Wittmann steuert Fachkräftemangel entgegen

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Quick Edit, Text Editor und Wizard – Steuerungsfunktionen von Wittmann, die den Umgang mit Robotern entscheidend vereinfachen, sorgen mit verringertem Schulungsaufwand für qualifiziertes Bedienpersonal.

Wird heute über die Realisierung von Spritzgießprojekten nachgedacht, so fließen hier nicht nur Überlegungen zur technischen Machbarkeit ein, sondern verstärkt auch solche, die sich mit dem gesicherten Betrieb angesichts eines oftmals unzureichenden Pools an Fachkräften befassen.

Ansicht von Quick Edit auf der R8-Steuerung: Die Funktion stellt Vorlagenprogramme zur Verfügung, die als Ausgangspunkt für die Roboterprogrammierung vor Ort dienen können. Foto: Wittmann

„Halte es einfach und dumm“

Dem im angloamerikanischen Raum unter dem Akronym Kiss bekannten Prinzip (Kiss = „Keep it simple and stupid“ = „Halte es einfach und dumm“) wird auch in Europa mehr und mehr an Bedeutung zugemessen. Für die Spritzgießindustrie formuliert das Kiss-Prinzip die wachsende Notwendigkeit, in optimierte und einfach zu bedienende Arbeitszellen zu investieren.

Hierher gehören intuitiv zu bedienende und selbstlernende Steuerungen für Spritzgießmaschinen – wie beispielsweise die B8-Maschinensteuerung von Wittmann Battenfeld mit ihren HiQ-Softwarepaketen.

Von ebenso immenser Bedeutung erweist sich die Wahl eines Roboters, der die schnelle Entnahme der Spritzgießteile übernimmt und eine rasche Nachbearbeitung ermöglicht. Mit R8- und R9-Steuerungen von Wittmann ausgestattete Roboter eignen sich hierfür in besonderer Weise.

Für die grundlegenden Verfahrbewegungen, die innerhalb des üblicherweise sehr beengten Werkzeugbereichs durchzuführen sind, kommen Linearachsen zum Einsatz. Diese werden für weitere Funktionalitäten – die typischerweise außerhalb des Werkzeugbereichs benötigt werden – mit zusätzlichen kompakten Rotationsachsen kombiniert. Die Linearachsen erlauben das schnelle und einfache Ein- und Ausfahren des Greifers.

Ganz im Gegensatz zur Arbeit mit Knickarmrobotern, bleibt es hier dem jeweiligen Bediener erspart, zwischen verschiedenen Koordinatensystemen hin- und herzuwechseln sowie sich mit der Vermeidung aller möglicher Kollisionen zu beschäftigen, die Mehrachsbewegungen mit sich bringen können.

Kollisionsgefahr entscheidend reduziert

Obwohl die Wittmann-R9-Robotsteuerung auch das manuelle Anwählen beliebiger Bewegungskoordinaten im Raum ermöglicht, ereignen sich die Bewegungen der Roboter-Hauptachsen dennoch ständig über die Orientierung im kartesischen Koordinatensystem.

Wiederum im Vergleich mit Knickarmrobotern, kann die Kollisionsgefahr entscheidend reduziert werden, und nicht zuletzt auch der Schulungsaufwand für das Bedienpersonal, für welches die Bewegungen des Roboters zu jedem Zeitpunkt einsichtig und nachvollziehbar bleiben.

Eine weitere wichtige und zentrale Eigenschaft, mit der die R8- und R9-Robotsteuerungen von Wittmann aufwarten können, stellt die Existenz spezieller Eingabehilfen für die Erstellung, Abänderung und Bedienung von Ablaufprogrammen dar.

Weitere Bildschirmansichten der R8-Steuerung: Quick New (l.) und Text Editor. Foto: Wittmann

Totale Flexibilität

Die Wittmann-Robotsteuerung bietet standardmäßig zwei unterschiedliche Benutzerebenen, die je nach dem Grad der Vertrautheit des Bedieners mit der Materie ausgewählt werden können. Quick Edit dient der Änderung von einigen wenigen Befehlen und der Programmierung mittels Vorlagen.

Der Text Editor stellt die vollständige Freiheit bei der Programmierung sicher. Damit kann jeder beliebige Robotablauf auf einfache Art und Weise menügeführt erstellt werden. Die gewünschte Funktion wird direkt am Roboter ausgeführt und dann mit einem Tastendruck in das Programm übernommen. Die beliebige Namenszuweisung für Peripherieein-/ausgänge, Zylinder, Greifer- und Vakuumkreise erleichtert die Lesbarkeit und erlaubt eine übersichtliche Programmstruktur.

Die Quick Edit zugrunde liegende Idee ist es, eine Programmerstellung ohne Vorkenntnisse auf dem Gebiet der Geräteprogrammierung vornehmen zu können. Mit Quick Edit erfolgt die Programmierung des Roboters in sehr einfachen Schritten. Unter Verwendung von Bildern und Animationen schlägt die Steuerung Schritt für Schritt den Ablauf vor und erklärt dem Operator die Eingabeweise.

Diese Art der Programmierung kommt in erster Linie für einfachere Anwendungen zum Einsatz, beispielsweise „Pick & Place“ Anwendungen oder Entnahmen mit Angusstrennung und anschließender Ablage. Solche einfachen Programme können mit Hilfe der neuen Quick-New-Funktion erstellt werden. Quick New ist der animierte Programmeditor, der den Anwender bei der Erstellung von Quick-Edit-Programmen unterstützt.

Für komplexere Aufgaben steht der vielfach bewährte Text Editor zur Verfügung, wobei auch für solche Anwendungen eine vereinfachte Darstellung in Quick Edit erzeugt werden kann. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, Vorlagen im Text Editor zu erstellen, und es können eigene Animationen hinzugefügt und in die Steuerung integriert werden.

Eine im Hinblick auf die Programmierung besonders effiziente Steuerungsfunktion stellt der Wittmann Wizard dar. Unter Nutzung des Wizard wird der Robot-Operator in nur acht Schritten mittels einfacher Ja/Nein-Abfragen durch die Programmerstellung geleitet, wobei schließlich ein vollwertiges Ablaufprogramm entsteht.

jl

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