Wiederverwertbare Wahlplakate aus Recyclingkunststoff

Wie diese bedruckten Stanzabfälle lassen sich auch Wahlplakate aus Kunststoff zu 100 % wiederverwerten und damit im Kreislauf halten. Foto: Druckerei Renner

Vorbild Österreich: Im Nachbarland besteht ein Teil der Wahlplakate aus 100 % Recyclingkunststoff, der zudem nach Gebrauch wiederverwertet wird.

Erstmals werden in Österreich nicht mehr ausschließlich Wahlplakate aus Papier verwendet – im Sinn einer Kreislaufwirtschaft besteht ein Teil der überdimensionalen Werbeflächen mit den Konterfeis der Politiker und Politikerinnen aus Recyclingkunststoff und wird nach der Wahl wiederverwertet.

Besonders mit stark bedruckten Kunststoff-Platten war eine Kreislaufführung von Materialien bis dato undenkbar und es konnten daraus nur geringwertigere Endanwendungen gefertigt werden.

Geschlossener Kreislauf für Wahlplakate

Upcycling-Experte Hannes Meier von M2 Consulting GmbH: "Circular-Print ist heute die top Recycling-Lösung der gesamten Druckbranche und spart bis zu 80 % CO2 gegenüber herkömmlichen Lösungen ein." Foto: Druckerei Renner

„In mehrjähriger Zusammenarbeit von Firmenpartnern und Forschungseinrichtungen in Österreich haben wir nun eine Zero-Waste-Lösung gefunden, die den Endmarkt für bedruckte Plattenprodukte gerade revolutioniert“, freut sich Upcycling-Experte Hannes Meier von M2 Consulting GmbH, die das Projekt seit mehreren Jahren begleitet. Die aus dem Upcycling hervorgehenden Regranulate werden zur erneuten Herstellung von Platten eingesetzt. Die Regranulat-Eigenschaften sind dafür geeignet, dass sie zu 100 % in neuen Platten eingesetzt werden können.

Über die eine Online-Plattform können Unternehmen Aufträge zur Abholung ihrer Abfälle vergeben und für die Wiederverwendung aufbereiten lassen. Sie stellt nachvollziehbar und transparent den gesamten Warenkreislauf dar: vom Online-Abholauftrag der Abfälle bis zur Auslieferung neuer, bedruckter Endprodukte. Dabei können auch Mengenbilanzen und Bestätigungen für übermittelte Abfallmengen und deren Kreislauf-Verwendung erstellt, Carbon Footprints berechnet oder auch gesamte Lebenszyklusbewertungen durchgeführt werden.

Recycling-Gütezeichen für bedruckte Kunststoffe

Kunststoff macht's möglich: ein geschlossener Kreislauf für Wahlplakate. Foto: Circular-Print

Das Digitalisierungsprojekt www.circular-print.eu setzt auf ein Online-System, das alle Stationen und Aufbereitungsstufen von der bedruckten Kunststoffplatte bis zum Regranulat und dem neuen Endprodukt dokumentiert. Ein registriertes Gütezeichen ist die Signatur für abfallfreie Upcycling-Technik mit 100 % Kreislaufwirtschaft für bedruckte Plattenprodukte. Entwickelt hat sich das Gütezeichen aus dem Cluster-Kooperationsprojekt „Ecoprint" des Kunststoff-Clusters.

Wie Hannes Meier erklärt, ist die Nachfrage nach der neuen Technologie groß: „Im Jahr 2020 konnten trotz Coronakrise mehrere hundert Tonnen bedruckter Kunststoff-Plattenwaren diesem Upcycling-Prozess unterzogen werden. Die 50 Partner stammen mittlerweile aus sechs verschiedenen europäischen Ländern.“ Nach Meiers Überzeugung wird deshalb die Branchenlösung Circular-Print weiter stark wachsen und zur Nachhaltigkeit beitragen.

Recyclingkunststoff zu 100 % wiederverwendbar

Für Meier ist die mit Circular-Print mögliche 100 % Kreislaufführung „die technisch und ökologisch hochwertigste Form des Recyclings und benötigt auch keinen gelben Sack mehr als Sammel-Zwischenstufe. Das sorgt vor allem in Deutschland für Aufsehen. Circular-Print ist heute die top Recycling-Lösung der gesamten Druckbranche und spart bis zu 80 % CO2 gegenüber herkömmlichen Lösungen ein. Es gibt – aus ökologischer Sicht – keine vergleichbaren Produkte am Markt.“

gk

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