Folien erobern das Auto

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Die Fachtagung "Folien + Fahrzeug" zeigt, wie moderne Kunststofffolien dass Auto-Cockpit verändern.

Die Entwicklung von Folientechnologien für den Autoinnenraum hat in den vergangenen Jahren große Fortschritte erzielt. Das belegen die Vorträge der Fachtagung "Folien+Fahrzeug" mit begleitender Ausstellung am 6. und 7. Februar 2018 in Hannover.

"Trends wie autonomes Fahren, Vernetzung und Individualisierung stellen ganz neue Anforderungen, bieten aber auch große Chancen für den Einsatz von Polycarbonat- und thermoplastischen Polyurethan-Folien", erklärt Dirk Pophusen, Folienspezialist bei Covestro und fachlicher Leiter der Tagung.

Aktuelles Top-Thema ist die nahtlose Integration von Displays in eine großflächige, dreidimensional geformte Oberfläche von Instrumententafeln. Foto: Covestro

Fugenlos integrierte Displays im Großformat

Die Zahl an Displays und Touchscreens im Autointerieur wird durch die Digitalisierung und Vernetzung sowie das autonome Fahren stark zunehmen. Ein aktueller Trend sind großflächige, dreidimensionale Bildschirmdesigns, die sich fugenlos in die Oberflächen von Instrumententafeln, Mittelkonsolen, Tür- und Sitzverkleidungen integrieren lassen.

Wichtig ist ferner ein kontrastreiches Bild und gut lesbare Informationen – auch bei widrigen Lichtverhältnissen. Displays dürfen Licht nicht reflektieren und nicht blenden. Speziell für Einfassungen und Blenden solcher Anzeigen hat Covestro großflächig verformbare, in zwei Stufen aushärtende Polycarbonat-Folien namens Makrofol HF entwickelt, die je nach optischen Anforderungen von hochglänzend bis fein-matt eingestellt werden können und dabei chemikalien- und kratzbeständig sind.

Touch-Displays mit filigraner 3D-Oberfläche

Eine neue Anwendung für Makrofol-Folien sind Touch-Displays mit einer filigranen 3D-Oberfläche. Sie ermöglichen es dem Fahrer, das Display und dessen Funktionen rein durch Ertasten zu steuern, ohne die Augen von der Fahrbahn abwenden zu müssen. Dadurch verbessert sich die Verkehrssicherheit.

Vielseitige Möglichkeiten mit TPU-Folien

Außerdem präsentiert Covestro die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten von Folien auf Basis von thermoplastischem Polyurethan (TPU) im Autoinnenraum. Welche Rolle sie dabei bereits heute spielen und welche Chancen sich für sie eröffnen, ist Thema des Vortrags "Einsatz von TPU-Folien im Fahrzeug – stille Helden" von Oliver Hennig, einem weiteren Folienexperten von Covestro. Die Platilon TPU-Folien von Covestro sind – wenn auch nicht immer sichtbar – an vielen Stellen des Autoinnenraums präsent, so etwa in textilen Laminaten von Rollos für Sonnendächer, als Luftkammern für Lordosenstützen von Pkw-Sitzen oder als Schaumverhautungen von Geräuschdämmteilen.

Dekor- und Lichteffekte

Eine neue vielversprechende Anwendung ist die sogenannte "flexible Elektronik". Die elastischen TPU-Folien werden dabei vom Verarbeiter mit elektronischen Funktionen wie etwa Leiterbahnen oder Sensorik versehen. "Auch LEDs lassen sich integrieren. Die resultierenden Folienaufbauten können zu geometrisch hochkomplexen Dekorteilen verformt werden, die Lichteffekte bieten", sagt Hennig.

Flexible Elektronik auf Basis von TPU-Folien könnte in Elektrofahrzeugen zur Flächenheizung großer Oberflächenbereiche im Autoinnenraum Verwendung finden und die aufwändige Abluftheizung traditioneller Verbrennungsmotoren ersetzen. Hennig: "Mit ihrer extremen Flexibilität und guten Haftung auf Textilien bieten TPU-Folien beste Voraussetzungen, um die dafür benötigte Leiterbahnenelektronik zum Beispiel in Türverkleidungen zu integrieren."

mg

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