Die Gasinnendruck-Technologie Airmould 4.0 – hier das Druckregelmodul, die Zentraleinheit und Handbediengerät – wurde seit der Einführung 2021 von Bestandskunden von Wittmann Battenfeld getestet.
Foto: Wittmann Battenfeld
Die Gasinnendruck-Technologie Airmould 4.0 – hier das Druckregelmodul, die Zentraleinheit und Handbediengerät – wurde seit der Einführung 2021 von Bestandskunden von Wittmann Battenfeld getestet.

K 2022

Wittmann: Gasinnendruck-Technik Airmould 4.0 angekommen

Auf der Fakuma 2021 vorgestellt, ist die Gasinnendruck-Technologie Airmould 4.0 von Wittmann Battenfeld am Markt angekommen; Oberland MV nutzt sie bereits.

Airmould 4.0 ist das einzige Gasinnendruck-System, bei dem kein großer Steuerschrank benötigt wird, welcher in der Produktion viel Platz einnehmen würde. Zudem sind die benötigten Module rund 15 % kleiner als die bisherigen; sie sind somit sehr kompakt und können flexibel an jeder Spritzgießmaschine montiert und eingesetzt werden. Ein Vorteil dieses Systems besteht zudem darin, dass das Know-how für Spritzgießmaschine und Airmould aus einer Hand kommt. Dabei kann Airmould 4.0 nicht nur zur einfacheren Bedienbarkeit in die B8-Steuerung der Spritzgießmaschinen von Wittmann Battenfeld integriert werden, sondern über ein Handbediengerät auch in andere Maschinenfabrikate.

Gasinnendruck-Verfahren wurde Ende der 80er Jahre entwickelt

Bereits seit Ende der 80er Jahre entwickelt und produziert Wittmann Battenfeld Airmould am Standort in Meinerzhagen. Das Gasinnendruck-Verfahren ist die Antwort des österreichischen Maschinenbauers auf Ressourcenschonung und Leichtbau – und das mit sehr kurzer Zykluszeit: Bei der Gasinnendruck-Technik wird Stickstoff in die teilweise oder vollständig mit Schmelze gefüllte Formkavität injiziert, wodurch sich eine innere Hohlraumstruktur ausbildet. Auf diesem Wege lassen sich Leichtbauteile mit kurzer Zykluszeit und gleichzeitig hochwertigen Oberflächen ressourcenschonend erzeugen. Airmould 4.0 ist die nächste Generation der Gasinnendruck-Technologie.

Oberland MV setzt Airmould 4.0 für Flaschenkästen ein

Dies nutzt zum Beispiel auch Oberland MV, ein Hersteller von Flaschenkästen. Der Kunststoffverarbeiter mit Sitz in Bad Wurzach ist langjähriger Airmould-Kunden und setzt Airmould 4.0 bereits seit Mitte April 2022 an einer Bestandsmaschine im Einsatz ein: Nahezu 80 % der produzierten Mehrwegkästen werden seit Jahrzehnten mit dem Airmould-Verfahren gefertigt und so sind mittlerweile über 120 Module von Wittmann Battenfeld im Einsatz – sowohl von der Vorgängerserie als auch von der neuen Generation Airmould 4.0. Gewichtsreduzierungen, Bauteilstabilität und die Minimierung von Einfallstellen sind wichtige Faktoren, die für Oberland MV für diese Technologie sprechen, da diese eine Qualitätssicherung bei den hohen Wanddickenstärken der Produkte darstellen.

Anwendungstechnik für Airmould sitzt in Meinerzhagen

Bei Bedarf bekommen Kunden von Wittmann Battenfeld eine anwendungstechnische Unterstützung bei der Einführung von Airmould. Diese kann je nach Anforderung des Kunde vom Support bei der Maschinenauslegung bis hin zur Nullserie reichen. Auch besteht die Möglichkeit, die benötigten Komponenten für eine bestimmte Zeit zu leihen. Im Technikum des Unternehmens in Meinerzhagen können auch Teile bemustert werden. Wittmann Battenfeld Deutschland hat zudem 2021 den Vertrieb für sein Airmould-Verfahren ausgebaut. sk