„Wir müssen die Welt mit Lösungen überraschen“

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Die K 2019 Preview machte deutlich: Die Kunststoffbranche steht vor großen Herausforderungen, wird auf der K 2019 aber auch die Lösungen dazu präsentieren.

Über 80 Fachjournalisten aus 32 Nationen nutzten die Gelegenheit, um sich vom 1. bis 3. Juli 2019 bei der K 2019 Preview der Messe Düsseldorf aus erster Hand über die Neuheiten und Trends der weltweit wichtigsten und – so Erhard Wienkamp, Executive Director Foreign Trade Fairs Division der Messe Düsseldorf, „mit Abstand internationalsten Kunststoffmesse“ zu informieren.

"Hier ist die Welt präsent"

So wird der Anteil der Ausländer an der voll belegten Messe in diesem Jahr rund 70 % erreichen. „Hier ist die Welt präsent und hier ist zu sehen, was in den nächsten drei Jahren passiert“, erklärte Wienkamp das weltweite Interesse an dem globalen Branchentreff.

Allerdings findet die Veranstaltung 2019 unter anderen Vorzeichen statt, als die letzten beiden K-Messen. Dies prägte auch die Podiumsdiskussion zum Auftakt der K 2019 Preview, bei der die Hauptgeschäftsführer und Vorstandsvorsitzenden der führenden Branchenverbände die aktuelle Lage analysierten.

Ulrich Reifenhäuser, Vorstandsvorsitzender des VDMA Fachverbands Kunststoff- und Gummimaschinen: „Die letzten neun Jahre waren fantastisch. Wir waren alle sehr erfolgreich, doch 2019 ist anders.“ So erwartet der VDMA nach Reifenhäusers Worten für 2019 einen Rückgang um etwa 10 %. Nachdem die Baubranche und die Recyclinganlagen nach wie vor wachsen, fällt der Rückgang in anderen Sparten noch deutlicher aus.

Als Gründe nannte er einerseits die ganz normale zyklische Entwicklung der Konjunktur, die nach dem ungewöhnlich langen Aufschwung zu erwarten war. Anderseits wirkt sich aber auch der Wandel der Automobilindustrie aus, die über Jahre für glänzende Geschäfte vor allem bei den Herstellern von Spritzgießmaschinen gesorgt hat, durch die aktuellen Unsicherheiten aber derzeit mit Investitionen in neue Anlagen sehr zurückhaltend ist.

Hauptproblem ist aber – und da waren sich alle Teilnehmer der Podiumsdiskussion einig – das schlechte Image der Kunststoffe, verursacht vor allem durch die im Meer treibenden Verpackungsabfälle. Die Leidtragenden sind aber nicht nur die Verpackungshersteller sondern die gesamte Kunststoffbranche.

Viele neue Lösungen für bessere Recyclierbarkeit

Reifenhäuser: „Wir haben in den letzten Jahren die Funktionalität unserer Produkte erhöht, wir haben das Preis-/Leistungsverhältnis verbessert und wir haben die Effizienz der Anlagen gesteigert. Aber wir haben eines vergessen: die Recyclierbarkeit. Daran müssen wir jetzt arbeiten, und das tun wir auch. Ich bin überzeugt, dass wir auf der K 2019 viele, viele neue Lösungen sehen werden.“

Auch Dr. Oliver Möllenstädt, Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbands Kunststoffverarbeitende Industrie, ist sicher, dass es von den Verarbeitern auf der K 2019 „viele neue Lösungen geben wird, mit denen sich der Kreislauf schließen lässt“. Möllenstädt, dessen Verband rund 3.000 überwiegende kleinere und mittlere Unternehmen vertritt, sieht für die Verarbeiter dabei zwei Dinge, die jetzt zeitnah zu tun sind: „Wir müssen unsere Lieferanten von den neuen Lösungen überzeugen und wir müssen Richtlinien erarbeiten, um einen besseren Schutz der Umwelt umzusetzen.“

Viele nachhaltige Lösungen sind nur mit Kunststoff möglich und nicht ohne

Für Dr. Rüdiger Baunemann, Hauptgeschäftsführer von Plastics Europe, ist es jetzt besonders wichtig, die Verantwortlichen in der Politik zu informieren, was mit Kunststoff möglich ist, und zu überzeugen, dass Verbote keine Lösung sind. Diese Herkules-Aufgabe kann nach Baunemanns Überzeugung aber kein Unternehmen und kein Verband alleine lösen; das funktioniert nur mit einem gemeinsamen Vorgehen und intensivem Netzwerken. Hier kommt es für ihn darauf an, allen Verantwortlichen klar zu machen, dass viele nachhaltige Lösungen nur mit Kunststoff möglich sind und nicht ohne.

Wie Baunemann sieht auch Boris Engelhardt, Hauptgeschäftsführer des Wirtschaftsverbands der deutschen Kautschukindustrie die Regulierungen der Politik als große Herausforderung. „Es gibt schon heute zu viele Regulierungen, die den Umgang mit Gummi regeln.“ Engelhardt verwies in diesem Zusammenhang auch darauf, dass es schon viele Möglichkeiten zur Wiederverwendung von Reifen gibt, die auch genutzt werden.

Die Kunststoffindustrie hat die Herausforderung angenommen

Die Umweltverschmutzung ist auch für Erhard Wienkamp – neben der Gewinnung junger Mitarbeiter, der Digitalisierung und der Funktionsintegration – eine der vier großen Herausforderungen für die Kunststoffbranche. „Die Umweltverschmutzung ist ein Punkt, der uns alle betrifft. Auch wenn viele Mitglieder der Kunststoffbranche nicht dafür verantwortlich sind, so sind wir doch alle direkt davon betroffen. Wir werden die Verantwortung übernehmen und auf der K-Messe Lösungen zeigen.“

Dem stimmte auch Ulrich Reifenhäuser für die Maschinenbauer zu: „Wir haben die Herausforderung angenommen, das Problem zu unserem Problem gemacht und arbeiten intensiv daran. Ich bin überzeugt: Wir müssen die Welt mit Lösungen überraschen, dann wird sich das Image in die richtige Richtung bewegen. Und auf der K 2019 in Düsseldorf werden solche Lösungen zu sehen sein.“

Dem schoss sich auch Rüdiger Baunemann an, dessen Verband Plastics Europe auf der Sonderschau „Plastics shape the Future“ auch in diesem Jahr wieder nachhaltige Lösungen mit Kunststoff und gegen Marine Litter vorstellen wird: „Wir werden in Düsseldorf zeigen, dass wir ein Teil der Lösung sind, und nicht ein Teil des Problems.“

gk

 

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