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Märkte

Schwieriges Marktumfeld in der Composites-Branche

Hohe Energiepreise, Unsicherheiten im politischen Bereich sowie schwächelnde Abnehmerbranchen befeuern eine negative Stimmung im Composites-Markt.

Im Bereich Windenergie und Luftfahrt erwartet die Composites-Branche noch Wachstumsimpulse. Laut aktueller Markterhebung von Composites Germany trübt sich Geschäftslage ansonsten weiterhin ein – vor allem in Deutschland.
Im Bereich Windenergie und Luftfahrt erwartet die Composites-Branche noch Wachstumsimpulse. Laut aktueller Markterhebung von Composites Germany trübt sich Geschäftslage ansonsten weiterhin ein – vor allem in Deutschland.

Zum 22. Mal hat Composites Germany aktuelle Kennzahlen zum Markt für faserverstärkte Kunststoffe erhoben. Das Ergebnis: Die Composites-Branche sieht sich mit einem sehr schwierigen Marktumfeld konfrontiert. Die gesamte verarbeitende Composites-Menge in Europa im Jahr 2022 war bereits rückläufig, auch für 2023 wird ein weiterer Rückgang erwartet. Dieser dürfte erneut bei etwa 5 % liegen. Es bleibt abzuwarten, ob es gelingen wird, der negativen Entwicklung gegenzusteuern.

Die Gründe für die negative Stimmung sind vielfältig. Derzeit scheint es der Politik nicht zu gelingen, ein positiveres Umfeld für die Industrie zu schaffen. Insgesamt zeigt vor allem in Deutschland, aber auch in Europa eine kritische Bewertung der aktuellen Geschäftslage bei den Markteilnehmern.

Aktuelle Geschäftslage bei Composites kritisch

Haupttreiber der derzeitigen, schwierigen Situation sind die nach wie vor hohen Energie- und Rohstoffpreise. Hinzu kommen weiterhin Probleme in einzelnen Bereichen der Logistikketten sowie ein zurückhaltendes Konsumklima. Unsicherheiten im politischen Bereich befeuern derzeit die negative Stimmung im Markt.

Auch die Automobilindustrie als wichtigster Anwendungsbereich für Composites noch nicht auf ihr altes Volumen zurückgekehrt. Die Bauindustrie als zweiter zentraler Anwendungsbereich steckt derzeit in einer Krise. Wachstum wird vor allem im Bereich Windenergie und Luftfahrt erwartet.

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Neue Aufträge bleiben aus

Zwar sind die Auftragsbücher noch gut gefüllt, aber Neuaufträge bleiben vielfach aus. Hohe Zinsen und Materialkosten belasten vor allem den privaten Bau stark, aber auch der öffentliche Bau kommt nicht voran. Laut dem Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB) bleiben die Prognosen düster: „Der Rückgang der Baukonjunktur setzt sich weiter fort. Der Umsatz ist im Jahr 2023 real um 5,3 % zurückgegangen, dieses Jahr gehen wir von weiteren 3 % Rückgang aus.“

Nicht nur die Bewertung der generellen Geschäftslage bleibt pessimistisch. Auch die Situation der eigenen Unternehmen wird weiterhin kritisch bewertet. Vor allem für Deutschland zeigt sich ein negatives Bild. Fast 50 % der Befragten bewerten die aktuelle Geschäftslage in Deutschland kritisch. Für Deutschland erwarten die Teilnehmer der Befragung derzeit keine Verbesserung der Situation, 28 % der Befragten erwarten eine negative Entwicklung der generellen Marktsituation in Deutschland. Für das eigene Unternehmen zeigen sich die Befragten hinsichtlich ihrer Zukunftserwartungen für Europa und den Weltmarkt dagegen optimistischer.

CFK löst GFK als Wachstumstreiber ab

Die schlechte wirtschaftlichen Situation wirkt sich weiterhin auf das Investitionsklima aus. Der Anteil der Befragten, die Maschineninvestitionen planen, ist rückläufig. Waren bei der letzten Befragung noch 56 % von entsprechenden Investitionen ausgegangen, so sinkt dieser Wert nun auf 46 % ab.

Bei den Werkstoffen zeigt sich ein Wechsel hinsichtlich der Einschätzungen der Wachstumstreiber. Wurde in den letzten neun Erhebungen stets GFK als Material genannt, aus dessen Umfeld die wesentlichen Wachstumsimpulse zu erwarten sind, so wird dies diesmal bei CFK vermutet.

Auch regional kommt es zu einer leichten Verschiebung. Deutschland wird weniger stark als Wachstumstreiber gesehen. Demgegenüber werden Europa (ohne Deutschland) und Asien deutlich häufiger genannt.

Composites-Index sinkt

Die zahlreichen negativen Einflüsse der letzten Zeit zeigen sich weiterhin auch im Gesamt-Composites-Index. Dieser gibt vor allem bei der Betrachtung der momentanen Geschäftslage weiterhin nach. Demgegenüber steht eine leichte Aufhellung hinsichtlich der Erwartungen an die zukünftige Marktentwicklung, welche jedoch auf niedrigem Niveau bleibt. mg

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