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Die größte Investition der Unternehmensgeschichte

Die neue Halle wurde in blaues Licht getaucht. Der B ezug zu den Ozeanen wurde direkt augenfällig. Foto: K-ZEITUNG/Lubos

Werner und Mertz hat in Mainz ein 30 Mio. EUR teures neues Produktionsgesbäude mit prominenter Beteiligung eröffnet.

Gemäß der ganzheitlich-nachhaltigen Firmenphilosophie zeichnet sich der Neubau durch ein anspruchsvolles Nachhaltigkeitskonzept aus. Zur offiziellen Einweihung am 23. Mai 2019 sprachen der Grünen-Bundesvorsitzende Robert Habeck, die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer und der Mainzer Oberbürgermeister Michael Ebling.

„Sie vereinen in besonderer Weise soziale Verantwortung, Ökonomie und Ökologie“, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer bei der Eröffnung des neuen Produktionszentrums. Für die Landesregierung sei klar: Modern ist, wer die Umwelt und das Klima schützt. Werner & Mertz setze mit dem neuen Produktionszentrum sowie dem Energiekonzept des Neubaus einen weiteren Meilenstein in Sachen Nachhaltigkeit. „Es ist zudem ein Vertrauensbeweis in den Standort Mainz und eine beispielhafte Investition in die Zukunft der Menschen und der Wirtschaft in Rheinland-Pfalz“, so die Ministerpräsidentin.

„Die Stadt Mainz weiß das traditionsreiche Unternehmen Werner & Mertz sehr zu schätzen, das seine Verbundenheit im Einklang mit einer modernen Entwicklungsstrategie auch als zukünftige Verpflichtung hier am Standort versteht und hier mit dem neuen Produktionsgebäude im großen Stil investiert“, sagte Oberbürgermeister Michael Ebling, „Unternehmen wie Werner & Mertz, die Kreativität, Innovation und eine konsequent vorangetriebene Nachhaltigkeitsausrichtung mit Investitionen am Standort verbinden, sind ein wahrer Schatz für jede Stadt, denn sie leisten einen wichtigen Beitrag für die wirtschaftliche Stabilität und Entwicklung. Und am wichtigsten für unsere Region: Werner & Mertz wird, verbunden mit dem neuen Produktionsgebäude, auf Dauer bis zu 100 neue Arbeitsplätze schaffen – ein klares Bekenntnis zum Standort Mainz!“

Der Grünen-Vorsitzende Robert Habeck lobte das Engagement von Werner und Mertz in seinem Eröffnungsvortrag. Foto: K-ZEITUNG/Lubos

„Herzlichen Glückwunsch zu dem beeindruckenden Gebäude und der Beharrlichkeit und der Geschwindigkeit mit der dieses erbaut wurde“, sagte der Grünen-Vorsitzende Robert Habeck in seinem Eröffnungsvortrag, „Kreislaufwirtschaft in der Industrie ist diesem neuen Gebäude von Werner & Mertz Wirklichkeit und es ist toll, zu sehen, dass sie funktionieren kann und in welchen Dimensionen sie funktionieren kann.“ Er verdeutlichte nochmals die Dimensionen der Plastikflut und sprach sich für den Einsatz von Recyclaten und recyclingfähig gestaltete Produkte aus – einen Weg, den Werner & Mertz bereits gegangen sei.

