Automatica-Trendindex: Mit Robotern aus der Krise

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Der aktuelle Automatica-Trendindex verdeutlicht: die Akzeptanz von Industrierobotern steigt. Corona zeigt Potenziale der Robotik für die Industrie auf.

Laut dem neuesten Automatica-Trendindex setzt sich der Trend der Automatisierung der Fertigungsindustrie in Deutschland fort. Bereits vor Corona war die Fertigungsindustrie in Deutschland nach Zahlen der International Federation of Robotics stark automatisiert und rangierte bei der Roboterdichte weltweit lediglich hinter Singapur und Südkorea. Dieser Trend dürfte sich nach der Coronakrise weiter fortsetzen.

Automatica-Trendindex als Branchen-Barometer

Das belegen auch aktuelle Zahlen des Automatica-Trendindex: Zu den wichtigsten Vorteilen der Robotik gehören für rund 80 % der Industrieentscheider folgende Aspekte: Mitarbeiter können von gesundheitsgefährdenden Aufgaben entlastet werden; die Fertigung lässt sich mit Robotern schnell auf neue Aufgaben umstellen, zudem lassen sich Produktionskosten senken. Für die Umfrage wurden 100 Industrie-Entscheider und 1.000 Arbeitnehmer befragt.

Patrick Schwarzkopf, Geschäftsführer des VDMA-Fachverbands Robotik + Automation überraschen die Ergebnisse keineswegs: „Industriebetriebe mit Robotern können gezielt einzelne Arbeitsschritte automatisieren, um das ´Social Distancing´ in der Fertigung sicherzustellen. Die neuen Anforderungen an sichere Arbeitsplätze in der Produktion lassen sich mithilfe von Robotik einfach umsetzen. Wie die Praxis zeigt, helfen Roboter dabei, wichtige Fertigungsprozesse resilienter zu machen und neue Anforderungen schnell umzusetzen.“ 

Roboter als Wegbereiter aus der Krise?

Wie das aussehen kann, weiß Jean-François Bauer, Head of Business Development beim Schweizer Spezialisten für Montagelösungen Mikron Automation: „Gleich zu Beginn der Covid-Krise baten uns mehrere pharmazeutische Kunden in Europa, den USA und Asien, eine rasche Steigerung ihrer Produktion zu unterstützen, damit sie so schnell wie möglich Duplikatlinien für diagnostische Kits liefern können“.

Bauer geht näher ins Detail: „Gleichzeitig rechnen wir damit, dass strategische Entscheidungen aus der Vergangenheit nach den jüngsten Pandemie-Erfahrungen auf den Prüfstand gestellt werden. Abhängigkeiten in den Lieferketten dürften beispielsweise dazu führen, dass Firmen in Europa oder den USA mit Hilfe von Robotik und Automation neue Kapazitäten in ihren Heimatmärkten aufbauen, um erkannte Schwachpunkte zu reduzieren.“ 

Mittelstand setzt vermehrt auf Roboter 

Die Ergebnisse des Automatica-Trendindex zeigen, dass auch vermehrt der deutsche Mittelstand auf Industrieroboter setzt. Demnach rechnen 84 % damit, dass der verstärkte Einsatz von Robotik in mittelständischen Betrieben keine Frage des „ob“ sondern des „wann“ ist. 81 % führen aus, dass die Programmierung von Robotern einfacher geworden ist und damit den Weg für den Einsatz in kleineren und mittleren Unternehmen ebnet. Hinderlich sehen jedoch gut zwei Drittel, dass den eigenen Mitarbeitern bisher die nötige Ausbildung für den Roboterbetrieb noch fehlt.  

Vorbehalte gegenüber Roboter zunehmend geringer

Roboter sind in den Unternehmen angekommen: Gut drei Viertel der Mitarbeiter halten die Ausbildung für den Umgang mit Robotik für ein wichtiges Angebot (mittelständischer) Firmen. Ebenso viele sagen, dass sich Unternehmen bei Fachkräften mit einem Weiterbildungsangebot für Robotik und digitale Technologie als attraktive Arbeitgeber profilieren. 

db

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