Zum Inhalt springen

Workshop zeigt Bedarf an industriellem 3D-Druck

TITK-Direktor Benjamin Redlingshöfer (l) freute sich über den hochkarätig besetzten Workshop zum Thema 3D-Druck. Foto: TITK/Steffen Beikirch

Zweiter Workshop am TITK beleuchtet den Wachstumsmarkt 3D-Druck und geht dabei vor allem auf  Hochleistungspolymere und lösliche Stützmaterialien ein.

Zum zweiten Mal nach 2017 führte das Thüringische Institut für Textil- und Kunststoff-Forschung e.V. (TITK) am 4. März in Rudolstadt einen Workshop zum Wachstumsmarkt „3D-Druck“ durch. Im Fokus standen diesmal Hochleistungspolymere und lösliche Stützmaterialien sowie die Nachbearbeitung additiv gefertigter Teile.

FDM-Verfahren im Zentrum des Workshops

Unter den 44 Teilnehmern aus ganz Deutschland und aus Belgien waren die führenden Anbieter von Druckmaterialien für den sogenannten FDM-Druck. „Die Veranstaltung war hochkarätig besetzt, worauf wir sehr stolz sind“, bilanziert TITK-Direktor Benjamin Redlingshöfer.

Die Abkürzung FDM steht für Fused Deposition Modeling und bezeichnet ein Fertigungsverfahren des 3D-Drucks, mit dem ein Werkstück schichtweise aus einem schmelzfähigen Kunststoff aufgebaut wird. Der Workshop am TITK erörterte den aktuellsten Stand dieser Technologie. Die Teilnehmer erfuhren, welche mechanischen und thermischen Werte gedruckte Bauteile heute schon erreichen und in welchen Anwendungen sie sich lohnen. Außerdem hörten sie, welche Stützmaterialien es gibt und wie man die Qualität gedruckter Bauteile in der Nachbearbeitung verbessern kann.

„Wir haben viele fachliche Details zur Verarbeitung und Nachbearbeitung gedruckter Teile diskutiert, etwa das wichtige Thema Schwund-Reduzierung“, bestätigt Patrick Rhein, Forschungsgruppenleiter am TITK und Moderator der Veranstaltung. Vor allem aber habe der Workshop nochmals herausgearbeitet, welchen enormen Bedarf die Industrie in Sachen 3D-Druck hat.

Überblick über den Stand der Technik

„Ich bin nach Rudolstadt gekommen, um mir einen Überblick über den Stand der Technik zu verschaffen“, sagte Anne-Katrin Gruska, wissenschaftliche Mitarbeiterin bei der SKZ-KFE GmbH Würzburg. „Für mich war es ein voller Erfolg, weil ich viele neue Einblicke gewonnen und wichtige Kontakte geknüpft habe.“ Gerade die Hochleistungspolymere seien für sie das entscheidende Thema gewesen, weil das SKZ hier ebenfalls die Forschung vorantreiben wolle.

Nicht weniger als 30 Jahre Erfahrung in der Entwicklung, Herstellung und Anwendung eines kontrolliert laugenlöslichen Polymers hat die Belland Technology AG aus Pottenstein. Deshalb freute sich Christoph Strasser, in Rudolstadt einen Vortrag über lösliche Stützmaterialien halten zu können. Der Workshop sei dafür „die ideale Plattform“ gewesen. Und auch die Qualität der weiteren acht Referenten bezeichnete er als sehr hoch.

Die jüngsten Teilnehmer hießen Jan Troche, Jakob Breternitz und Colin Moehrke. Die drei Jungs vom Rudolstädter Gymnasium „Fridericianum“ schreiben gerade ihre Seminarfacharbeit zum Thema „Innovationen im Flugzeugbau“ mit Blick auf 3D-Druck und Leichtbau. Ihr Außenbetreuer ist der Chef der zuständigen TITK-Forschungsgruppe, Patrick Rhein. Dieser hatte die drei kostenlos zum Workshop eingeladen. Ihr Fazit: „Die Vorträge waren alle sehr interessant und haben uns geholfen, noch weiter in das Thema zu kommen.“

Hochleistungswerkstoffe für anspruchsvollste Anwendungen

Am wichtigsten fanden sie das Referat der einzigen ausländischen Vertreterin: Sophia Song von Solvay Specialty Polymers aus Brüssel. Sie hatte Hochleistungswerkstoffe für anspruchsvollste Anwendungen vorgestellt. Jan Troche konnte hier einen guten Bezug zur Luftfahrtbranche ausmachen.

Der nächsten Rudolstädter Kunststofftag ist für Herbst 2020 geplant.

Im Rahmen des Workshops hatten die Teilnehmer auch die Gelegenheit, das 3D-Labor des TITK zu besichtigen. Foto: TITK/Steffen Beikirch

Das Thüringische Institut für Textil- und Kunststoff-Forschung Rudolstadt e.V. (TITK) ist eines der führenden privaten Materialforschungsinstitute auf dem Gebiet der polymeren Funktions- und Konstruktionswerkstoffe. Als industrienahe Einrichtung mit einem modernen Technologiepark entwickelt das TITK innovative Ausgangsstoffe oder komplette Fertigungsprozesse für Automotive-Komponenten, Verpackungsmittel, die Bio- und Medizintechnik, Energietechnik, Mikro- und Nanotechnik sowie für Lifestyle-Produkte.

Zur TITK-Group mit insgesamt 220 Mitarbeitern zählen neben dem Institut noch zwei Tochtergesellschaften. Die Smartpolymer GmbH vermarktet und produziert Entwicklungen des TITK. Prüfdienstleistungen für Textilien, Faserverbundmaterialien und Kunststoffe realisiert die OMPG mbH, die auch akkreditiertes Prüflabor nach DIN EN ISO / IEC 17025 ist.

gk