Geschäftsjahr 2019 bei Covestro: Wachstum nur in der Menge

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Für das Geschäftsjahr 2019 meldet Covestro ein weiteres Mengenwachstum bei anhaltend niedrigem Preisniveau. Umsatz und EBITDA sinken deutlich.

Covestro hat im Geschäftsjahr 2019 seine selbstgesteckten Ziele erreicht: Die abgesetzten Mengen im Kerngeschäft stiegen um 2,0 % im Vergleich zum Vorjahr. Aufgrund anhaltend niedriger Verkaufspreise in Folge eines erhöhten Wettbewerbsdrucks in allen Segmenten ist der Konzernumsatz um 15,1 % auf rund 12,4 Mrd. EUR gesunken. Das EBITDA ging in der Folge um 49,9 % auf rund 1,6 Mrd. EUR zurück. Das Konzernergebnis sank um 69,7 % auf 552 Mio. EUR.

Mehr Absatz bei PUR und Polycarbonat

Im Segment Polyurethanes stiegen die abgesetzten Mengen im Kerngeschäft um 2,3 %. Eine steigende Nachfrage in der Möbel- und Bauindustrie sowie im Bereich E&E und Haushaltsgeräte konnte die schwächere Nachfrage aus der Automobilindustrie mehr als ausgleichen. Aufgrund der stark gesunkenen Verkaufspreise sank der Umsatz um 21,5 % auf 5,78 Mrd. EUR. Das niedrige Preisniveau führte trotz gesunkener Rohstoffpreise zu deutlich rückläufigen Margen. Das EBITDA ging in der Folge um 63,2 % auf 648 Mio. EUR zurück.

Ähnlich bei den Polycarbonaten: Die Absatzmengen konnten vor allem durch eine stärkere Nachfrage aus der im Bereich E&E und Haushaltsgeräte sowie der Bauindustrie um 2,7 % gesteigert werden. Der Umsatz verringerte sich um 14,3 % auf 3,47 Mrd. EUR, das EBITDA sank um 48,3 % auf 536 Mio. Euro. Ursächlich für die Rückgänge war auch hier ein gesunkenes Preisniveau in Folge eines erhöhten Wettbewerbsdrucks.

Geschäftsjahr 2019 geprägt von Unsicherheiten

„Das Jahr 2019 war geprägt durch eine Reihe geopolitischer und gesamtwirtschaftlicher Unsicherheiten. Die Nachfrage nach unseren Materialien ist dennoch intakt, was uns bestätigt: Für die Zukunft sind Kunststoffe wertvoller als je zuvor“, sagte CEO Dr. Markus Steilemann. „Auch 2020 wird für uns herausfordernd bleiben. Aber wir sehen nach wie vor den langfristigen Bedarf an High-Tech-Kunststoffen über verschiedenste Schlüsseltechnologien hinweg. Zudem richten wir unser Geschäft konsequent in Richtung Kreislaufwirtschaft aus.“

Covestro hat im Geschäftsjahr 2019 ein globales strategisches Programm zur Verankerung von Kreislaufwirtschaft in allen Unternehmensbereichen aufgesetzt. Insbesondere strebt das Unternehmen an, alternative Rohstoffe zu nutzen, das Recycling weiterzuentwickeln sowie breite Kooperationen und neue Geschäftsmodelle zu etablieren.

Fokus auf Investitionen mit langfristigem Erfolg

2019 hat Covestro mit 910 Mio. Euro (Vorjahr: 707 Mio. Euro) die höchsten Gesamtinvestitionen in der Unternehmenshistorie getätigt. Doch aufgrund des Marktumfelds hat Covestro im Januar 2020 bekanntgegeben, das MDI-Investitionsprojekt im US-amerikanischen Baytown für einen Zeitraum von 18 bis 24 Monaten zu pausieren. Von den langfristigen Wachstumsaussichten für MDI ist Covestro dennoch weiter voll überzeugt. Wie geplant, ist die neue MDI-Anlage am Standort Brunsbüttel im ersten Quartal 2020 gestartet. Die dortige Produktionskapazität verdoppelt sich dadurch auf 400.000 jato. Damit steigt Brunsbüttel in die Top 3 der europaweit größten MDI-Produktionsstandorte auf.

Prognose für das Geschäftsjahr 2020

Laut dem aktuellen Geschäftsbericht rechnet Covestro für das Gesamtjahr 2020 mit einem Mengenwachstum im Kerngeschäft im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Für das EBITDA erwartet Covestro einen Wert zwischen 1,0 und 1,5 Mrd. EUR. Zusätzlich sind die finanziellen Auswirkungen des Corona-Virus auf das aktuelle Geschäftsjahr 2020 derzeit noch nicht vollumfänglich abzusehen.

mg

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