Automobiler Leichtbau forciert den Einsatz von Composites

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Der Trend zum Leichtbau hält weiter an. Die Automobil-Branche gilt dabei als Innovations- und Anwendungstreiber von Faserverbundkunststoffen. Die diesjährige Composites Europe veranstaltet hierzu einen eigenen "Focus Day Automotive" am 21. September 2017.

Keine andere Branche hat in der Öffentlichkeit für so viel Aufmerksamkeit für GFK und CFK gesorgt wie die Automobilindustrie. Neben der Luft- und Raumfahrtindustrie zählt diese zu den Innovations- und Wachstumstreibern von Verbundwerkstoffen. Grund für den hohen Stellenwert der Verbundwerkstoffe in der Automotive-Branche ist der weiter anhaltende Trend zum Leichtbau. Wie Verbundwerke die Automobilhersteller und ihre Zulieferer dabei unterstützen, zeigt die Composites Europe vom 19. bis 21. September in Stuttgart. Die Programmhighlights sind dabei unteranderem der "Focus Day Automotive" und das "Lightweight Technologies Forum".

Marktstudie "Leichtbau als Innovationsfaktor"

Geht es um Composites in der Automobilindustrie, ist der Leichtbau das Thema Nummer eins, so Branchenexperte Rainer Kurek, Geschäftsführer bei Automotive Management Consulting, AMC, aus Penzberg bei München. Heute erfasse der Automobilleichtbau alle Aspekte – vom Konzept, den Funktionen und Verbindungstechniken bis hin zu den Werkstoffen. AMC hat sich auf die Strategien, Prozesse und Strukturen der Automobilindustrie spezialisiert und stellt am 21. September gemeinsam mit Reed Exhibitions, dem Veranstalter der Composites Europe, die Studie "Leichtbau als Innovationsfaktor" vor, die die ganzheitliche Sicht der Dinge im Detail angeht.

"Früher hat der Leichtbauentwickler eher vom Werkstoff aus gedacht", erklärt Kurek. "Heute gehen die Konstrukteure das Thema Leichtbau integrativ an – mit anderen Verbindungs- und Produktionstechniken sowie neuen Werkstoffen. Die typische Aufgabenstellung der OEMs an uns lautet heute fast immer integrativer Leichtbau."

Nachfrage nach Verbundwerkstoffen weiter hoch

Innovationen und der aktuelle Entwicklungsstand von Verbundwerkstoffen für den Automobilmarkt sind auch ein Schwerpunkt in den Messehallen der Composites Europe 2017, denn etwa ein Drittel der in Europa produzierten GFK-Materialien fließt in den Transportbereich. Die Zukunftsaussichten sind positiv, wie aus der aktuellen Markterhebung von Composites Germany hervorgeht.

Ganze 46 % der befragten Unternehmen erwarten ein Wachstum in diesem Segment. Nur 15 % gehen von einem Rückgang aus. Nicht nur bei thermoplastischen Verbundwerkstoffen, sondern auch bei duroplastischen Werkstoffen wie SMC gehört die Automobilindustrie zu den größten Abnehmern. Aussteller wie Saint Gobain Performance Plastics, Capricorn Composite, Lange+Ritter, SGL, Arkema, Cevotec und Ems gehen vor Ort auf die Anforderungen der Automobilbranche an Verbundwerkstoffe ein.

Eigener "Focus Day" für die Fahrzeugindustrie

Darüber hinaus richtet sich der komplette dritte Messetag am 21. September als Focus Day Automotive speziell an Besucher, deren Hauptinteresse auf Composites für die Fahrzeugindustrie liegt. So bietet ab 11 Uhr beispielsweise eine einstündige kostenlose Guided Tour einen Rundumblick. Besucht werden führende Unternehmen der Branche wie Evonik, Huntsman, das Institut für Flugzeugbau der Universität Stuttgart, PHP Fibers, Toho Tenax Europe und Vosschemie. Gelegenheit zum Netzwerken bietet der anschließende Automotive Business Lunch um 12 Uhr auf dem Stand des Sponsors Hexion. Im Composites Forum werden zudem Grundlagen, Trends und Innovationen rund um das Thema Automotive in Fachvorträgen thematisiert. Der Zutritt ist für Messebesucher kostenfrei.

Rainer Kurek, CEO Automotive Management Consulting, präsentiert am 21. September die Marktstudie "Leichtbau als Innovationsfaktor". Foto: AMC

Der Hybride Leichtbau als Schnittstellentechnologie

Der hybride Leichtbau, der metallische Werkstoffe mit Composites verbindet, ist ein weiterer Trend im Automobilbau. Nach Einschätzung von Kurek gelte es, die Stärken der jeweiligen Materialien intelligent zu nutzen. "Wir müssen uns sehr genau überlegen, wie sich die unterschiedlichen Werkstoffe stärkenkonform einsetzen lassen. So nehmen Composites beispielsweise Zugkräfte sehr gut auf, während bei Druckkräften eher metallische Werkstoffe gefragt sind."

Exakt diese Fragestellung sieht Kurek als die wichtigste Aufgabenstellung der Composites Europe an: "Es geht auch bei Composites heute längst nicht mehr um 'entweder – oder', sondern um 'sowohl – als auch'. Metallische Werkstoffe haben genauso ihre Berechtigung wie Composites." Fragestellungen zum Leichtbau mit anderen Werkstoffen wie Aluminium oder Stahl beantwortet daher auf der Composites Europe das Lightweight Technologies Forum. Das kombinierte Ausstellungs- und Vortragsforum dient mit Ausstellern wie Kunststoffwerk Buchs, Linn High Therm, Schütze, Ocsial, Hexcel und Ar Engineers als materialübergreifende Schnittstelle zu Metall- und Faserverbundtechnologien in Strukturbauteilen.

db/mg

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