Dieser Klebstoff härtet im Magnetfeld aus

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Raju V. Ramanujan (Mitte) und sein Team haben an der Nanyang Technological University (NTU) einen Klebstoff entwickelt, der erst innerhalb eines Magnetfeldes aushärtet. Foto: NTU

Ungewöhnlich innovativ? An der Nanyang Technological University wurde ein Klebstoff entwickelt, der erst dann aushärtet, wenn er in ein Magnetfeld gerät.

Forscher der Nanyang Technological University (NTU) haben einen Klebstoff entwickelt, der seine volle Kraft erst innerhalb eines Magnetfelds entfaltet. Erst dann härtet dieser aus. Er braucht somit weder Licht noch Luft oder Wärme zum Aushärten.

Ein Klebstoff, der wesentlich schneller aushärtet

Das Aushärten in per Magnetfeld bietet in vielfältigen Anwendungsszenarien Vorteile. So auch beim Verkleben von Holz und Gummidichtungen. Im Falle von gängigen Klebstoffen kann die Luft hier die eigentliche Klebstelle nur sehr schwer erreichen. Es dauert also meist sehr lange dauert, bis der Kleber vernetzt. Auch Epoxidharzkleber sind hier von Nachteil. Sie bestehen aus einem Harz und einem Härter. Werden diese miteinander vermischt, beginnt der Aushärtungsprozess, sobald das Bauteil erhitzt wird. Wird das Harz-Härter-Gemisch jedoch zu früh angerührt oder zu spät aufgetragen, haften die beiden Teile nicht fest genug aneinander.

Beim Härten per Magnet entfallen penible Zeitplanungen. Zudem liegt der Energieverbrauch um den Faktor 120 niedriger, verglichen mit der Wärmebehandlung, die oft mehrere Stunden dauert. Der Kleber ist nach Auffassung der NTU-Forscher um Raju V. Ramanujan vor allem für die Industrie interessant, die Faserverbundwerkstoffe herstellt, etwa die Produzenten von Sportgeräten wie Skier oder Fahrradrahmen. Diese sind heute noch auf die klassischen Epoxidharzkleber angewiesen.

Das Geheimnis: Nanopartikel im Magnetfeld

Der an der NTU entwickelte Klebstoff besteht aus Epoxidharz, dem magnetisierbare Nanopartikel beigemischt werden. Hier handelt sich um Mangan-Zink-Eisenoxide. Sobald diese in ein Magnetfeld geraten, erwärmen sie sich und regen die Vernetzung an. Eine Wärmezufuhr von außen entfällt.

Interessant ist das ist beispielsweise für Hersteller von Produkten aus wärmeempfindlichen Materialien, etwa für die Sportschuhindustrie. Da Sohlen und Oberschuh nicht übermäßig erhitzt werden dürfen, müssen die Klebestellen stundenlang bei relativ niedrigen Temperaturen wärmebehandelt werden. Der neue Kleber entwickelt Wärme nur in der Klebestelle.

db

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