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Entgasungstrockner sorgt für VOC-Freiheit

Der Entgasungstrockner Evoc reduziert beim Granulat die flüchtigen organischen Verbindungen (VOC). Foto: Simar

Bei den Entgasungstrocknern der Evoc-Baureihe von Simar werden beim Trocknen von Kunststoffgranulat die flüchtigen organischen Verbindungen (VOC) reduziert.

Hintergrund der Entwicklung der neuen Entgasungstrockner ist, dass Simar ein steigendes Interesse von Kunststoffverarbeitern an der Vermeidung beziehungsweise Reduzierung von VOC (Volatile Organic Compounds) oder SVOC (Semi Volatile Organic Compounds) feststellt. In beiden Fällen handelt es sich um flüchtige organische Verbindungen, wie kohlenstoff- und wasserstoffhaltige Substanzen, die durch Verdunsten in die Dampf- oder Gasphase übergehen und in einem relevanten Maß Einfluss auf die Luftreinheit nehmen.

VOC sorgt für Geruchsbelästigung und verstärkt den Treibhauseffekt

In der Kunststoff-produzierenden und -verarbeitenden Industrie treten die flüchtigen Substanzen beispielsweise in Lösemitteln und Kunststoffbausteinen (Monomeren) auf. Ebenso sind sie in Hilfsmitteln wie beispielsweise Weichmachern, Stabilisatoren, Katalysatoren, Flammschutz- oder Antioxidationsmitteln enthalten. Entsprechend Ihrer Konzentration in der Luft führen VOC zu Beeinträchtigungen und gesundheitlichen Schädigungen. Diese reichen von Geruchsbelästigung über Reizungen der Atemwege und Augen bis hin zu Krebserzeugung und Erbgutschädigung. Zudem leisten die Emissionen einen maßgeblichen Beitrag zur Zerstörung der stratosphärischen Ozonschicht und sind mitverantwortlich für den Treibhauseffekt und die CO2-Intensivität.

Technologie zur VOC-Reduzierung ist auch nachrüstbar

Die Grafik zeigt den Verlauf des Evoc-Verfahrens hinsichtlich Geruchs- und VOC-Reduzierung. Foto: Simar

Die Evoc Entgasungstrockner von Simar garantieren die kontinuierliche Entfernung von VOC, SVOC und/oder Geruch während der Trocknungsphase des Kunststoffgranulats, also nach der Compoundierung und vor der Weiterverarbeitung des Kunststoffs. Selbst für die Nachrüstung von bestehenden Alt-Anlagen bietet der Evoc Lösungsmöglichkeiten zur Reduzierung ungewollter und schädlicher Emissionen.

Zur Verminderung von Emissionen setzen Rezyklatverarbeiter und Hersteller von Kunststoffgranulaten häufig Hilfsmittel oder Additive ein, die die VOC adsorbieren. Damit sind diese zwar gebunden, bleiben aber trotzdem im Kunststoff enthalten. Es ist daher nicht auszuschließen, dass sie unter bestimmten Bedingungen wieder freigesetzt werden, beispielsweise an heißen Sommertagen in Fahrzeuginnenräumen oder bei direkter Sonneneinstrahlung auf ein Kinderspielzeug. Ebenso widerspricht dieser Vorgang auch dem Circular-Economy-Gedanken. Denn wird der „veränderte“ Kunststoff am Ende seines Produktkreislaufes recycelt, beeinträchtigen – neben den herkömmlichen bedenklichen Inhaltsstoffen – zudem die hinzugefügten Additive den Recyclingprozess.

Ein alternatives Verfahren ist die direkte Einspeisung eines Schleppmittels in die Kunststoff-Schmelze. Über eine geeignete Entgasung in der Extrusion lassen sich dann unerwünschte Gerüche, VOC beziehungsweise SVOC aus dem Prozess entfernen. Nachteil dieses Verfahrens ist der hohe technische Aufwand und die damit verbundenen, zusätzlichen Investitionen in die Maschinentechnik für das Unternehmen.

Entgasungstrockner macht Schleppmittel oder Additive überflüssig

Auf den Einsatz von Schleppmitteln oder Additiven kann dank des Evoc Entgasungstrockners von Simar mit Sitz in Vaihingen/Enz nun verzichtet werden. Grundlage des Trockners ist die patentierte Edry-Trocknungstechnologie. Diese überzeugt durch einen stark reduzierten Energiebedarf des Trockners bei gleichzeitig höchstem Wirkungsgrad. Der Taupunkt der Prozessluft, die dem Kunststoffgranulat zugeführt wird, bewegt sich dauerhaft nahezu konstant in einem Bereich zwischen -60 °C und -80 °C. Umgebungseinflüsse und klimatische Bedingungen haben keinen Einfluss auf das Trocknungsergebnis, sodass ein konstanter Trocknungsprozess sichergestellt ist. Die Prozessluft, die in der Regel innerhalb des Kunststoff-Herstellungsprozesses ohnehin zum Trocknen benötigt wird, dient zugleich als Trägerfluid zum Abtransport der Schadstoffe aus dem Kunststoffgranulat.

Die VOC-beladene Abluft wird anschließend in einer Kältefalle gezielt abgekühlt, wodurch sich die VOC als Kondensat niederschlagen und so ausgeschieden und separiert werden. Um den Verflüchtigungsprozess effizient zu gestalten, wird mittels einer speziellen Vakuum- und Ventiltechnik ein zusätzlicher Entgasungsprozess während der Trocknung durchgeführt. Ein VOC-Sensor mit integriertem Photoionisationsdetektor überwacht hierbei kontinuierlich die Entgasung und regelt bedarfsgerecht die Prozesstechnik.

sk