Branchentreff mit Werkzeug-Einblick bei Hein

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In Neustadt bei Hannover startet bereits zum 21. Mal der Technologietag für Produktentwicklung, Formenbau und Produktion, ausgerichtet von Konstruktionsbüro Hein. Die Veranstaltung hat sich längst als Kunststofftechnik-Branchentreff weit über Norddeutschlands Grenzen etabliert.

Am 17. Februar wird die Kunststoffbranche voraussichtlich erneut das Veranstaltungszentrum Leinepark in Neustadt am Rübenberge für sich entdecken. Der Technologietag für Produktentwicklung, Formenbau und Produktion des Veranstalters Konstruktionsbüro Hein dient seit Jahren als kommunikativer Branchentreff mit bis zu 550 Teilnehmern und 72 Ausstellern – mehr Zustrom können die Örtlichkeiten in der niedersächsischen Kleinstadt bei Hannover kaum verkraften.

Die für die nahe Zukunft erforderliche Automatisierung in allen Bereichen der Kunststoffverarbeitung von der Produktentwicklung über den Werkzeugbau bis hin zur Spritzgießfertigung und anschließenden Montage kommt mit großer Geschwindigkeit auch auf den mittelständischen Betrieb zu. Hier müssen rechtzeitig die Weichen neu gestellt werden.

Gleichzeitig ist man aber häufig noch dabei, überhaupt eine prozesssichere Herstellung von Bauteilen zu ermöglichen. So sind nach wie vor viele Produkte nicht optimal kunststoff- und herstellungsgerecht entwickelt.

Hohe Kosten durch billige Werkzeuge – und Automatisierungs-Probleme

Netzwerken und die Köpfe zusammenstecken: Rudolf Hein beim Eröffnungsvortrag 2016 Foto: Mara Hein

In Unkenntnis der Folgekosten wird immer noch im großen Stil um den günstigsten Werkzeugpreis gefeilscht. Die meisten Spritzgießwerkzeuge, Duroplastformen und Elastomerformen sind nicht für eine prozesssichere Fertigung auf dem heute erforderlichen Niveau geeignet. Eine zukünftige Automatisierung mit dieser Art Werkzeuge wird nicht möglich sein.

"Somit benötigen wir für heute und zukünftig automatisiert herstellbare Bauteile unbedingt eine Verlagerung von bisher in der Werkzeugkonstruktion angesiedelten Aufgaben in die Produktentwicklung", erläutert Seniorchef Rudolf Hein, Konstruktionsbüro Hein, seine Vision. Bereits in der Produktentwicklung sollte ein robustes Design konstruiert und ein erstes Werkzeugkonzept mit Trennungsfestlegung, Angussdefinition, Temperierauslegung, Schwindungsbestimmung und Verzugsreduzierung erstellt werden. Die Werkzeugkonstruktion konzentriere sich dann künftig auf die Umsetzung der in der Produktentwicklung erarbeiteten Konzepte und Vorgaben für eine automatisierte Fertigung.

Im Bereich Werkzeugbau nimmt die in der Produktentwicklung mittels Spritzgießsimulation bereits konzipierte konturnahe und zyklusabhängige Temperierung für die prozesssichere Fertigung einen immer höheren Stellenwert ein. Hier kann der generative Aufbau von Konturelementen und das Diffusionsschweißen an Bedeutung gewinnen, wenn die Elemente sinnvoll temperierbar gestaltet sind und die Temperiertechnik inklusive der Wasseraufbereitung dazu passt. Vorträge auf dem Hein-Technologietag beleuchten auch diese Aspekte.

Automatisierbare Fertigung mit automatisiertem Werkzeugwechsel

Die Vorgehensweise in der Spritzgießfertigung wird sich, so die Meinung der Veranstalter, vor allem dahingehend ändern, dass es kleinere Stückzahlen mit mehr Varianzen geben wird, die dennoch auf hohem Qualitätsniveau automatisiert herstellbar sein müssen. Relativ kurzfristig wird es hier zu einem automatisierten Wechsel des Werkzeuges oder des wechselbaren Konturbereiches eines Modulwerkzeuges bei gleichem Werkstoff mit automatisiertem Anfahren kommen. Wer bei Werkzeugen, die über mehrere Jahre benötigt werden, nicht heute die Weichen für automatisierbare Werkzeuge stellt, kann laut Hein morgen nicht mehr wirtschaftlich produzieren.

72 Ausstellerfirmen, 15 Fachvorträge

Produktentwicklung und Werkzeugkonzeption wachsen zusammen, zum Beispiel durch qualifizierte Schwindungsvorhersagen: Juniorchef Alexander Hein (rechts) leitet den Geschäftsbereich Simulation. Foto: K-ZEITUNG

Die 72 Ausstellerunternehmen, die sich 2017 auf dem Technologietag präsentieren werden, zeigen unterschiedliche Aspekte der genannten Bereiche auf und im Austausch mit den Teilnehmern können intelligente Lösungen entdeckt oder entwickelt werden. "Wir freuen uns auf eine gute Mischung aus bekannten und neuen Ausstellerfirmen. Und auf diskussionsfreudige und interessierte Teilnehmer, die sich gegenseitig mit ihrer Begeisterung für neue Ideen anstecken und in einen lebhaften Austausch treten werden", so Veranstalter Alexander Hein.

Die 15 Fachvorträge des mittlerweile 21. Technologietages bilden die Bereiche Produktentwicklung, Formenbau und Produktion gleichermaßen ab, wobei im Themenkomplex Produktion die Temperierung einen besonderen Schwerpunkt bildet.

Unter das Thema Produktentwicklung fallen die Vorträge der Unternehmen Konstruktionsbüro Hein GmbH (Umbruch in der Produktentwicklung / Fehlervermeidung durch Simulation), Barlog Plastics GmbH (Technische Thermoplaste – PA, POM, PBT) und LPKF Welding Quipment GmbH (Laserschweißen mit variabler Nahtbreite).

Der Bereich Formenbau wird zum Beispiel von AHP Merkle GmbH (Hydraulikzylinder), Polar-Form Werkzeugbau GmbH (Mehrkomponententechnik), Reichle Gravier- und Laserschweißzentrum (Lasertexturierung) sowie Uddeholm (Zähe Stähle – Bruchsicherheit – Oberflächen) behandelt.

Mit Produktionsthemen befassen sich die Vorträge von SKZ – KFE gGmbH (Fehler bei der Spritzgießverarbeitung), Stir³ Scholz Technik in Radeberg (Auslegung der Temperierung), GWK Gesellschaft Wärme Kältetechnik mbH (Temperierung im Mikrospritzgießen), VDWF (Intelligente Vernetzung von Spritzgießwerkzeug und Maschine), ONI Wärmetrafo GmbH (Innovatives Temperiermanagement), Elmak-Wassertechnik GmbH (Korrosionsschutz in Kühlwassersystemen) und Wittmann Battenfeld GmbH amp; Co KG.

Für den Besuch der Veranstaltung ist eine Anmeldung erforderlich.

gr

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