Wie lassen sich mehrere Maschinen mit unterschiedlichem Material versorgen?

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Folge 28 - Mo erklärt die Konzepte verschiedener Mehrstellenförderanlagen.

Sind in einer Kunststoffverarbeitung mehrere Maschinen mit unterschiedlichen Kunst- stoffen zu versorgen, ist in der Regel die Installation einer Mehrstellenförderanlage sinnvoll. Ganz allgemein besteht eine Mehrstellenförderanlage aus der Materialquelle (Lagerbehälter, Trockner oder Aufgabe), den Förderleitungen, den Vakuumleitungen, den Fördergeräten, einem zentralen Gebläse sowie einer Steuerung. Die Fördergeräte melden der Steuerung den Materialbedarf, die daraufhin die Materialförderung startet.

Konzeptionell wird bei Mehrstellenförderan- lagen zwischen materialbezogenen und ma- schinenbezogenen Systemen unterschieden. Daneben gibt es auch Kombinationen aus beiden Konzepten.

Bei materialbezogenen Systemen sind die Rohrleitungen fest einem Material oder entsprechenden Vorratsbehältern zugeordnet. Die Fördergeräte werden dann fest oder mit Kupplungen an diese Leitungen angeschlossen. Von Vorteil ist besonders die klare Trennung der Rohstoffwege, weshalb keine Kontaminationsgefahr besteht. Auch las- sen sich weitere Maschinen vergleichsweise einfach anbinden. Nachteilig ist die ein- geschränkte Zugänglichkeit; für Materialwechsel ist der Schlauch zwischen Maschine und Rohrleitung umzustecken. Falls ein weiteres Material hinzu kommt, muss eine neue Leitung durch die gesamte Produktion verlegt werden. Materialbezogene Sys- teme eignen sich vorwiegend für Produktionen, bei denen mehrere Maschinen mit wenigen unterschiedlichen Materialien zu versorgen sind und Materialwechsel selten an den Maschinen erfolgen.

Bei maschinenbezogenen Fördersystemen ist jeder Verarbeitungsmaschine eine Förderleitung zugeordnet. Sie kommen insbesondere für Produktionen mit vielen Materialien, häufigen Materialwechseln und vielen Maschinen infrage. Die Anbindung der Rohrleitungen an die verschiedenen Materialquellen erfolgt über Kupplungssta- tionen (Kupplungsbahnhof, Rohrweichen).

Dort wird die Verbindung zur benötigten Materialquelle manuell oder vollautomatisch hergestellt. Um Verwechslungen beim Umstecken zu vermeiden sind die Kupplungen vielfach mit Codiereinrichtungen ausgestattet bzw. über die Software mit einer Quelle-Ziel-Zuordnung abgesichert. Alternativ dazu können in die Materialleitungen von der Steuerung überwachte Absperrventile eingebaut sein. Neben der flexiblen Material- verteilung sprechen für dieses Prinzip der geringere Verrohrungsaufwand sowie die zentrale Anordnung der Kupplungsstation. In Verbindung mit einer Trockenluftförderung und einer Leersaugung (der Förderleitung) eignen sich maschinenbezogene Systeme besonders für getrocknete Materialien.

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