Foto: Aimplas
Mit dem Projekt Neorec sollen neue Recyclingtechnologien erarbeitet werden, um auch komplexen Kunststoffabfällen ein zweites Leben zu ermöglichen.

Kreislaufwirtschaft

Zweites Leben für komplexe Kunststoffabfälle

Neue Technologien sollen die Grenzen des Recyclings überwinden und so Verpackungs-, Textil-, Reifen- und Matratzenabfällen ein zweites Leben ermöglichen.

Neue Technologien sollen die Grenzen des Recyclings überwinden und so Verpackungs-, Textil-, Reifen- und Matratzenabfällen ein zweites Leben ermöglichen.

Das spanische Kunststofftechnologiezentrum Aimplas arbeitet derzeit im Rahmen des Neorec-Projekts, das von IVACE und EFRE finanziert wird, an praktikablen Alternativen zur Deponierung, um für komplexe Kunststoffabfälle ein zweites Leben möglich zu machen.

Schwer recycelbare Kunststoffabfälle aufbereiten

Nach Schätzungen des Europäischen Verbands der Reifen- und Gummihersteller (ETRMA) fallen in Europa jedes Jahr bis zu 4 Mio. t Altreifen an, davon allein 300.000 t in Spanien. Der größte Teil des Polyurethanschaums aus der Automobilindustrie, Matratzen und ähnlichen Produkten wird auf Deponien gelagert, ganz zu schweigen von anderen schwer zu recycelnden Kunststoffabfällen wie Drahtabfällen. Nach Angaben von Plastics Europe werden jedes Jahr mehr als 6,5 Mio. t Kunststoff auf Deponien entsorgt.

Aimplas arbeitet nun am Neorec-Projekt, das von der valencianischen Innovationsagentur (AVI) und dem EFRE finanziert wird. Ziel ist es, die derzeitigen Beschränkungen für das Recycling dieses komplexen Abfalls zu verringern. Im Rahmen dieser Initiative entwickelt Aimplas fortschrittliche chemische und mechanische Recyclinglösungen, um zu verhindern, dass komplexe Abfälle wie Altreifen, Altmatratzen und Drahtabfälle auf Mülldeponien landen. Stattdessen sollen diese Abfälle zur Gewinnung von industriellen Materialien und Stoffen verwendet werden.

Anaerober Abbau mit Mikroorganismen

Zu den untersuchten chemischen Recyclingverfahren gehört der anaerobe Abbau. Ziel ist es, Mikroorganismen zu isolieren und auszuwählen, die Biopolymere anaerob schneller abbauen als herkömmliche Organismen, was zu einem effizienteren Recyclingprozess beitragen wird.

Es wird auch daran gearbeitet, durch partielle Kettenabbrüche Kunststoffe mit denselben Ausgangsspezifikationen zu erhalten. Laut Eva Verdejo, Leiterin der Gruppe Chemisches Recycling, besteht das Ziel darin, "den Ressourcenverbrauch zu verringern, indem Materialien mit hoher Wertschöpfung wieder in die Wertschöpfungskette eingebracht werden und Produkte und Nebenprodukte erzeugt werden, die in der Kunststoffindustrie verwendet werden können, wodurch die Umweltauswirkungen der Abfallanhäufung minimiert werden".

Um eine breite Abdeckung der gesamten Kunststoffindustrie zu gewährleisten, arbeitet Aimplas bei diesem Projekt mit Rohstoffherstellern, Verarbeitern, Abfallentsorgern und Recyclern zusammen, darunter Girsa, Acteco, Ube, Omar Coatings, Permarsa, Eslava Plásticos sowie PET & Cia.

Aimplas war schon mehrfach an ungewöhnlichen Recyclingprojekten beteiligt, so auch an der Herstellung einer riesigen Sitzbank aus recyceltem Meeresmüll für den Hafen von Valencia.

gk