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News 18. Januar 2018

Altkunststoff aus Elektrogeräten besser nutzen

Der BVSE warnt, dass durch eine fortschreitende "Chemisierung" des Abfallrechts Altkunststofe aus Elektrogeäten zunehmend in die Ecke der Gefährlichkeit – und damit ins Aus gedrängt werden.
Elektroschrott
Elektroschrott

Der BVSE warnt, dass durch eine fortschreitende "Chemisierung" des Abfallrechts Altkunststofe aus Elektrogeäten zunehmend in die Ecke der Gefährlichkeit – und damit ins Aus gedrängt werden.

Rund 1,2 Mio. t Kunststoffe werden in Europa jährlich aus Elektro(nik)-Altgeräten (EAG) gesammelt. Doch obwohl der so gewonnene Sekundärrohstoff in erheblichem Maß zur Einsparung von CO2-Emissionen, Energie und Primärressourcen beiträgt, wird der Einsatz von Rezyklaten aus dem Bereich EAG zunehmend regulatorisch eingeschränkt, so der BVSE.

Ungerechtfertigte Einschränkungen

"Dies geschieht völlig zu Unrecht", monierte der Recycling-Experte der Müller-Guttenbrunn Group, Chris Slijkhuis, auf dem Elektro(nik)-Altgerätetag des BVSE im November 2017 in Nürnberg. Die Verwertungsindustrie von EAG-Kunststoffen liefere wertvolle Sekundärrohstoffe. Gegenüber der Produktion von Neuware werde dabei bis zu 90 % weniger Energie eingesetzt. "Noch größer sind die Einsparungen von klimaschädlichem CO2. Bei einer Materialausbeute von rund 60 % werden im Recyclingprozess rund 2,5 Mio. Tonnen CO2 pro Jahr weniger ausgestoßen. Dies entspricht den Emissionen einer Stadt mit 330.000 Einwohnern", erklärte Slijkhuis.

Doch trotz der guten Umweltbilanz werden Kunststoffe aus elektrischen Geräten zunehmend unter den Generalverdacht gestellt, gefährlich zu sein. In der Diskussion für die Einstufung als gefährliche Abfälle stehen momentan unter anderem bromierte Flammschutzhemmer, die dort eingesetzt werden, wo sich potenzielle Hitzequellen befinden – also auch in Elektrogeräten.

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"EAG-Kunststoffe müssen nur richtig gesammelt und verwertet werden, dann können sie als Recyclingwerkstoffe unbedenklich eingesetzt werden. Flammhemmer werden in den modernen Recyclingprozessen in einer separaten Schadstoffentfrachtungsstufe unter Beachtung der Vorgaben der WEEE-Richtlinie gesetzeskonform abgetrennt und ohne Gefahr für Mensch und Umwelt vernichtet. Für das ebenfalls ins Visier der Behörden geratene Element Brom gibt es dabei noch nicht einmal einen Hinweis auf gesundheitsgefährdende POP-Merkmale für langlebige Schadstoffe", so der Recyclingexperte.

Zu viel Bürokratie

"Die Verwertung von EAG-Kunststoffen ist gut und sinnvoll, doch immer weniger Unternehmen sind bereit, in diese Industrie zu investieren. Die zunehmend komplexer werdenden Gesetze und hohen Auflagen auf europäischer und nationaler Ebene lassen nicht nur den Bürokratisierungsgrad immer weiter ansteigen, sie beschränken darüber hinaus zunehmend den freien Zugang zu Märkten und stehen somit der Kreislaufwirtschaft insgesamt im Weg", kritisierte Chris Slijkhuis.

pl

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