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Verbände begrüßen Abkommen gegen Plastikmüll

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Die Umweltbelastung mit Plastikmüll nimmt sehr dynamisch zu. Die Verbände VCI und Plastics Europe begrüßen jetzt ein weltweit geplantes Abkommen gegen Plastikmüll. Foto: Shutterstock

Die UN-Umweltversammlung einigt sich auf die Ausarbeitung eines globalen Abkommens gegen Plastikmüll. Die Verbände VCI, PED und IK begrüßen diesen Beschluss.

Die drei Verbände VCI (Verband der Chemischen Industrie), PED (Plastics Europe Deutschland) und IK Industrievereinigung Kunststoffverpackungen begrüßen den gelungenen Auftakt im globalen Kampf gegen Plastikmüll in der Umwelt. Die UN-Umweltversammlung hat sich Anfang März in Nairobi auf die Ausarbeitung eines rechtlich verbindlichen Abkommens gegen die Verschmutzung der Umwelt mit Kunststoffabfällen binnen der nächsten zwei Jahre geeinigt.

Globale Kreislaufwirtschaft statt Plastikmüll

Die Resolution der UN-Umweltversammlung sieht für die Ausarbeitung des Abkommens die Zusammenarbeit mit der Industrie und weiteren Stakeholdern vor. Ingemar Bühler, Hauptgeschäftsführer von PED, sieht die richtigen Weichen gestellt: „Die UN-Umweltversammlung hat gleich zu Beginn des Prozesses klar gemacht: Kunststoffe haben für unsere Gesellschaft einen hohen Wert. Die Resolution rückt damit Lösungen zum besseren Umgang mit Kunststoffen in den Fokus. Denn Kunststoff ist eine wertvolle Ressource, die effizient im Kreislauf geführt werden muss.“

Unterstützung findet auch der weite Blick der Resolution auf den gesamten Lebensweg von Kunststoffprodukten. Nun komme es aber auf die konkrete Ausgestaltung dieses Aspekts im Abkommen an, so Bühler: „Entschlossene Maßnahmen, die das Recycling und Produktdesign von Kunststoffen stärken, sind die richtigen Antworten auf das Plastikmüll-Problem. Als Industrie arbeiten wir in allen Bereichen daran: An einem besseren Abfallmanagement, an hochmodernen Recyclinganlagen und an nachhaltigeren Produkten, die Abfall direkt vermeiden oder die besser zu recyceln sind, etwa indem sie zum Beispiel nur aus einem Kunststoff bestehen.“

Verbände begrüßen Technologie-Offenheit

Deshalb begrüßen VCI und PED auch die Offenheit gegenüber unterschiedlichen Ansätzen und Technologien, die in der Resolution aufgeführt werden. Wolfgang Große Entrup, Hauptgeschäftsführer des VCI, fügt hinzu: „Ein globaler Ausbau des Recyclings und die konsequente Kreislaufführung von Kunststoffen sind notwendig. Sie gelingen nur, wenn wir bestehende Technologien optimieren und ergänzende Verfahren wie das chemische Recycling weiterentwickeln. So verhindern wir, dass Kunststoffe in die Umwelt gelangen, tragen zum Klimaschutz bei und reduzieren die Abhängigkeit von fossilen Rohstoffen.“

Auch die IK ist überzeugt, dass ein weltweites Übereinkommen ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zu einem veränderten und positiven Umgang mit Kunststoffen ist. Ob nun die von der Industrie initiierte Global Plastics Flow Studie, der Global Plastics Outlook der OECD oder die Meta-Studie des WWF, die Ergebnisse zeigen: Die Eintragspfade von Kunststoffen in die Umwelt sind vielfältig. „Dementsprechend wird es auch nicht die eine Lösung geben“, so die IK. „Denn wohin die populäre, aber leider auch sehr pauschale Forderung von Plastikverboten führt, zeigt der Polyproblem Report ‚Strafsache Strohhalm‘. Ganzheitliches, langfristiges sowie ergebnisoffenes Denken muss zu fundierten Entscheidungen führen, um das Beste aus dem Wertstoff Kunststoff herauszuholen – für Mensch, Umwelt und Klima“, heißt es beim IK.

Das Mandat der UN-Umweltversammlung zielt auf einen Vertrag mit globalen Regeln und Verpflichtungen für den gesamten Lebenszyklus von Kunststoffen. Er soll Ziele zur Bekämpfung der Verschmutzung enthalten und zu nationalen Aktionsplänen führen. Klar ist auch, dass es einen Mechanismus geben muss, wie ärmere Länder finanziell unterstützt werden können.

mg