Produktion kann verdoppelt werden

Nachhaltige Reinigungsmittel des Mainzer Unternehmens sind gefragter denn je: Der Umsatz der Marke Frosch stieg von 2016 bis 2018 um 21 Prozent, der Marktanteil um 14 %. Der Gesamtumsatz der Werner & Mertz Gruppe betrug im vergangenen Jahr 399 Mio. EUR. Mit der Investition in das neue Produktionszentrum wird Werner & Mertz dieser steigenden Nachfrage gerecht. Eine erste neue Produktionslinie im Wert von 4,5 Mio. EUR ist bereits in Betrieb – in der Endausbaustufe kann die Frosch-Produktion verdoppelt werden. Verpackungshersteller Alpla, der seit Jahren auf dem Werksgelände von Werner & Mertz die transparenten Frosch-Flaschen aus 100 % Rezyklat produziert, zieht ebenfalls in das neue Gebäude, was zukünftig nicht nur eine on-site-, sondern sogar eine Inhouse-Fertigung ermöglicht. „Mit dem Bau des neuen Produktionszentrums schaffen wir die größte Rezyklat-Flaschen-Fertigung der Welt“, erklärt Werner & Mertz-Inhaber Reinhard Schneider. Bereits 266 Millionen PET-Flaschen aus 100 Prozent Altplastik aus haushaltsnahen Sammlungen sind in Mainz hergestellt und abgefüllt worden (Stand Mai 2019). Günther Lehner, Inhaber der Alpla Werke Alwin Lehner GmbH & Co KG, erklärt: „Wir freuen uns sehr über die langjährige und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Werner & Mertz. Für eine hochmoderne und effiziente Verpackungsherstellung im neuen Produktionszentrum haben wir 13 Millionen Euro investiert.“

Der Inhaber von Alpla, Günther Lehner (l.) und Reinhard Schneider, Inhaber von Werner und Mertz starten die Produktion mit einem Knopfdruck. Foto: K-ZEITUNG/Lubos

Nachhaltige und energieeffiziente Bauweise

Beim Neubau wurde sehr viel Wert auf Nachhaltigkeit gelegt. So hat das Generalunternehmen Karl Gemünden GmbH & Co.KG die rechtlich größtmögliche Menge an Recycling-Beton eingesetzt. Die 4.000 m² große Fläche des Dachs ist zu zwei Dritteln mit 455 Photovoltaik-Modulen bedeckt, womit beispielsweise die Stromversorgung der Kältemaschinen abgedeckt wird. Für die Beheizung des Gebäudes wird unter anderem auf Wärmerückgewinnung und Fernwärme gesetzt. Das ganze Gebäude ist mit LED ausgestattet, in den Fluren, Toiletten und Umkleidekabinen wird die Beleuchtung mit Präsenzmeldern gesteuert.

Der für den Bau verantwortliche Architekt Holger Ries erklärt: „Eine kontinuierliche und langfristige Werkstrukturplanung ist das Fundament nachhaltiger Planung. Werner & Mertz verfolgt dieses Ziel seit über 30 Jahren. Mit dem Neubau L8 dokumentiert das Unternehmen seine Haltung zum ressourcenschonenden und umweltbewusstem Umgang mit Grundstücksreserven.“ Die genannten Maßnahmen machen das neue Produktionsgebäude von Werner & Mertz förderfähig für das KfW-Effizienzhausprogramm 55 – für Bauvorhaben mit einem möglichst geringen Primärenergiebedarf. Der Bau wird mit 20 Mio. EUR gefördert, davon sind 850.000 Euro Zuschuss. „Werner & Mertz hat mit dem Gebäude L8 einen Energieeffizienz-Maßstab bei Lager- und Produktionshallen gesetzt, der bisher kaum unterschritten wurde“, so Jens Fröhlich, Leiter Fördermittel der IKB Deutsche Industriebank AG.

Angenehme Arbeitsatmosphäre für Mitarbeiter

Auch die sozialen Faktoren der Nachhaltigkeit können sich bei dem Produktionsneubau sehen lassen: So ist die Büroeinrichtung identisch mit den Büros in der LEED Platinum zertifizierten Hauptverwaltung, inklusive nachhaltiger Büroausstattung und der kostenfreien Nutzung der Kaffeeautomaten und Wasserspender. Eine kontinuierlich gute und frische Raumluftqualität wird durch hohe Volumenströme gewährleistet. Insgesamt 26 neue Parkplätze für E-Autos mit Stromladestationen stehen für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter direkt am Bau zur Verfügung. Für einen grünen Ausblick und einen wichtigen Beitrag zur Biodiversität sorgen ein innenliegender Dachgarten, Bodendecker auf dem Dach des Baus sowie die Begrünung der Nordwand.
„Unser Produktionszentrum besticht durch das anspruchsvolle Energiekonzept mit hervorragenden Isolationswerten sowie einer hocheffizienten Energierückgewinnung. Dazu kommt eine angenehme Arbeitsatmosphäre für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, fasst Schneider zusammen.

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