Thermoformen für die Naturheilkunde

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Die Huber Kunststoff und Technik GmbH und ihre Mitarbeiter wollen mit der thermogeformten Armbadewanne einen Beitrag zu Gesundheit und Wohlbefinden durch Einsatz bewährter Naturheilkunde leisten. Foto: Huber Kunststofftechnik

Dass sich modernes Thermoformen und traditionelle Naturheilkunde sehr gut ergänzen können beweist eine Armbadewanne für Kneipp-Anwendungen.

Traditionelle Naturheilkunde trifft auf moderne Kunststoffverarbeitung – zum 200. Geburtstag der Kneipp-Bewegung wurde die traditionelle Kneippsche Armbadewanne mit einer modernen Thermoformlösung neu interpretiert.

Moderne Hilfsmittel für traditionelle Naturheilkunde

Im Jahr 2021 feiert die Kneipp-Bewegung den 200. Geburtstag ihres Begründers. So alt die Methoden Sebastian Kneipps sind, haben sie nichts an Bedeutung und Beliebtheit verloren und werden heute mit modernen Hilfsmitteln in den Alltag integriert.

Naturheilverfahren spielen bis heute für viele Menschen eine bedeutende Rolle. Einer ihrer wichtigsten Vertreter der Neuzeit war Pfarrer Sebastian Kneipp. Anlässlich seines 200. Geburtstags wurde 2021 zum Kneipp-Jahr erklärt. Das Jubiläum soll auch dazu genutzt werden, darauf aufmerksam zu machen, dass auch in Zeiten moderner Schulmedizin die Naturheilkunde nach Kneipp einen festen Platz in unserem Gesundheitssystem verdient hat.

Kneipps Lehren basieren auf einem ganzheitlichen Ansatz, in dem eine Kombination aus der Verwendung von Heilkräutern, gesunder Ernährung, Bewegung, innerer Ausgeglichenheit und dem gezielten Einsatz der Wassertherapie ein gesundes Leben versprechen. Bis heute sind den meisten Menschen in erster Linie die von ihm entwickelten Wasseranwendungen in Erinnerung geblieben.

Kalte Güsse und Wechselbäder steigern das Wohlbefinden

Der Einsatz von kalten Güssen oder Wechselbäder mit kaltem und warmem Wasser soll das Wohlbefinden steigern, das Immunsystem stärken und sich bei einer Reihe unterschiedlichster Erkrankungen zumindest therapiebegleitend als förderlich erweisen. Eine grundsätzlich gesundheitsfördernde Wirkung der verschiedenen Kneipp-Verfahren wird von unterschiedlichen Studien zumindest nahegelegt, auch wenn es an zeitgemäßen klinischen Studien mangelt.

Ein wichtiges Sprachrohr der früh entstandenen Kneipp-Bewegung waren schon zu Lebzeiten Kneipps die sogenannten „Kneipp-Blätter“, die 1891, also exakt vor 130 Jahren, zum ersten Mal erschienen. Nach einer wechselvollen Geschichte wird die Zeitschrift seit 2003 als „Kneipp-Journal – aktiv & gesund“ vom Kneipp-Verlag aus Bad Wörishofen, dem Ort des grundlegenden Schaffens Sebastian Kneipps, herausgegeben.

Armbadewanne für Kneipp-Anwendungen

Neben dem Kneipp-Journal bietet der Kneipp-Verlag in seinem Shop auch eine Auswahl an Gesundheitsprodukten rund um die populären Anwendungen. Darunter befindet sich seit Juni 2021 mit der Armbadewanne das geeignete Hilfsmittel für eine der einfachsten und beliebtesten Anwendungen der Lehre Kneipps: Armbäder können sowohl mit kaltem Wasser (mindestens 12 °C), mit ansteigend temperiertem Wasser (stufenweise bis maximal 39 °C) und auch als Wechselbäder (abwechselnd 36 bis 38 °C und maximal 18 °C) durchgeführt werden. Zur Durchführung werden beide Arme bis zur Mitte der Oberarme in das Wasser eingetaucht.

Armbäder wirken, je nach gewählter Ausführung, wahlweise beruhigend oder anregend, entlasten den Kreislauf, stärken das Immunsystem und können sich positiv auf Herz- Kreislaufbeschwerden, Migräne, rheumatische Erkrankungen oder auch Arthrose und Atemwegserkrankungen auswirken.

„Mit der Armbadewanne haben wir im Auftrag des Kneipp-Verlags das optimal geeignete Gefäß für eine unkomplizierte Anwendung der Methode entwickelt“, erklärt Maximilian Huber jun., Geschäftsführer der Huber Kunststoff & Technik GmbH.

Thermoformen mit Polypropylen

Die im Thermoforming-Verfahren hergestellte Armbadewanne besteht aus Polypropylen und bietet mit Maßen von 55 cm x 30 cm x 24 cm ausreichend Volumen für normalgroße Anwender und Anwenderinnen. Mit einer Materialstärke von etwa 3,5 mm überzeugt die pflegeleicht hygienische Kunststoffwanne gleichermaßen durch Stabilität wie durch geringes Gewicht. Die Handhabung wird durch einen breiten umlaufenden Rand mit entgrateter Beschnittkante zusätzlich vereinfacht.

Mit Huber Kunststoff & Technik hat sich der Kneipp-Verlag für einen langjährig erfahrenen Spezialisten auf dem Gebiet der Kunststoffverarbeitung entschieden. Seit 1976 produziert das Unternehmen aus Wiedergeltingen im Unterallgäu Tiefzieh- und Faserverbundteile, vornehmlich in Klein- und Mittelserien für den Nutzfahrzeug- und Maschinenbau.

„Moderne Kunststoffe sind vielfältige Ausgangsstoffe für Produkte unterschiedlichster Anwendungsbereiche“, weiß Huber jun. „Wir freuen uns, mit einem praktischen Produkt wie der Armbadewanne einen Beitrag zu Gesundheit und Wohlbefinden leisten zu können. Bei bestimmungsgemäßer Nutzung werden ihre Nutzer viele Jahre Freude daran haben.“

gk

Anleitung für den „Kneippschen Espresso“

Der Kneippverein Zell a.H. hat eine Anleitung für das kalte Armbad zusammengestellt: Idealerweise sollte das Armbad am späten Vormittag oder Nachmittag durchgeführt werden. Zu Beginn sollten die Arme warm sein, nicht mit kalten Armen durchführen. Das Gefäß sollte mit kaltem Wasser gefüllt werden (ca. 12 bis 18 °C). Dann die Arme ca. 30 s in das Wasser eintauchen bis ein Kältegefühl eintritt. Danach das Wasser sanft von den Armen abstreifen, nicht mit dem Handtuch abtrocknen. Anschließend für Wiedererwärmung durch Kleidung oder leichte Bewegung sorgen. Wie der Kneippverein Zell erklärt, wird das kalte Armbad auch „Der kneippsche Espresso“ genannt und regt Körper und Geist an ohne aufzuregen und hilft tagsüber gegen Müdigkeit und Abgeschlagenheit.