.

Bei der zweiten Circular-Economy-Anwendung wird ein PCR-Material (Post-Consumer-Rezyklat) aus Haushaltabfällen eingesetzt, um ein technisches Produkt zu fertigen. Das am Markt verfügbare PCR wird von einem elektrischen Zwei-Komponenten Allrounder 630 A im Profoam-Schäumverfahren verarbeitet, das zweite Material ist TPE. Gespritzt wird ein Maschinentürgriff, dessen zwei Hälften im Werkzeug montiert werden. Danach erfolgt das teilweise Umspritzen des Griffs mit der weichen Komponente. Diese Anwendung veranschaulicht, wie sich PCR-Material in den Kreislauf zurückführen lässt, um hochwertige, langlebige Funktionsteile herzustellen.

Premiere für Arburggreenworld

Zahlreiche Aktivitäten zum Thema Circular Economy – sowohl für Kunden, also auch Interne – wurden in dem neuen Programm Arburggreenworld gebündelt, das auf vier Säulen beruht: Die ersten drei Säulen „Green Machine“, „Green Production“ und „Green Services“ beziehen sich auf die Angebote für Kunden und die vierten Säule „Green Environment“ subsummiert die Arburg-internen Prozesse.

sk

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