Vorstoß in neue Dimensionen mit Portalfräsmaschine

Back to Beiträge

Die AWM Arnstädter Werkzeug- und Maschinenbau AG investiert in Spritzgießwerkzeugbau bis zu 20 t Gewicht und setzt Portalfräsmaschine von Fooke ein.

AWM ist im Bereich Spritzgießwerkzeugbau in eine neue Dimension vorgestoße, wobei ein Wegbereiter dafür die Investition in Portalfräsmaschine von Fooke war. AWM, Hersteller von komplexen Spritzgießwerkzeugen und Sondermaschinen vor allem für die Automobilindustrie, hat die Weichen in Richtung Großwerkzeugbau bereits 2016 gestellt und sich für das Investment einer neuen Produktionshalle entschieden. „Als wir mit dem Bau starteten, zeigten sich bereits erste konjunkturelle Eintrübungen im Werkzeugbau. Doch gerade in solchen Situationen muss man den Mut haben, zu seinen strategischen Entscheidungen zu stehen. Wir spüren bereits jetzt, dass dieser Weg richtig war. So konnten wir schon 2019 signifikante Serviceleistungen für Spritzgießwerkzeuge im Bereich 10 bis 20 t erbringen. Auch für das Jahr 2020 sind die Aussichten für dieses Segment gut. Wir werden hier als Partner für eine hochwertige Überarbeitung und Betreuung von Werkzeugen auch ausländischer Fabrikate gesehen. Das könnten wir ohne die neue Maschine nicht in dieser Dimension leisten“, berichtet AWM-Vorstand Klaus Kleinsteuber.

Seit 40 Jahren Partner beim Fräsen

Ein Fabrikat von Fooke, einem Spezialisten für große 5-Achs-Fräsmaschinen aus Borken/Nordrhein-Westfalen, gehörte bisher noch nicht zum Technikpark des Thüringer Unternehmens. „Wir hatten bereits einen anderen Anbieter im Visier, sind aber über ein Partnerunternehmen auf Fooke aufmerksam geworden“, sagt Klaus Kleinsteuber. Besagte Firma, die Modelltechnik Waltershausen, nutzt Anlagen des Borkener Werkzeugmaschinenbauers für das Fräsen von Prototypenwerkzeugen aus Aluminium. Im Werkzeug- und Formenbau müssen jedoch hauptsächlich Stahl und Guss bearbeitet werden. „Mit unseren 5-Achs-Maschinen sind wir bereits seit 40 Jahren ein Partner für das Fräsen von Aluminium und weiteren Leichtbauwerkstoffen, hauptsächlich für den Modell- und Prototypenbau in Luft- und Raumfahrt sowie der Schienenverkehrstechnik und ebenso der Automobilindustrie. Gefragt sind dabei hochgenaue und effiziente Prozesse. Diese Technologiekompetenz haben wir jetzt auch auf den schwereren Werkzeug- und Formenbau übertragen und dafür Baureihen wie die Endura 900Linear Kompakt entwickelt. Wir freuen uns, dass wir AWM dafür als Kunden gewinnen konnten“, erklärt Andreas Feldevert, Leiter Vertrieb Europa bei der Fooke GmbH.

Partner im Projekt: Andreas Feldevert, Leiter Vertrieb Europa bei der Fooke GmbH (l.) und Klaus Kleinsteuber, Vorstand der AWM Arnstädter Werkzeug- und Maschinenbau AG. Foto: AWM/Marcel Krummrich

Portalfräsmaschine hat hohe Eigensteifigkeit

Ein überzeugendes Argument für AWM war die Tatsache, dass die Maschine ohne Fundament aufgestellt werden kann - ein Vorteil, den andere Hersteller nicht offerieren. Auf einer vergleichsweisen kleinen Gesamtfläche ermöglicht der große Bearbeitungsraum eine rationelle 5-Seitenbearbeitung von Werkstücken aus Stahl, Guss und Aluminium mit Verfahrwegen von bis zu 3.500 x 2.500 x 1.500 mm. Dank hoher Eigensteifigkeit und Direktantrieben in allen Achsen wird eine hochpräzise und effiziente Endbearbeitung erreicht. Wichtig war dem AWM-Vorstand über die technischen Daten hinaus, dass die Bediener die Maschine annehmen. „Die Fräser waren in alle Entscheidungsprozesse einbezogen und sind vom Fooke-Konzept überzeugt“, so Klaus Kleinsteuber.

Die Arnstädter nutzen die neue Technik für die Fein- und Finish-Bearbeitung von Spritzgießwerkzeugen, um die geforderte Oberflächengüte sowie die notwendige Maß- und Formgenauigkeit zu erzielen. Sie können damit vor allem aber auch im Service für den Bereich 10 bis 20 t ihren Kundenkreis erweitern, wie die Reaktionen auf das vergrößerte Leistungsspektrum bereits zeigen. Denn es geht mit einem weiteren Vorteil einher: Große Werkzeuge müssen nicht erst demontiert und nach der Instandhaltung wieder zusammengebaut werden, sondern lassen sich jetzt „in einem Stück“ bearbeiten, ein enormer Zeitvorteil. „Damit verfügen wir über ein Alleinstellungsmerkmal in der Region“, betont Klaus Kleinsteuber und ergänzt: „Über den Service für Fremdfabrikate wollen wir uns auch für den Bereich Neuwerkzeuge empfehlen“.

Prozesse neu organisieren

Ziel des Unternehmens ist es, rund ein Drittel seines Umsatzes in der Werkzeugbausparte mit Serviceleistungen zu erbringen. Die beiden weiteren Drittel sollen mit der Konstruktion und Fertigung von Neuwerkzeugen sowie mit Lohnarbeiten erreicht werden. AWM arbeitet daran, die Prozesse neu zu organisieren. Angedacht ist, die Fein- und Endbearbeitung im Haus auszubauen sowie weniger komplizierte Leistungen in den Vorstufen einzukaufen. „Wir müssen hier umdenken, wenn wir weiter erfolgreich in Deutschland innovativen Werkzeugbau betreiben wollen“, betont Klaus Kleinsteuber. Für den Maschinenpark bedeutet das, ihn weiter mit hochpräzisen und hochdynamischen 5-Achs-Fräszentren auszubauen. Platz ist in der neuen Produktionshalle noch vorhanden. „Für die Lieferung der entsprechenden Technik gemäß den Wünschen von AWM sorgen wir gern“, betont der Vertriebsleiter Europa bei Fooke, Andreas Feldevert.

sl

Share this post

Back to Beiträge