Dies ist das neue Betriebsgebäude von Wittmann in Dilovası in der Türkei; hier wird seit Januar 2023 produziert. Die Unternehmensgruppe hat im vergangenen Geschäftsjahr den Umsatz nicht steigern können.
Foto: Wittmann
Dies ist das neue Betriebsgebäude von Wittmann in Dilovası in der Türkei; hier wird seit Januar 2023 produziert. Die Unternehmensgruppe hat im vergangenen Geschäftsjahr den Umsatz nicht steigern können.

Geschäftszahlen

Wittmann: Umsatz stagniert im Geschäftsjahr 2022

Die Wittmann Gruppe hat das Geschäftsjahr 2022 erneut mit 376 Mio. EUR Umsatz abgeschlossen. Seit Januar hat sie ein neues Produktionswerk in der Türkei.

Das vergangene Geschäftsjahr war für den österreichischen Maschinenbauer einerseits geprägt durch hohe Auftragseingänge, andererseits durch Lieferengpässe bei Zukaufteilen, sodass der Umsatz gegenüber 2021 nicht gesteigert werden konnte. Vor allem in der ersten Hälfte des Jahres lag der Auftragseingang weit über dem Durchschnitt. Doch verzeichnete Wittmann weiterhin eine angespannte Situation vor allem hinsichtlich der Lieferung Elektronikkomponenten.

Neues Werk in der Türkei für Blech- und Metallverarbeitung

Dennoch hat die Unternehmensgruppe 2022 weiterhin kräftig investiert: Im vergangenen Jahr wurde die Anzahl an Produktionswerken um einen Standort in Dilovası in der Türkei vergrößert. Der Schwerpunkt der Betriebstätigkeit dieses Werks wird auf Blech- und Metallverarbeitung liegen, wobei auch vollständige Produkte für den Bereich Peripheriegeräte vorgesehen sind. Nach 1,5-jähriger Vorbereitungszeit konnte im Januar 2023 die Serienproduktion der ersten Geräte aufgenommen werden.

In der ersten Phase steht eine Produktionsfläche von 3.600 m² zur Verfügung. Die Aktivitäten werden in den nächsten Monaten und Jahren sukzessive ausgebaut – als Unterstützung der Tätigkeiten der Produktionswerke von Wittmann in Österreich und Frankreich. Der Vorteil des neuen türkischen Standorts liegt im Vorhandensein eines wachsenden Arbeitsmarkts, der für die nächsten Jahre keinem demografischen Wandel unterliegt und qualifizierte Arbeitskräfte im industriellen Bereich bereithält. Somit lässt sich der Bedarf nach weiterem Wachstum in der Unternehmensgruppe abdecken.

Neue Bearbeitungszentren an drei Produktionsstandorten


An drei bestehenden Produktionsstandorten wurde zudem in neue Bearbeitungszentren investiert. Außerdem wurden die Erweiterungen der Gebäude von Wittmann Battenfeld in Kottingbrunn/Österreich und Wittmann Robottechnikai Kft. in Mosonmagyarovar/Ungarn im vergangenen Jahr abgeschlossen. In Kottingbrunn dienen die zusätzlich zur Verfügung stehenden Produktionsflächen vorrangig der Erweiterung der Kapazität für Spritzgießmaschinen. Der Ausbau des ungarischen Werks ermöglicht eine Erhöhung der Produktion von Tempro Temperiergeräten und von Robotern der neuen Modellserie mit R9 Steuerung (mehr dazu lesen Sie hier).

Die Vergrößerung des Hauptgebäudes von Wittmann USA Inc. in Torrington, CT/USA wird planmäßig in den nächsten beiden Monaten abgeschlossen. Damit verfügt die US-Tochtergesellschaft zukünftig über weiteren Platz für Automatisierungslösungen und komplette Spritzgießzellen.

Zudem wird derzeit ein Neubau für die ungarische Vertriebs- und Serviceorganisation Wittmann Battenfeld Kft. in Törökbálint in der Nähe von Budapest gebaut. Die Fertigstellung ist für Ende des zweiten Quartals 2023 vorgesehen.

Umsatz dürfte im Geschäftsjahr 2023 um 10 % steigen

Für das laufende Geschäftsjahr rechnet Michael Wittmann, Geschäftsführer der Wittmann Gruppe, wieder mit einer Umsatzsteigerung, die sich aus heutiger Sicht in einer Größenordnung von circa 10 % bewegen wird. Diese Einschätzung beruht darauf, dass das Unternehmen zum einen mit einem hohen Auftragsbestand ins Jahr 2023 gegangen ist und sich zum anderen eine Verbesserung der Liefersituation am Markt abzuzeichnen beginnt. sk