Neue Wege in der Plastifizierung

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Haitian und das IKV in Aachen wollen in einem Gemeinschaftsprojekt alternative Möglichkeiten für Plastifiziereinheiten erarbeiten.

Das Plastifizieren hat in den Augen beider Initiatoren enormes Entwicklungspotenzial. Einerseits hat die Materialaufbereitung erheblichen Einfluss auf die Teilequalität (Stichwort Homogenität), zweitens stellt sie eine der komplexesten mechanischen Komponenten dar (Stichwort Ressourceneinsparung). „Je nach Anwendung liegen ca. 50 Prozent des gesamten Energieverbrauches beim Spritzgießen im Plastifizierprozess, manchmal sind es deutlich mehr“, sagt Gao Shiquan, Leiter des Projekts und Deputy Director des R&D bei Haitian International.

Hauptziele des gemeinsamen F&E-Projekts, das auf der K 2019 vorgestellt wurde, sind, Energiekosten und Ressourcen beim Plastifizieren einzusparen, die Verarbeitbarkeit von bestehenden und neuen Kunststoffen zu verbessern sowie die Verarbeitbarkeit von Compounds zu vereinfachen beziehungsweise überhaupt erst zu ermöglichen und damit ganz neue Anwendungsgebiete für die Spritzgießtechnik zu erschließen.

Höchste Zeit, das Plastifizieren neu zu denken

Daher geht es nicht nur um Optimierung, sondern um die Entwicklung völlig neuer Konzepte. „Dies ist aus unserer Sicht zwingend notwendig, um die nun schon mehr als 60 Jahre bestehende Schneckenplastifizierung zu ergänzen oder vielleicht sogar ganz abzulösen. Das ist ein hoher Anspruch und wir werden sehen, was dabei herauskommt. Aber wir alle gemeinsam, Haitian und IKV, sind der Meinung, es ist höchste Zeit, das zu versuchen“, sagt Prof. Franz. „Wir sehen das IKV als besten möglichen Partner weltweit, um das Zukunftsthema Plastifizieren entschieden voranzubringen. Ganz besonders freut es uns, dass Herr Prof. Dr. Hopmann für dieses Projekt zu gewinnen und begeistern war.“

Die Aufgaben sind klar verteilt. Die Projektarbeit verläuft über drei Stufen: Nachdem sich das IKV-Team unter der Projektleitung von Dr. Malte Röbig, Abteilungsleiter Spritzgießen, zunächst auf die Analyse samt Schlussfolgerungen konzentriert, erfolgt im Anschluss die gemeinschaftliche Konzept- und Konstruktionsphase. In der Realisierungsphase mit Prototypen und Erprobungen ist wiederum das F&E-Team von Haitian stärker gefragt.

Prof. Dr. Christian Hopmann, Leiter des IKV: „Für uns ist das Projekt eine spannende Herausforderung, an der Verbesserung von grundlegenden Prinzipien der Spritzgießtechnik mitzuwirken. Wir freuen uns auf eine kreative Zusammenarbeit mit den Ingenieuren von Haitian und sind hoch motiviert, innovative Ansätze zu erarbeiten.“

sk

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