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Medizintechnik: 3D-Druck direkt im OP-Saal

Aktuelle Entwicklungen bei der Additiven Fertigung in der Medizin werden im Forum Medizin-, Zahn- und Orthopädietechnik am 5. Mai 2020 auf dem Rapid Tech 3D-Fachkongress in der Messe Erfurt diskutiert. Präsentiert wird auch ein 3D-Drucker für den OP-Saal. Foto: Christian Seeling/Messe Erfurt

Auf der Rapid Tech sollte die Medizintechnik im Fokus stehen und ein 3D-Drucker für den OP-Saal vorgestellt werden. Mittlerweile wurde die Messe verschoben.

Parallel zur Rapid Tech 3D Anfang Mai in Erfurt sollte am 5. Mai 2020 der Fachkongress zur Medizin-, Zahn- und Orthopädietechnik stattfinden – und die neue EU-Medizinprodukteverordnung und ihre Auswirkungen auf die Additive Fertigung zum Thema haben, wo erstmals auch ein 3D-Drucker mit Reinraumintegration für den OP-Saal vorgestellt werden sollte. Mittlerweile wurde die Messe und das gesamte Rahmenprogramm aufgrund der Corona-Epidemie für 2020 abgesagt. Die nächste Rapid Tech 3D ist für den 4. bis 6. Mai 2021 geplant.

EU-Medizinprodukteverordnung und Additive Fertigung

Ein Thema bewegt in diesen Wochen die gesamte Medizintechnikbranche – die neue EU-Medizinprodukteverordnung. Sie trat bereits am 25. Mai 2017 in Kraft. Ihre Übergangsfrist endet in diesem Jahr am 26. Mai. Ab diesem Datum sind die Produzenten verpflichtet, nach den aktuellen Regeln und Vorschriften zu arbeiten. „Das betrifft natürlich auch die Hersteller additiv gefertigter Produkte. Zum Umgang mit diesen meist für einen bestimmten Patienten produzierten Sonderanfertigungen gibt es vor dem Hintergrund der neuen Verordnung noch viele Fragen“, erklärt Ralf Schumacher, Head of Digital Surgical Solutions der schweizerischen Medartis AG. Er verantwortet die inhaltliche Ausrichtung des Forums Medizin-, Zahn- und Orthopädietechnik, das eigentlich zur Rapid Tech 3D im Mai stattfinden sollte.

Dabei sollte es eigentlich Vorträge zu den Auswirkungen der neuen EU-Medizinprodukteverordnung auf additiv gefertigte Produkte sowie zu den aktuellen Entwicklungen bei Technologie, Material und Methoden für die Additive Fertigung in der Medizin geben.

3D-Drucker mit Reinraumintegration für den OP-Saal

Mit der Entwicklung des laut eigenen Angaben weltweit ersten 3D-Druckers mit integriertem Reinraum bringt Kumovis die additive Fertigung direkt in den OP-Saal. Martin Herzmann, Business Development Manager des Münchner Start-Ups, plante, das neue System für die Verarbeitung von Hochleistungs- und bioresorbierbaren Kunststoffen erstmals auf dem Forum, das nun abgesagt wurde, vorstellen.

Außerdem wollten Wissenschaftler darstellen, wie mittles 3D-Druck kostbare Zeit in der Medizintechnik gewonnen werden kann. Die händische und zeitaufwendige Arbeit mit Gipsabdrücken ist hier immer noch gängige Praxis, doch 3D-Scan, Modellierung von Prothesen, Schalen und weiterer medizinischer Komponenten sowie deren Druck auf einem Hochgeschwindigkeits-3D-Drucker können die Herstellzeit bspw. von mehreren Tagen auf weniger als 20 h deutlich verkürzen.

Die Rapid Tech 3D sowie alle parallel stattfindenden Fachforen wurden aufgrund der Corona-Krise für 2020 abgesagt. Neuer Termin ist vom 4. bis 6. Mai 2021 in Erfurt.

kus

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