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Innovationspreis für Fraunhofer

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Markus Windisch, Andre Schult und Prof. Dr.-Ing. Jens-Peter Majschak (v. l.) aus dem Fraunhofer IVV, Dresden, ausgezeichnet mit dem futureSAX-Publikums- und Transferpreis. Foto: Fraunhofer IVV

Ein Assistenzsystem für Maschinenbediener und ein Heizsystem für das Thermoformen von Kunststoffolien des Fraunhofer IVV erhielten den Future Sax Innovationspreis.

Dem Fraunhofer-Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung IVV wurde am 19. Juni 2019 der Future Sax Innovationspreis verliehen. Überzeugen konnten dabei das „Cera2heat“ getaufte Heizsystem sowie ein selbstlernende Assistenzsysteme für Maschinenbediener, kurz SAM.

Future Sax ist eine Innovationsplattform des Freistaates Sachsen. Im Rahmen der jährlich stattfindenden Future-Sax-Innovationskonferenz werden die Sächsischen Gründer-, Transfer- und Innovationspreise verliehen.

Heizpartikel einzeln steuerbar

Einen der Innovationspreise konnte „Cera2heat“ ergattern. Es ist ein modulare Heiztechnologie für das Thermoformen von Kunststoffolien. Durch seine matrixartige Anordnung der einzeln steuerbaren Heizpartikel kann die Temperatur sehr präzise geregelt werden. Kunststofffolien können so beim Thermoformen partiell oder auch definiert inhomogen vorgewärmt werden. Aufgrund einer geringeren Ausgangsmaterialdicke können so bis zu 30 % an Packstoff und Energie eingespart werden - ohne die Barrierewirkung oder die Stauchfestigkeit zu gefährden.

Die Technologie lässt sich auch in bestehende Industrieanlagen integrieren. Bereits 2016 wurde das Heizsystem auf der Fachpack mit dem Deutschen Verpackungspreis in Gold ausgezeichnet. Entwickelt wurde die Technik in einer Kooperation der TU Dresden, dem Fraunhofer IVV, Dresden, und dem Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Systeme IKTS.

Preisträger für diese bahnbrechende Innovation ist Prof. Dr.-Ing. Jens-Peter Majschak. Er leitet den Institutsteil Verarbeitungstechnik des Fraunhofer IVV in Dresden und hat an der Technischen Universität Dresden die Professur für Verarbeitungsmaschinen/Verarbeitungstechnik. Für die Weiterentwicklung und Vermarktung ist die Watttron GmbH verantworltich, ein Start-Up-Unternehmen, das als gemeinsame Ausgründung der TU Dresden und des Fraunhofer IVV entstanden ist.

Mensch-Maschine-Kooperation im Fokus

Die Peerox GmbH, eine weitere Ausgründung des Fraunhofer IVV in Dresden wurde ebenfalls ausgezeichnet. Sie erhielt den Future-Sax-Publikumspreis. Angetreten ist das Team um Andre Schult und Markus Windisch als SAM Assistance. Das selbstlernende Assistenzsystem für Maschinenbediener SAM wurde in mehreren Forschungsprojekten am Fraunhofer IVV entwickelt. SAM soll dabei die Effizienz von Produktionsmaschinen durch ein intelligentes Wissensmanagementsystem, das von den unterschiedlichen Bedienern einer Maschine aufgebaut wird steigern. Dabei wird ein selbstlernender Suchalgorithmus verwendet, der im Falle einer Störung die aktuelle Situation analysiert und mit Datenbankeinträgen vergleichbarer Störungen abgleicht.

Die Technologie wird am Institutsteil Verarbeitungstechnik des Fraunhofer IVV in Dresden, weiterentwickelt. Die Peerox GmbH überführt die Software in die wirtschaftliche Verwertung. Im Sommer 2019 starten die ersten Pilottest der Basis-Software im Produktionsbetrieb.

„Digitalisierung betrifft uns alle im Alltag, beängstigt uns aber auch im Beruf und vor allem in der Produktion“, sagt Andre Schult, CEO der neu gegründeten GmbH. „Lange galt die Automatisierung als Gefahr für die Fachkraft. Wir sind überzeugt davon, dass die digitale Transformation eine Symbiose ist, in der sich Mensch und Maschine ergänzen und nicht ersetzen werden“, so Schult.

db

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