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Die PET-Line für das Spritzgießen von Preforms ist nun auch mit 3000 kN Schließkraft verfügbar.

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Netstal erweitert PET-Line für Preform-Produktion

Netstal erweitert seine PET-Line für das Spritzgießen von Preforms um Varianten mit 3.000 kN und für Werkzeuge mit bis zu 96 Kavitäten.

Netstal erweitert seine PET-Line für das Spritzgießen von Preforms um Varianten mit 3.000 kN und für Werkzeuge mit bis zu 96 Kavitäten.

Auf der Drinktec in München vom 12. bis 16. September präsentiert der Schweizer Spritzgießmaschinenbauer die neue PET-Line 3000 mit seitlicher Entnahme. Auf dem Messestand werden Preforms für kohlensäurehaltige Getränke (CSD) mit Gewinde für Tethered Caps produziert. Tethered Caps sind Verschlüsse, die beim und nach dem Öffnen fest an der PET-Flasche angebracht sind. Das System bietet eine Lock-to-Lock-Zeit von 1,9 s. Die neue PET-Line 3000 ist bestellbar und die ersten Modelle laufen bereits bei Kunden.

„Die neue PET-Line überzeugt die Kunden mit tieferen Herstellkosten pro Preform. Um bald weitere Kundengruppen zu erreichen, befindet sich das Modell mit 5.000 kN bereits in der Entwicklung“, sagt Renzo Davatz, CEO von Netstal und Mitglied des Executive Committee der Krauss Maffei Gruppe.

20 bis 25 % weniger Stromverbrauch

„Im Produktionsumfeld wurde die neue PET-Line mit vergleichbaren Maschinen anderer Hersteller verglichen. Bei den Tests wurden bestehende 96-fach Werkzeuge und Nachkühlstationen eingesetzt. Der Energieverbrauch konnte mit der PET-Line um 20 bis 25 % reduziert werden“, erklärt Stefan Kleinfeld, Produktmanager PET bei Netstal. „Zugleich erhöhte sich aufgrund der schnelleren Zykluszeit der Materialdurchsatz. Der Kunde produzierte pro Zeiteinheit mehr Preforms bei erheblich geringeren Stromkosten.“

Die beträchtliche Energieeinsparung ist das Resultat von vielen Innovationen, die bei Nestal entwickelt und umgesetzt wurden. Neben der neusten Generation von Antrieben und Umrichtern spielen der elektrische, spindelfreie Kniehebel und die adaptive Regelung eine wichtige Rolle. Dank der adaptiven Regler passt die Maschine die Kenngrößen an den Prozess selbständig an. „Die PET-Line lernt das Gewicht des montierten Entnahmegreifers und optimiert die Fahrbewegungen automatisch für eine beschleunigte Entnahme. Weiter führt die Maschine eine selbstständige Abschätzung des montierten Werkzeuggewichts durch und optimiert die Bewegungszeit für optimale Öffnungs- und Schließbewegungen. Da die Antriebe dabei immer gleich ausgelastet sind, wird ein hoher Wirkungsgrad erzielt und die Leistungsausbeute ist höher“, erklärt Kleinfeld.

PET-Line optimiert sich selbst

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Foto: Netstal
Die PET-Line kommt mit der Axos-Steuerung der neuesten Generation, die serienmäßig mit dem Feature Smart Operation ausgestattet ist.

Da die Maschine die Optimierungen automatisch vornimmt, ist für eine optimale Produktion nur geringes Know-how an der Spritzgießmaschine notwendig. Auf Werkzeuge und Roboter-Greifer mit RFID-Chips kann daher bewusst verzichtet werden. Gleichwohl können diese Fremdwerkzeuge ohne Leistungsverlust auf der neuen PET-Line betrieben werden. Die einfache Bedienung des gesamten Preform-Produktionssystems wird zusätzlich durch das Bedienkonzept Smart Operation der Axos-Steuerung unterstützt. Das serienmäßig enthaltene Feature ermöglicht es, sämtliche Abläufe frei zu hinterlegen und mit lediglich vier Tasten die gesamte Anlage zu bedienen. Neues Bedienpersonal ist in kürzester Zeit geschult und kann eigenständig eine oder sogar mehrere Linien bedienen. Auf Papier gedruckte Handlungsanweisungen sind nicht notwendig, da alle Arbeitsschritte auf dem Display angezeigt werden.

