Wie ein Eimer zur A-Säule wird

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Krauss Maffei zeigt auf der K-Messe einen geschlossenen Material- und Fertigungskreislauf für das Recycling von Kunststoff.

Auf dem Messestand des Münchner Maschinenbauers ist zu sehen , wie sich ein simpler Eimer in eine hochwertige Verkleidung für eine A-Säule mit Stoffdekorierung verwandelt. Möglich macht dies ein Zweischneckenextruder ZE 28 Bluepower, der das Material upcycelt.
Unter dem Stichwort Circular Economy verzahnt Krauss Maffei am Messestand die Geschäftsbereiche Extrusion, Spritzgießen und Digital & Service Solutions.

Die zur K neu präsentierte Spritzgießmaschine GX 1100 mit einer Schließkraft von 11.000 kN fertigt Eimer aus PP, die dann – extern geschreddert – als Mahlgut wieder in den Materialkreislauf eingespeist werden. Unter der Markenbezeichnung Edelweiss Compounding produziert ein Zweischneckenextruder ZE 28 Bluepower daraus technisch aufgewertetes Recompound. Dafür werden den PP-Flakes Farbstoffe und ein 20-prozentiger Anteil an Talkum zugesetzt. Nach der Unterwassergranulierung und Trocknung steht das Recompound wieder in hoher Qualität und mit angepassten Eigenschaften für die folgende Spritzgießanwendung zur Verfügung. Über eine Materialversorgung zur vollektrischen Spritzgießmaschine PX 320 transportiert, wird das PP in der Kavität zu einer Verkleidung für eine A-Säule geformt. Die Bauteiloberfläche bildet eine hinterspritzte Stoffschicht.

Matthias Sieverding, President des Segments Extrusionstechnik von Krauss Maffei: „Wir verstehen uns als Enabler von Circular Economy für unsere Kunden, damit diese als Teil der Kreislaufwirtschaft erfolgreich sein können.“ Foto: Krauss Maffei

Mit Edelweiss Compounding soll das eigene Compoundieren für Recyclingunternehmen und Kunststoffhersteller attraktiver werden. Als einziges Unternehmen am Markt deckt Krauss Maffei den größten Teil der Kunststoff-Wertschöpfungskette ab. „Wir verstehen uns als Enabler von Circular Economy für unsere Kunden, damit diese als Teil der Kreislaufwirtschaft erfolgreich sein können“, erklärt Matthias Sieverding, President des Segments Extrusionstechnik bei Krauss Maffei. Über den Bereich Extrusion erfolgt die Produktion von Rohmaterial und Halbzeugen, die Spritzgießtechnik – in Kombination mit der jeweiligen Automation – ermöglichen die effiziente Fertigung von High-Tech-Teilen, bevor dann wieder die Stunde der Extrusion schlägt, um diese Produkte zu recyceln.

Digitale Nachverfolgung über den gesamten Kreislauf

Sowohl beim Extrudieren als auch beim Spritzgießen tritt der dritte beteiligte Geschäftsbereich auf der Messe in Aktion: Digital Service & Solutions mit Produkten wie APC Plus (Adaptive Process Control) und Dataxplorer. APC Plus überwacht den Spritzgieß-Prozess und passt ihn permanent an, um Störeinflüsse wie Chargen- und Klimaschwankungen oder eben wechselnde Recompound-Anteile auszugleichen. Beim Spritzgießen geschieht dies über eingespeicherte Materialparameter sowie die Analyse der Schmelzeviskosität und indem der Umschaltpunkt von Druck zu Nachdruck angepasst wird. Beim Extrudieren erfasst man Schmelzetemperatur, Druck und Schneckendrehzahl.

Der Dataxplorer ermöglicht einen sehr detailreichen Blick in die Prozesstiefe, weil er bis zu 500 Signale, beispielsweise von der Maschine oder dem Werkzeug, pro Sekunde als Kurvenverläufe abspeichern kann.

Alle Daten, die sich so ergeben, fließen in ein neues System ein, das zur K 2019 eingeführt wird. Dabei handelt es sich um eine zentrale Datensammelstelle für alle Komponenten innerhalb einer Produktionszelle, also auch Peripherie und Automation. Der Kunde kann alle Informationen erfassen, die er für die Produktionsüberwachung und die Produktionsfluss-Steuerung braucht. Der Export der Daten (etwa in MES- oder ERP-Systeme) ist einfach und modular realisierbar. Digitale Services helfen, die Qualität von Fertigung und Produkten zu sichern, verhindern Ausschuss und tragen so ebenfalls zur ressourcenschonenden Produktion bei.

sk

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