Sabic: Geschäftsbereich Specialties jetzt eigenständig

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Sabic gründet seinen Geschäftsbereich Specialties als eigenständiges Unternehmen aus. Gerüchten über Verkaufsabsichten widerspricht Sabic.

Sabic hat seinen Geschäftsbereich Specialties als separates, eigenständiges Unternehmen ausgegliedert. Der Bereich hat seine eigenständige Tätigkeit am 1. November 2020 aufgenommen. Er bleibt im Besitz von Sabic, Gerüchten über Verkaufsabsichten widerspricht Sabic: „Der Geschäftsbereich Specialties bleibt auch als eigenständiges Unternehmen unter dem Dach von Sabic.“

Eigenständige Finanz-, Handels- und Geschäftsstruktur

Specialties ist nun ein eigenständiges Unternehmen mit eigener Finanz-, Handels- und Geschäftsstruktur. Presseberichten zufolge soll es in diesem Zuge auch der Vertrieb der Hochleistungspolymere umgestellt werden. So müssten nicht-strategische Kunden künftig bei Distributeuren bestellen, weil Specialties einen Großteil des Direktvertriebs einstellen würde. Ein Sprecher von Sabic wollte dies nicht weiter kommentieren. Sabic betont jedoch, eng mit Kunden, Vertriebspartnern und Zulieferern zusammen zu arbeiten, um die Geschäftskontinuität für alle Beteiligten während der weiteren Übergangsphase sicherzustellen.

Kunststoffe im Geschäftsbereich Specialties

Das Portfolio der ausgegliederten Specialities umfasst vor allem erklärungsbedürftige Hochleistungspolymere. Von der Ausgliederung betroffen sind PPE (Marke Noryl), PEI (Ultem) EI, Polyimide (Extem), PEI-Si (Siltem) sowie als größte Gruppe die LNP-Compounds. Letztere reichen von den PBT-Blends der Marke Elcrin bis zu den PP-LGF-Typen der Marke Verton.

Polycarbonat (Lexan) verbleibt zunächst bei Sabic und wird nicht Specialities zugeschlagen. Mit seiner umgesetzten Menge steht dieser technische Kunststoff denn auch den Standard-Thermoplasten am nächsten.

„Die Etablierung des eigenständigen Unternehmens bietet Kunden, die auf das äußerst differenzierte Portfolio an Ultem und Noryl-Kunststoffen sowie LNP-Compounds und Copolymeren vertrauen, einen hohen Nutzen“, heißt es in einer Pressemitteilung von Sabic.

Specialties bleibt unter dem Dach von Sabic

Ernesto Occhiello, Executive Vice President Specialties, sagte: „Wir freuen uns, dass der Aufbau des Geschäftsbereichs Specialties als eigenständiges Unternehmen unter dem Dach von Sabic voranschreitet. Die Aufgabe, die wir als Unternehmen haben, ist es, unsere Marktposition weiter zu stärken und unseren Kunden einen Mehrwert zu bieten. Daher werden wir auch weiterhin eng mit ihnen zusammenarbeiten und weiterhin ein einzigartiges Portfolio an High-Performance-Polymeren anbieten.“

Kundengeschäft nicht beeinträchtigt

Bereits im Vorfeld der Ausgründung hatte der Unternehmensbereich Specialties eine globale Umstrukturierung vorgenommen, die sich an der strategischen Ausrichtung des transformierten Unternehmens orientierte. „Diese Umstrukturierungen haben das Kundengeschäft nicht beeinträchtigt. Gleichzeitig gelang es, qualifiziertes Personal bei Sabic zu halten und Entlassungen weitgehend zu vermeiden“, heißt es.

Zu dem nun eigenständigen Bereich Specialities gehörten zahlreichen Produktionslinien, in Europa sind dies die Standorte Bergen op Zoom (Niederlande) und Cartagena (Spanien). Specialities hat angekündigt, auch die Produktion umzubauen. So wird die Produktion von PEI (Ultem) und Polyimid (Extem) in Cartagena eingestellt. Übrig bleibt dort die Erzeugung von PC und PC/ABS, eine Produktgruppe, die nicht im Bereich Specialities verbleibt. Dagegen weitet Specialities die PEI-Erzeugung in Singapur aus. Die Produktion von PPE (Noryl) verbleibt in Europe, die Kapazität im Werk in Bergen op Zoom wird sogar erhöht.

Sabic betont in einer Pressemitteilung, dass die Entscheidung, das Specialties-Geschäft als eigenständige Unternehmensgruppe auszugliedern, unabhängig vom Hauptaktionär Saudi Aramco getroffen wurde. Seit Mitte Juni 2020 hält Saudi Aramco 70 % der Sabic-Aktien, nachdem der Public Investment Fund (PIF) Saudi-Arabiens seine Beteiligung an Saudi Aramco verkauft hatte.

mg

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