Cycle Guard und integrierte Preform-Qualitätskontrolle

Dazu trägt auch die optional erhältliche Sicherheitsfunktion Cycle Guard. Sie verhindert in rauen Industrieumgebungen mit instabilen Stromnetzen nicht-entformbare Preforms, sogenannte Short Shots, zuverlässig und stellt so die maximale Anlagenverfügbarkeit sicher. Cycle Guard überwacht permanent die Stromversorgung der Spritzgießmaschine und stellt notfalls ausreichend Energie zur Überbrückung von Netzausfällen im Millisekundenbereich zur Verfügung. Bei längeren Stromausfällen wird der aktuelle Zyklus kontrolliert und sicher beendet. Die Preforms werden sauber fertig gespritzt und aus dem Werkzeug entformt. Die Dosierung für den nächsten Schuss wird unterbrochen und das ganze System kontrolliert gestoppt. Sobald der Strom wieder da ist, kann die Produktion nach einem kurzen Systemcheck wieder aufgenommen werden. Cycle Guard funktioniert ohne Batterien und ist besonders wartungsarm und kostengünstig im Betrieb.

Inline-Inspektionssystem kontrolliert zum Beispiel den Anguss

Das integrierte Inspektionssystem Pecolux von IMD Vista überwacht und dokumentiert die Preform-Qualität in Echtzeit. Qualitätsabweichungen werden im kontinuierlichen Inline-Betrieb überwacht. Das System kontrolliert wichtige Merkmale des Preforms wie den Anguss und das Gewinde. Außerdem werden die Preforms auf Farbunterschiede, eingeschlossene Fremdkörper, Blasen und Kristallinität geprüft. Durch die schnelle Rückmeldung und die kompakte Integration in die Nachkühleinheit stellt diese Lösung eine besonders intelligente und wirtschaftliche Prüfroutine für die Produktion von Preforms dar. Die Anwender sind damit in der Lage, die Qualität der produzierten Chargen gegenüber ihren Kunden jederzeit zu dokumentieren.

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„Von allen Seiten wurden die gute Kompatibilität zu bestehenden Werkzeugen, der besonders niedrige Energieverbrauch sowie tiefe AA-Werten und schnellste Zykluszeiten bescheinigt. Bis zu 100 % rPET, aber auch Kombinationen mit Flakes, Farben und Additiven werden in einem großen Prozessfenster stabil und schonend verarbeitet“, betont Kleinfeld.

Nachhaltiger Preform mit Gewinde für Tethered Caps

Auf der Drinktec produziert Netstal 10,5 g leichte CSD-Preforms für 0,5 l fassende PET-Flaschen. Verarbeitet wird PET-Granulat von Neogroup, das zu 25 % aus chemisch rezykliertem PET besteht. Das Hochleistungs-Werkzeug mit 72 Kavitäten kommt vom Partner MHT Mold & Hotrunner Technology. Für die Materialaufbereitung und das Trockenluftgerät ist Eisbär Trocknungstechnik zuständig. Die Kühlung übernehmen Geräte von EF Cooling.

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Mit einem GME 30.40 Gewinde ausgestattet, erfüllt der Preform bereits die neue EU- Vorgabe für Tethered Caps, nach der ab Juli 2024 Verschlüsse nach dem Öffnen fest an der Flasche verbleiben müssen. Diese Ausführung ist für Einwegflaschen bestimmt, verfügt über Entlüftungsschlitze und reduziert den Materialeinsatz am Flaschengewinde und am Verschluss.

sk