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ALS-Anwendertreffen: Tipps zum Leitrechnersystem

Rund 60 ALS-Kunden nutzten die Gelegenheit, sich beim ALS-Anwendertreffen in Loßburg über neue Features und Entwicklungen zum Leitrechnersystem zu informieren. Foto: Arburg

Rund 60 Teilnehmer informierten sich Mitte November beim Anwendertreffen bei Arburg über die die neuesten Entwicklungen des Leitrechnersystems ALS.

„Beim Anwendertreffen haben unsere Kunden Gelegenheit sich intensiv auszutauschen – und wir bekommen wertvolle Anregungen, anhand derer wir das Leitrechnersystem ALS ganz gezielt und bedarfsgerecht weiterentwickeln können“, sagte Axel Kinting, ALS-Experte und Abteilungsleiter des neuen Bereichs Digital Industrial Solutions bei Arburg. „Das Interesse hat unsere Erwartungen bei weitem übertroffen und spiegelt den enormen Innovationsschub wider, den unsere Branche erlebt.“

Leistungssteigerung und aktuelle ALS-Version

Peter Kowalewski, Gruppenleiter Digital Industrial Solutions Support, präsentierte zunächst zahlreiche ALS-Neuerungen bis zur aktuellen Version. Dazu zählt die Umstellung der Server-Module auf 64 Bit, was praktisch unbegrenzte Speicherkapazität bedeutet. Wichtig ist neben vielen Detailverbesserungen auch, dass personenbezogene Daten und „digitale Fingerabdrücke“ von ehemaligen Mitarbeitern in Konformität mit der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) anonymisiert werden können.

Einstieg in die papierlose Fertigung und Smart Factory

Welche Vorteile die papierlose Fertigung bringt, zeigte ALS-Experte Patrick Wahl live an einem Becher-produzierenden Allrounder 370 A. Dazu gab er per Tablet Einblicke in das Maschinen-Terminal mit den mobilen ALS-Modulen. Darüber lassen sich zum Beispiel Prozessstatus und Produktionsfortschritt einsehen sowie aktuelle Kennzahlen zu Overall Equipment Effectiveness (OEE) und Qualität visualisieren. Weitere Ressourcen können einfach hinzugefügt, Aufträge ohne Tippen direkt auf die Maschine geladen, Wartungen papierlos ausgeführt und versteckte Kapazitäten aufgedeckt werden. Das spare viel Zeit, schaffe Transparenz und senke, hochgerechnet auf die teilnehmenden Unternehmen des Anwendertreffens, den Papierverbrauch um mehrere Tausend Kilogramm im Jahr.

ALS-Teamkollege Markus Widmaier gab Tipps und Tricks rund um die Themen Smart Factory und transparente Produktion. Dazu zählte die Einbindung von Nicht-Spritzgieß­maschinen über das Kommunikationsprotokoll OPC UA und neue Maschinen-Widgets für das ALS-Infoterminal, das jetzt zudem als Lizenzmodell auf Coin-Basis verfügbar ist.

Anwender Röchling Medical berichtet aus der Praxis mit dem Leitrechnersystem

Ein Kunde, der viele der genannten Punkte bereits in der Praxis anwendet, ist Röchling Medical aus Waldachtal. Daniel Tobien, Head of Production, erläuterte in seinem Vortrag, wie das Medizintechnik-Unternehmen die Produktivität und Patientensicherheit gesteigert hat. Seit dem Jahr 2018 wurden neben rund 65 Spritzgieß­maschinen, davon 43 im Reinraum, sowie insgesamt 14 Montageautomaten und -linien und 1.400 aktive Werkzeuge an ALS angebunden. „Dadurch haben wir die Teilequalität gesteigert, die Abläufe verbessert und können unsere Prozesse optimal dokumentieren und analysieren“, betonte Tobien. „Der OEE ist nun die Kennzahl, die uns zeigt, wie gut oder schlecht die Fertigung läuft. Nach Einführung von ALS haben wir den OEE bereits von 40 auf 67 Prozent gesteigert und wollen uns noch weiter verbessern.“ Vor allem im Reinraum sei die papierlose Fertigung klar von Vorteil. Zudem plane Röchling Medical, künftig auch alle Peripheriegeräte in ALS zu integrieren und für die Spritzgießmaschinen zusätzlich die Energiekosten zu visualisieren.

Anwendertreffen gab Ausblick auf neue Entwicklungen

Die Arburg Experten Frank Hammann, Timo Weisser, Markus Friese und Christoph Klein gaben abschließend einen Ausblick auf die Integration von ALS in das Kundenportal Arburgxworld und neue Software-Entwicklungen. So sei im ersten Quartal 2022 die ALS-Version 7.5 mit neuen Features verfügbar. Gearbeitet werde zum Beispiel an der neuen Schnittstellen-Technologie Rest API, über die künftig auch andere Systeme unter Verwendung eines standardisierten Protokolls mit ALS kommunizieren können. Vorgestellt wurden weiterhin das neue Modul ALS Track & Trace zur Rückverfolgung von Teilen im Produktionsprozess und die Erweiterung des Maschinen-Terminals um neue Funktionalitäten.

sk