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Kunststoffindustrie hat noch enormes Potenzial

Exklusiv: Prof. Dr. -Ing. Martin Bastian, Institutsdirektor des SKZ, fasst die aktuelle Lage der Kunststoffindustrie zusammen und sieht enormes Potenzial.

Prof. Dr. -Ing. Martin Bastian, Institutsdirektor des SKZ: „Insgesamt besteht in der Kunststoffindustrie ein enormes Potenzial für nachhaltige Veränderungen und eine positive Entwicklung.“

Die Kunststoffindustrie ist eine tragende Säule der deutschen Wirtschaft mit großem Potenzial. Mit einem Jahresumsatz von etwa 80 Mrd. EUR und über 300.000 Beschäftigten in Deutschland spielt diese mittelständisch geprägte Branche eine entscheidende Rolle in verschiedenen Sektoren wie Mobilität, Infrastruktur, Medizin und Konsumgüter.

Um den vielfältigen Herausforderungen der Zeit und gesellschaftspolitischen Zielen gerecht zu werden, benötigen diese Unternehmen Unterstützung bei notwendigen Transformationen. Aktuelle Brennpunkte sind der nachhaltige Systemwandel hin zur Digitalisierung der Branche, die umweltneutrale Kunststoffnutzung und der Bedarf an Fachkräften und kontinuierlicher Weiterbildung. Eine kooperative Lösung dieser Herausforderungen ist unerlässlich.

Kooperationen zwischen produzierenden Unternehmen und Institutionen wie dem SKZ sowie Clusterorganisationen sind äußerst wirksame Partnerschaften. Zur Förderung von Innovationen und Wettbewerbsfähigkeit ermöglichen diese Netzwerke einen intensiven Austausch und bieten Raum für gemeinsame Projekte und Veranstaltungen. Beispielsweise für nachhaltige Technologien, Prozesse und Materialien wie Sortier- und Recyclingtechnologien oder Kunststoffe aus erneuerbaren Rohstoffen ist ein gemeinsames Engagement unerlässlich.

Herausforderungen für die Digitalisierung

Die Digitalisierung der Kunststoffindustrie steht vor Herausforderungen wie unzureichender digitaler Infrastruktur sowie mangelnde Datenverfügbarkeit. Gerade intelligente digitale Systeme bieten eine interessante Möglichkeit, um Energie einzusparen und über Grenzen hinweg zu arbeiten. Allerdings müssen die Umsetzungsbemühungen für digitale Produktpässe und die Schaffung einer gemeinsamen digitalen Infrastruktur deutlich verstärkt werden.

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Der umweltneutrale Einsatz von Kunststoffen erfordert eine konsequente Umstellung auf geschlossene Kreisläufe und die Entwicklung nachhaltiger Technologien und Prozesse. Dazu gehören die Forschung und Entwicklung zu Sortier- und Recyclingtechnologien sowie der Einsatz von Biokunststoffen, soweit sinnvoll. Außerdem sollte ein Schwerpunkt auf der verbesserten Infrastruktur für Sammlung und Wiederaufbereitung gesetzt werden, um hochwertige Rezyklate in ausreichender Menge bereitzustellen und die Wettbewerbsfähigkeit von Recyclingmaterialien zu stärken.

Verstärkte Forschung und Entwicklung erforderlich

Für die Realisierung solcher Ziele ist eine verstärkte Forschung und Entwicklung erforderlich, insbesondere in der anwendungsorientierten Forschung, um auch den Wissenstransfer und den praktischen Nutzen zu erhöhen. Die finanzielle Unterstützung durch die öffentliche Hand, die Vereinfachung von Fördermöglichkeiten sowie die verstärkte Kooperation zwischen Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Behörden sind dabei von entscheidender Bedeutung.

Auch die Sicherung von Fachkräften durch praxisnahe Aus- und Weiterbildung ist unerlässlich. Gezielte Förderungen und Bildungsangebote sind notwendig, um die Qualifikation der Beschäftigten zu erhöhen und die Industrie fit für notwendige Innovationen und Veränderungen zu machen. Zudem ist eine verstärkte Aufklärung von Gesellschaft und Politik über die Chancen und Herausforderungen der Kunststoffbranche notwendig, um ein nachhaltiges Bewusstsein zu schaffen.

Enormes Potenzial für nachhaltige Veränderungen

Insgesamt besteht in der Kunststoffindustrie ein enormes Potenzial für nachhaltige Veränderungen und eine positive Entwicklung. Deutschland hat die Chance, eine Vorreiterrolle in der Entwicklung neuer Technologien und nachhaltiger Geschäftsmodelle in diesem Bereich einzunehmen und so auch zur Stabilität der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung beizutragen. Dabei ist es wichtig, sich nicht nur auf nationale Maßnahmen zu fokussieren, sondern auch internationale Kooperationen und Entwicklungsprojekte zu fördern, um weltweit positive Effekte zu erzielen.

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