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Joint Venture für chemisches Recycling

North Sea Port in Vlissingen, Niederlande: Ein Joint Venture für chemisches Recycling möchte hier eine Anlage erreichten, die 55.000 jato Kunststoffabfälle verarbeiten kann. Foto: Peter Buteijn

Neste und Ravago gründen ein Joint Venture für chemisches Recycling von Kunststoffabfällen. In den Niederlanden soll eine Anlage für 55.000 jato entstehen.

Neste und Ravago beabsichtigen die Gründung eines Joint Ventures für den Bau einer Anlage für chemisches Recycling. Die Anlage soll im North Sea Port im niederländischen Vlissingen enstehen. Es handelt sich dabei um eine erste industrielle Anlage für chemisches Recycling mit einer Verarbeitungskapazität von etwa 55.000 jato gemischter Kunststoffabfälle. Dies entspricht der Menge an Abfällen von Kunststoffverpackungen von rund 1,7 Mio. EU-Bürgern pro Jahr.

Kommerzieller Einsatz des chemischen Recyclings

Mit der Anlage wollen Neste und Ravago den kommerziellen Einsatz des chemischen Recyclings demonstrieren und vorantreiben. Das langfristige Ziel der Partner ist die deutliche Erhöhung der Verarbeitungskapazität auf globaler Ebene. Zudem soll sich das Joint Ventures zu einem führenden Unternehmen für das chemische Recycling gemischter Kunststoffabfälle entwickeln.

Die Anlage baut auf der thermochemischen Verflüssigungstechnik des in den USA ansässigen Unternehmens Alterra Energy auf. Die strategische Partnerschaft kombiniert die Expertise von Ravago bei der mechanischen Aufbereitung von Kunststoffabfällen, die Verflüssigungstechnik von Alterra Energy und das Know-How von Neste bei der Verarbeitung von Kohlenwasserstoffen.

 „Wir verfügen gemeinsam mit Neste über die notwendigen Zutaten für skalierbare Lösungen, nicht verwertbare Abfallströme in wertvolle Endprodukte umwandeln“, sagt Theo Roussis, CEO von Ravago.

„Das chemische Recycling gilt als vielversprechender Baustein zum Aufbau einer Kreislaufwirtschaft”, sagt Mercedes Alonso, Executive Vice President Renewable Polymers and Chemicals bei Neste. „Jetzt ist es an der Zeit, die nächste Stufe zu erreichen und dieses Versprechen im industriellen Maßstab einzulösen.“

Joint Venture kombiniert Expertise

Laut Roussis und Alonso erlaubt die Kombination der Expertise von Ravago und Neste eine rasche Umsetzung der Technologie und die Aufnahme der Produktion im kommerziellen Maßstab. „Gezielt können wir das Know-how entlang der gesamten Wertschöpfungskette bündeln, um Abfälle in wertvolle Ressourcen zu verwandeln. Unser Ziel ist klar: Wir möchten ein führender Anbieter von Kreislauflösungen sein”, erklären beide.

Das Joint Venture intensiviert die Zusammenarbeit zwischen den Partnern . Bereits 2019 hatten sich Neste und Ravago das Ziel gesetzt, bis 2030 eine Verarbeitungskapazität von über 200.000 jato gemischter Kunststoffabfällen zu erreichen.

Erfolgreiche Testläufe seit 2020

Seitdem haben die Unternehmen Technologien und Rohstoffmärkte untersucht und Geschäftsmodelle zum Ausbau chemischer Recyclingkapazitäten entwickelt. Schon 2020 konnte Neste in seiner finnischen Ölraffinerie den ersten von mehreren industriellen Testläufen mit verflüssigten Kunststoffabfällen durchführen.

mg