Neuer Leiter PYCO am Fraunhofer IAP

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Professor Holger Seidlitz leitet seit dem 1. August 2019 den Forschungsbereich „Polymermaterialien und Composite PYCO" des  Fraunhofer IAP.

Hier werden an den Standorten Teltow und Wildau hochvernetzte Polymere für den Leichtbau entwickelt, die beispielsweise in der Luft- und Raumfahrt, Windkraftanlagen oder im Fahrzeugbau eingesetzt werden. Seidlitz übernimmt die Aufgabe von Professor Christian Dreyer, der den Forschungsbereich seit 2016 kommissarisch leitete, und tritt gleichzeitig die Professur „Polymerbasierter Leichtbau“ an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg an.

Leichtbauforschung in Brandenburg soll noch stärker vorangetrieben werden

Polymerbasierter Leichtbau wird bereits heute erfolgreich eingesetzt und wird in Zukunft noch erheblich an Bedeutung gewinnen. In Brandenburg sind vor allem die stark vertretene Luft- und Raumfahrttechnik sowie der Schienenfahrzeugbau die Innovationstreiber. Mit seiner neuen Aufgabe als Forschungsbereichsleiter am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP und als Professor an der BTU Cottbus-Senftenberg möchte Holger Seidlitz die Entwicklung der Leichtbauforschung in Brandenburg noch stärker vorantreiben und qualifizierten Nachwuchs ausbilden.

„Der Einsatz leichterer Werkstoffe, wie etwa Faser-Kunststoff-Verbunde, spart an Masse ein und macht Anwendungen ökonomischer. Durch die Integration weiterer Funktionen und eine optimale werkstoffgerechte Konstruktion werden darüber hinaus neue Anwendungen in vielen Bereichen erst möglich“, erklärt Professor Seidlitz. Der promovierte Maschinenbauer ist vor allem auf das Gebiet des Strukturleichtbaus mit hybriden Werkstoffen aus Metallen und Faser-Kunststoff-Verbunden (FKV) spezialisiert. Dies und seine langjährigen Erfahrungen zu hochbelastbaren Leichtbaulösungen im Automobil- und Schienenfahrzeugbau möchte er in den Forschungsbereich PYCO des Fraunhofer IAP als weitere Kompetenz einbringen.

Neuartige Rotorblätter für Windenergieanlagen mit gesteigerter Leistung

Ein Meilenstein seiner Forschungs- und Entwicklungstätigkeit ist beispielsweise der Entwurf eines komplexen Kupplungssystems für Schienenfahrzeuge in hybrider Leichtbauweise. Zudem entwickelten Seidlitz und sein Team der BTU Cottbus-Senftenberg gemeinsam mit der EAB Gebäudetechnik Luckau GmbH neuartige Rotorblätter für Windenergieanlagen mit gesteigerter Leistung. Hierfür wurden sie im April 2019 von Wirtschaftsinitiative Lausitz ausgezeichnet. Mit der Lausitzer Klärtechnik GmbH entwickelte er mit dem BTU-Team zudem das preisgekrönte Flex-Reha-Verfahren. Es ermöglicht, stark korrodierte, unterirdische Betonbauwerke zu sanieren und deren Tragfähigkeit zu sichern.

Holger Seidlitz studierte Maschinenbau an der Fachhochschule Lausitz und der Technischen Universität Chemnitz, wo er 2014 promovierte. Seit 2008 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Strukturleichtbau an der Technischen Universität Chemnitz mit verschiedenen leitenden Funktionen. Seit 2013 ist er an der BTU Cottbus-Senftenberg tätig, wo er seit 2015 die Juniorprofessur „Leichtbau mit strukturierten Werkstoffen (LsW)“ leitete.

Institutsleiter Professor Alexander Böker erklärt: „Ich freue mich bereits sehr auf die Zusammenarbeit mit Professor Holger Seidlitz, der das Portfolio des Forschungsbereiches durch seinen Ingenieurshintergrund deutlich erweitern wird. Professor Christian Dreyer möchte ich für die erfolgreiche kommissarische Leitung des Forschungsbereichs danken und freue mich, dass er auch zukünftig unser Team verstärkt.“ Dreyer leitet weiterhin die Abteilung „Harzformulierung und Charakterisierung“ sowie die Arbeitsgruppe „Thermosets im Leichtbau“ im Forschungsbereich PYCO.

jl

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