Ocean Cleanup läuft noch nicht wie geplant

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Boyan Slat will die Ozeane mit einer schwimmenden Vorrichtung von Kunststoffabfällen befreien, das erweist sich als schwieriger als gedacht.

Im November postete Slat auf seinem Blog, dass das System sich im Praxistest in den meisten Punkten so verhalte, wie die Simulationen und Berechnungen es vorhergesehen haben. Allerdings gelinge es noch nicht, den Kunststoff innerhalb der Absperrung zu halten. Das System sammelt also keine Abfälle aus den Ozeanen.

Obwohl die Technologie auf einfachen Prinzipien basiere, sei die Dynamik komplex. Es könne verschiedene Gründe geben, warum der Kunststoff nicht im System verbleibt. Wörtlich heißt es: „Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass sich das System manchmal zu langsam zu bewegen scheint (um den Kunststoff aufzufangen, brauchen wir einen Geschwindigkeitsunterschied, bei dem das System schneller ist als der Kunststoff) oder gelegentlich scheint der Geschwindigkeitsunterschied umgekehrt zu sein - der Kunststoff ist dann schneller als das System. Zumindest muss sich das System kontinuierlich schneller als der Kunststoff bewegen.

Warum klappt es nicht?

Ein Erklärumgsansatz sei, dass die Kraft des Windes das System möglicherweise an den beiden äußersten Enden des Schwimmerrohrs zum Schwingen bringe, was zu einer Bewegungskraft gegen die Windrichtung führen könne. Diese Bewegung wirke der Kraft des Windes entgegen und verlangsamt somit das System. Es sei auch möglich, dass die Vibrationen in den Enden der U-Form einen welligen Bereich verursachen, der den Kunststoff abweist, wenn er sich der Mündung des Systems nähert.

In den Tests und Simulationen seien diese Effekte nicht beobachtet worden. Slat plant bereits die ersten Modifikationen. So will er den Geschwindigkeitsunterschied angehen, indem die Öffnung um 60 bis 70 Meter verbreitert wird. Dies sollte theoretisch zwei Auswirkungen auf die Geschwindigkeit des Systems haben. Erstens werde die Oberfläche des Systems vergrößert, die dem Wind und den Wellen ausgesetzt ist, die die treibenden Kräfte des Systems sind. Zweitens nehmen die Projektverantwortlichen an, dass durch die Erweiterung der Spannweite auch die durch die Wellenenden verursachte Antriebskraft reduziert werden könnte, da sie nicht mehr direkt in die Bewegungsrichtung des Systems gerichtet wäre. Die Veränderungen sollen möglichst rasch umgesetzt werden.

pl

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