Zum Inhalt springen

Spezialist für 3D-Druck medizinischer Teile übernommen

Derart filigrane Implantate für Wirbelsäulen lassen sich derzeit nur mit 3D-Druck herstellen, und das mit einem Start-up Award ausgezeichnete Unternehmen Kumovis gehört zu den wenigen Firmen, die den 3D-Druck mit reinem PEEK beherrschen. Foto: K-ZEITUNG

Kumovis, Spezialist für 3D-Druck medizinischer Teile aus PEEK, wird von 3D Systems übernommen und will Kapazitäten und Marktzugänge weiter ausbauen.

Wie Kumovis betont, werden sowohl Krankenhäuser mit 3D-Druck-Laboren als auch Medizintechnikunternehmen von dieser Übernahme profitieren. Die Erklärung von Stefan Leonhardt, Co-CEO von Kumovis: „Durch den Zusammenschluss können wir unsere einzigartige PEEK-Drucktechnologie mit herausragenden Lösungen von 3D Systems kombinieren. Dadurch können wir nun effiziente, validierte End-to-End-Workflows für die Herstellung personalisierter Implantate anbieten und verbessern die Ergebnisse für die Patientinnen und Patienten.“

Wie Leonhardt weiter ausführt, kann sich Kumovis jetzt auch noch stärker auf seine Kernkompetenzen konzentrieren, um die Entwicklung einer nächsten Generation von Implantaten zu beschleunigen und die Herstellung von Medizinprodukten grundlegend zu verändern.

Übernahme erweitert Angebot für Medizinprodukte

Die Integration der 3D-Drucklösungen von Kumovis in das Portfolio „Personalized Healthcare Solutions“ von 3D Systems soll es Kumovis zudem ermöglichen, das Angebot für Medizinprodukte und Point-of-Care-Labore um verschiedene Indikationen zu erweitern:

So bilden Anwendungen im MKG-Bereich seit vielen Jahren einen Schwerpunkt von 3D Systems. Durch die Akquisition wird das Unternehmen sein Virtual Surgical Planning-Lösungsportfolio – VSP  – um die Herstellung von PEEK-Implantaten erweitern – zusätzlich zu seinen Produkten für anatomische Modelle und chirurgische Hilfsmittel, um seinen Kundinnen und Kunden eine Komplettlösung anbieten zu können.

Knochenplatten aus PEEK als neuer Schwerpunkt

Ein neuer Anwendungsschwerpunkt sind Knochenplatten für Unfallchirurgie und Orthopädie, für den Kumovis carbonfaserverstärkte PEEK-Knochenplatten für Trauma- und Frakturfixierungsanwendungen entwickelt. Dies birgt das Potenzial, auch 3D Systems weitere Möglichkeiten zu eröffnen, in das Marktsegment der unfallchirurgischen und orthopädischen Point-of-Care-Medizin einzudringen und zu wachsen.

Wirbelkörper-Ersatz und Spinal Cages gehören ebenso zu den Anwendungen, bei denen 3D Systems führend in der Entwicklung, der Produktion und dem Verkauf sowohl von Implantaten als auch von 3D-Druck-Systemen für die Eigenproduktion ist.

Gemeinsamer Fokus: 3D-Druck medizinischer Teile

Als anerkannter Marktführer für personalisierte Medizinprodukte hat 3D Systems in den vergangenen zehn Jahren mit Ärztinnen und Ärzten zusammengearbeitet, um mehr als 140.000 patientenindividuelle Fälle zu planen und mehr als zwei Mio. Implantate und Instrumente für mehr als 100 CE-gekennzeichnete und FDA-zugelassene Geräte herzustellen. Dies passiert in den von der FDA registrierten und nach ISO 13485 zertifizierten Einrichtungen in Littleton (USA), Colorado (USA) und Leuven (Belgien).

Kumovis sorgte schon früh mit seinen Lösungen zum 3D-Druck von Implantaten aus PEEK für Aufsehen und hat damit als einer von fünf Siegern die Formnext Start-up-Challenge 2018 gewonnen. Zudem hat das Unternehmen nach eigenen Angaben den weltweit ersten 3D-Drucker mit integriertem Reinraum entwickelt, der direkt im Operationssaal eingesetzt werden kann.

gk

Schlagwörter: