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Technik

Mit neuem Gummi-Walzwerk sicherer und sparsamer

Trygonal investiert in ein hochmodernes Gummi-Walzwerk von Deguma – Neumaschine besticht durch neueste Sicherheitstechnik und niedrigen Energieverbrauch.

Mit der Baureihe 2.0 wurden die Deguma Neo-Walzwerke im Frühjahr vergangenen Jahres weiter optimiert. Bei dem überarbeiteten Antriebskonzept befindet sich das Getriebe nicht länger im Walzenständer, sondern ist direkt an den Walzenzapfen angeflanscht.

Der Entschluss, in ein neues Gummi-Walzwerk zu investieren, ist bei der Trygonal GmbH über Jahre gereift und wurde schließlich vor einem knappen Jahr mit dem Kauf einer Anlage aus dem Neo-Programm von Deguma umgesetzt.

Trygonal stellt in Sachsenheim-Ochsenbach Produkte aus Gummi her und erfüllt dabei individuelle Kundenwünsche. Dazu werden vorgefertigte Mischungen in einem Walzwerk homogenisiert und auf rund 70°C erwärmt. Anschließend wird das Material mittels Extruder in die gewünschten Formen gepresst.

Die deutsche Zentrale der Trygonal Gruppe im Schwabenland ist Teil einer Gruppe mit Standorten in Österreich, der Schweiz und Spanien, die vornehmlich Dichtungen und Kunststoffteile produziert. Das Unternehmen beschäftigt mehr als 200 Mitarbeiter.

Gummi-Walzwerk als Herzstück der Produktion

Im schwäbischen Werk von Trygonal ist das Walzwerk das Herzstück der Produktion. „Unser altes Walzwerk stammt aus dem Jahr 1967. Wir besitzen und betreiben es seit rund 15 Jahren. Langsam zeigt es deutliche Symptome von Altersschwäche: das Lager und der Antriebsstrang beispielsweise sind verschlissen, und die Anlage ist nicht mehr auf dem neuesten Stand der Technik und Sicherheit, beschreibt Jürgen Ohr, Geschäftsführer von Trygonal die Ausgangslage. Darum habe Trygonal immer mal wieder nach einem Ersatz Ausschau gehalten.

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Schon seit einiger Zeit interessierte sich Trygonal für eine Anlage von Deguma. Da Deguma in seinem Werk in Geisa in Thüringen jedoch seit 2018 nicht mehr nur Gebrauchtanlagen überholt und modernisiert, sondern auch neue Maschinen herstellt, haben sich nach und nach die Vorstellungen von Trygonal verändert. „Mit der Zeit ist uns die Idee, ein neues Walzwerk zu kaufen, nicht mehr aus dem Kopf gegangen“, sagt Ohr. Ein wichtiger Punkt im Entscheidungsprozess von Trygonal war die Frage, wie der sehr erfahrene Walzwerk-Bediener von Trygonal dazu stehen würde. Ohne sein fachmännisches Urteil würde keine Anlage gekauft werden. Und auch ohne eingehende Prüfung und ausgiebige Tests im Werk von Deguma war seine Zustimmung nicht zu bekommen.

Test mit schwierigem Material mit Bravour gemeistert

Vor der vereinbarten Vorführung in Geisa war der Bediener noch skeptisch: Wahrscheinlich, so seine Prognose, werde das Modell aus dem Neo-Programm, das inspiziert werden sollte, von den teilweise sehr harten Mischungen von Trygonal überfordert sein. Beim Probelauf war davon jedoch nichts zu spüren. „Auch alle anderen Checks im Live-Betrieb hat die Anlage zur unserer vollsten Zufriedenheit gemeistert“, sagt Ohr.

Die einzelnen Bauteile der Neo-Gummi-Walzwerke sind bei Wartungen oder Reparaturen leichter zugänglich, was den Wartungsaufwand auf ein Minimum reduziert.

Mit Deguma Neo hat das Unternehmen 2018 ein Programm an hochmodernen Neumaschinen auf den Markt gebracht. Mit der Baureihe 2.0 wurden die Deguma Neo-Walzwerke im Frühjahr vergangenen Jahres weiter optimiert. Bei dem überarbeiteten Antriebskonzept befindet sich das Getriebe nicht länger im Walzenständer, sondern ist direkt an den Walzenzapfen angeflanscht. Dadurch werden nicht nur Antriebsrad und teure Verschleißteile überflüssig. Die einzelnen Bauteile sind bei Wartungen oder Reparaturen auch leichter zugänglich. Infolgedessen reduziert sich der Wartungsaufwand auf ein Minimum.

Neue Maschine reduziert Durchläufe und spart Kosten

Die Neumaschine ist nun seit zehn Monaten bei Trygonal im Einsatz. Sie ist deutlich flexibler und schneller als das alte Walzwerk. Das Neo-Modell verfügt über variable Walzen-Geschwindigkeiten. Zudem lässt sich die Friktion verstellen, sodass die Mischung, die aufgewalzt wird, immer auf der Walzenseite, die dem Bediener zugewandt ist, bleiben kann.

Das neue System sorgt dafür, dass die Mischungen noch homogener werden. Die Qualität ist in Form einer Rezeptur-Verwaltung für sich wiederholende Aufträge garantiert. Die Anlage von Deguma erwärmt zudem das Material rascher, und reduziert die Zahl der nötigen Durchläufe um 50 %.

„Auf diese Weise sparen wir enorm – bei Energie und Kosten“, sagt Ohr. Da Deguma Neo-Walzwerke statt Zahnrädern mit zwei Getrieben ausgestattet sind, ist die Lärmbelastung im Betrieb vermindert. Es kann präziser als mit dem alten Walzwerk gearbeitet werden und es lassen sich dünnere Gummiplatten produzieren. Nicht zuletzt verfügt die Maschine über eine Notabschaltung und fordert automatisch alle sieben Tage einen Sicherheits-Check an. Mit den einseitig fahrbaren Materialführungsbacken kann Trygonal kleinere Chargengrößen verarbeiten, da sich der Arbeitsraum individuell einstellen bzw. verkleinern lässt.

„Vom ersten Entschluss, ein neues Walzwerk zu kaufen, bis zu seiner Inbetriebnahme hat es insgesamt zweieinhalb Jahre gedauert. Doch all die Investitionen haben sich für Trygonal gelohnt. Unser neues Walzwerk ist technologisch auf der Höhe der Zeit und entspricht den neuesten Sicherheitsnormen. Mit ihm werden nun Jahr für Jahr die 70 Tonnen Material aufgewalzt, die früher mit der alten Anlage verarbeitet wurden.“

Den nächsten Schritt in der der Zusammenarbeit mit Deguma hat Trygonal schon geplant: die Modernisierung des „Oldtimers“.

Wie Deguma zur DKT 2022 seine Walzwerke wartungsfreundlicher und nachhaltiger gemacht hat, lesen Sie in diesem Beitrag der K-ZEITUNG. gk

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