Schutzfolien von Kunststoffabfällen automatisch abziehen

Durch das automatische Abziehen der Schutzfolien vor dem Recycling entsteht sortenreiner Kunststoffabfall, der sich einfach recyceln lässt. Foto: Refoil

Mit einer neuen Lösung zum automatischen Abziehen von Schutzfolien von Kunststoffabfällen vereinfacht Refoil das Recycling von foliertem Plattenmaterial.

Vor allem Kunststoffplatten und -profile sind zum Schutz der Oberflächen oft mit Schutzfolien versehen, was beim Recycling von Kunststoffabfällen zum Problem wird, denn vor der Wiederverwendung muss die Schutzfolie abgezogen werden.

Grund: Nur mit reinen Kunststoff-Abfällen, also ohne Folienanteile, können lukrative Preise erzielt werden – mit Folienresten bleiben sie Abfälle, für die in aller Regel Kosten entstehen.

Händisches Abziehen der Schutzfolien ist mühselig und sehr zeitaufwändig

Heute werden deshalb in den allermeisten Recycling-Betrieben die Schutzfolien händisch abgezogen. Eine mühselige und zeitintensive Arbeit, die nur einen sehr überschaubaren Ertrag erwirtschaftet.

Anders sieht das beim Einsatz von Anlagen zur automatischen Entfernung der Folien aus. Bekannt sind Anlagen, die zum Abziehen der Schutzfolien zuerst die Folien anlüften und anschließend mit Bändern oder Greifern abziehen.

Dazu Jürgen Stark, Geschäftsführer des auf Anlagen zum Aufbringen und Abziehen von Folien spezialisierten Unternehmens Refoil: „Das funktioniert bei „frischen“ Teilen und Platten sehr gut, bei Abfällen aber leider nicht. Dort sind die Teile zu unterschiedlich, die Folien meist eingerissen oder zerfranst. Zudem kann die Folie oft nicht auf der ganzen Länge abgezogen werden, weil sie eingerissen ist. Der Kontrollaufwand ist dementsprechend hoch.“

Wie Stark weiter erklärt, gibt es auch Anlagen, die die Folie abfräsen und dabei auch mehr oder weniger Kunststoffmaterial abtragen und die vor allem bei dünnen Teilen teils erhebliche Probleme haben.

Sogar eingerissene Folien vom Kunststoffabfall automatisch entfernen

Wie Jürgen Stark erklärt, ist es Refoil jetzt gelungen, ein System zu entwickeln, das alle diese Nachteile vermeidet und die Schutzfolien vollständig, ohne Anlüften und ohne die Oberfläche abzutragen oder zu verletzen auf ganzer Länge und Breite abzieht. Und zwar auch bei eingerissenen Folien oder gelaserten Platten mit entsprechenden Ausnehmungen.

„Das Ergebnis sind lupenreine Abfälle, aus denen kostbares Granulat entsteht“, so Jürgen Stark. Einzige kleine Einschränkung des neuen Systems zum Entfernen der Folien von Kunststoffplatten: Verarbeiten lassen sich nur Kunststoffteile, die aus Plattenmaterial hergestellt wurden.

Günter Kögel