Zwickroell Science Award für Forschung an Elastomeren

Für die In-situ-Charakterisierung von Elastomerlagern hat ein Forscher der Fachhochschule Kärnten den zweiten Platz des Zwickroell Science Award erhalten.

Der Zwickroell Science Award prämiert im Rahmen eines jährlichen Wettbewerbs Forscher, die herausragende wissenschaftliche Arbeiten auf dem Gebiet der mechanischen Prüfungen erbracht haben. Die 179 Beiträge aus 21 Ländern, die für den Preis in diesem Jahr eingingen, wurden nach Kriterien wie dem innovativen Charakter der angewandten Prüfmethode, ihrem wissenschaftlichen Inhalt und dem Grad der interdisziplinären Zusammenarbeit bewertet.

Den ersten Preis des Zwickroell Science Award 2019 erhielt der Forscher Mario Scholze von der Technischen Universität Chemnitz. Foto: Steffen Clauß, TU Chemnitz

Die Verleihung des Zwickroell Science Awards fand dieses Jahr im Rahmen eines digitalen Events statt: Am 11. November 2020 wurden die drei Gewinner des alljährlichen Wettbewerbs ausgezeichnet.

Den ersten Preis über 5000 EUR sowie die Paul Roell Medaille erhielt Mario Scholze von der Technischen Universität Chemnitz für seinen Beitrag: „Utilization of 3D printing technology to facilitate and standardize soft tissue testing“, veröffentlicht in Nature Scientific Reports.

Zweiter Platz für Forscher der FH Kärnten

Der mit 2000 EUR dotierte zweite Platz ging an Dr. Edoardo Rossi, Senior Researcher der FH Kärnten/Österreich im Studiengang Bauingenieurwesen, für seine im International Journal of Architectural Heritage veröffentlichte Arbeit mit dem Titel: „An innovative procedure for the in-situ characterization of elastomeric bearings by using nanoindentation test”.

Rossis Arbeit stellt ein Verfahren zur Inspektion und Überwachung von elastomeren Lagern dar, die als seismische Isolatoren zum Schutz von Strukturen vor Erdbeben verwendet werden. Die Bewertung der Eigenschaften solcher Lager bei der Montage und in Betrieb ist keine einfache Aufgabe, da das Lager für eine detaillierte Charakterisierung entfernt werden muss und in einem Labor getestet werden sollte. Aufgrund der Schwierigkeit und der Kosten im Zusammenhang mit einem solchen Betrieb werden alternative Methoden wie Sichtprüfungen, Freigabetests oder operative Modalanalysen verwendet. Solche Verfahren können leider keine detaillierte quantitative Bewertung der Lager mit niedrigen Umsetzungskosten kombinieren.

Zwickroell Science Award für Nutzung von Nanoindentationstechniken

Rossis Arbeit beschreibt eine innovative Alternative, die in der Verwendung von Nanoindentationstechniken besteht. Die wichtigsten Vorteile sind: Die Eigenschaften eines in Betrieb genommenen Lagers lassen sich direkt messen, ohne dass es entfernt werden muss. Die Kosten für die zeitgenössische Charakterisierung verschiedener Lager sind begrenzten. Mit der Methode kann die Entwicklung unerwünschter Phänomene (etwa Alterung) überwacht werden. Mit ihr lässt sich der Kautschuk in verschiedenen Teilen desselben Lagers charakterisieren. Die Belastung, sowohl am Lager als auch an der Struktur ist begrenzt. Und schließlich besteht keine Notwendigkeit, gewöhnliche Tätigkeiten zu unterbrechen, die im Bau stattfinden.

Der dritte Platz und damit 1000 EUR Preisgeld gingen an Dr. Raphaël Michel vom Forschungszentrum für pflanzliche Makromoleküle (Grenoble, Frankreich) für seinen Beitrag: „Interfacial fluid transport is a key to hydrogel bio-adhesion”, veröffentlicht in Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America.

Während des Online-Events (hier die Aufzeichnung) hatten die drei Finalisten Gelegenheit Ihre Arbeiten in Kurzvorträgen zu präsentieren und Fragen mit den Veranstaltungsteilnehmern zu diskutieren. Im vergangenen Jahr hatte die Preisverleihung im Rahmen des 10. Zwickroell Academia Day an der Tongji Universität (CHN) in Shanghai stattgefunden.

Beiträge für den ZwickRoell Science Award 2020 können noch bis Ende Dezember 2020 eingereicht werden.

sk

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