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Wirklich einfach abziehbar?

„Pack Peel Scan“ überprüft normgerecht die Öffnungskräfte thermogeformter, peelbarer Verpa- ckungen. Die maschinelle Lernmethode ermöglicht zusätzlich die Prognose und Vermeidung von Prozessfehlern. Foto: Fraunhofer IVV

Die Öffnungskräfte peelbarer Verpackungen lassen sich mit dem neuen smarten Messgerät „Pack Peel Scan“ des Fraunhofer IVV prüfen.

Ausgestattet mit künstlicher Intelligenz, ermöglicht das Messgerät des Fraunhofer-Instituts für Verfahrenstechnik und Verpackung IVV in Dresden die effiziente Messung von Easy-Opening-Verpackungen. Die Öffnungskräfte thermogeformter, peelbarer Verpackungen können damit normgerecht erfasst und überprüft werden. „Pack Peel Scan“’ verfügt über eine maschinelle Lernmethode, die zur Prognose und Vermeidung von Prozessfehlern dient. Es wird erstmals auf der K 2019 gezeigt.

„Pack Peel Scan“ kann als externes Messgerät in der Produktion von peelbaren Verpackungen für Lebensmittel, Medizinprodukte etc. eingesetzt werden. Es erfasst normgerecht Öffnungskräfte von Schalen- und Folienverpackungen. Gemessen werden Öffnungskraft und Öffnungswegverläufe. Indem die Anrisskräfte mit den Richtwerten für leicht zu öffnende Verpackungen abgeglichen werden, gibt das Gerät eine Aussage darüber, ob die Verpackung auch tatsächlich leicht zu öffnen ist.

Die Nahtqualität kann direkt während der Herstellung bewertet werden. Mit der flexiblen Anpassung der Packungskontur und Packungshöhe können beliebig geformte Verpackungen sicher eingesetzt sowie effizient gemessen und geprüft werden. Zusätzlich wertet eine künstliche Intelligenz die aufgezeichneten Kraftverläufe aus und identifiziert mögliche Fehler im Siegelprozess.

Maschinelles Lernen mit Bediener-Assistenzsystem

Neben dem Betrieb als autarkes Prüfgerät kann ein integriertes Bediener-Assistenzsystem auf Basis von maschinellem Lernen zur Störungsursachendiagnose genutzt werden. Die Daten zu spezifischen Öffnungskraftverläufen werden durch maschinelle Lernmethoden auch zur Prognose von Prozessfehlern genutzt. Dies ermöglicht die Weitergabe relevanter Informationen an die Prozesssteuerung oder zur Erstellung konkreter Handlungsanweisungen an den Maschinenbediener. Das System ist in der Lage, Störungsursachen im Siegelprozess zu lernen und auf deren Vermeidung hinzuwirken. Anlagenbediener erhalten beispielsweise Hinweise zur möglichen Ursache einer nicht-qualitätsgerechten Siegelnaht.

Entstanden ist das Gerät im Rahmen eines ZIM-Projekts mit der IMA Ingenieurgesellschaft für Maschinenbau und Anlagen GmbH mit Sitz in Radebeul.

sk