Wie Software mit KI Spritzgießmaschinen überwacht

Die Software Socialproduction von Krauss Maffei erlaubt einen schnellen Zugriff auf alle wichtigen Informationen der Spritzgießmaschinen und erkennt selbstständig Abweichungen im Produktionsprozess. Foto: Krauss Maffei


Mit der KI-unterstützten Software Socialproduction von Krauss Maffei lassen sich Spritzgießmaschinen und Produktionsprozesse proaktiv überwachen.

Bei der Software vereint der Münchner Spritzgießmaschinenbauer die Vorteile sozialer Medien mit modernen Technologien zur Überwachung der Produktion. Socialproduction sorgt dafür, dass alle wichtigen Informationen der Spritzgießmaschinen live – entweder über die Smartphone-App auf einem mobilen Endgerät oder über die Web-Applikation auf dem PC – sichtbar werden.

Die Maschinenübersicht garantiert einen schnellen Überblick über den Maschinenpark und hilft mit intelligenten Produktionskennzahlen jede angebundene Maschine effizient zu überwachen. In Form eines Maschinen-Zeit-Profils wird die Historie des Maschinenstatus dargestellt. Der Fortschritt der laufenden Produktionsaufträge wird transparent verfolgbar gemacht.

Schnelle Problemerkennung bei Spritzgießmaschinen

Auch im Bereich der Prozessunterstützung geht Krauss Maffei neue Wege: Der Produktionsprozess der Spritzgießmaschinen wird durch ein patentiertes, selbstlernendes, auf Künstlicher Intelligenz (KI) basierendes Verfahren kontinuierlich überwacht. Relevante Auffälligkeiten im Prozess werden anhand aller erfassten Maschinendaten frühzeitig erkannt und proaktiv über Benachrichtigungen an die Nutzer kommuniziert. Die Bewertung der Prozessparameter erfolgt vollständig autonom und ohne Vorkonfiguration durch den Prozessverantwortlichen.

Mit Socialproduction wird jede angebundene Maschine zum aktiven Teammitglied: Über Chat-Nachrichten informieren die Maschinen über wichtige Ereignisse wie Parameteränderungen und Alarme. Der Chat dient zugleich der Kommunikation zwischen den Mitarbeitern und erleichtert die Zusammenarbeit über Produktionsschichten und -standorte hinweg.

Hardware Smartcube erfasst alle Datenströme an der Maschine

Der Weg der Daten beginnt direkt in den Maschinen: Der Smartcube – seit Beginn des Jahres 2021 im Standard jeder neuen Spritzgießmaschine – bildet die standardisierte und für den Mobilfunkstandard 5G bereits vorbereitete Hardware-Lösung für den Betrieb der digitalen Produkte von Krauss Maffei und wird damit Teil einer smarten Factory. Alle Datenströme werden vor Ort an der Maschine in Echtzeit erfasst, analysiert und gespeichert. Über regelmäßige Over-the-Air-Updates wird die Sicherheit der weltweit verteilten Geräte über den gesamten Lebenszyklus gewährleistet.

Der Smartcube ist ein sogenanntes Edge Device, das auch als zusätzliche Firewall für die Produktionszelle fungiert. Mehr dazu erfahren Sie in unserem exklusiven Beitrag "Hacker bedrohen die Produktion".

Mit der global verfügbaren IIoT-Cloud-Infrastruktur, basierend auf Amazon Web Services (AWS), ist es möglich, den Nutzern von Socialproduction weltweit ein einheitliches Live-Erlebnis auf verschiedenen Endgeräten wie etwa Desktop-PC, Smartphone oder Tablet zu ermöglichen.

Software bei allen Maschinengenerationen nutzbar

Krauss Maffei bietet seinen Kunden auch die Möglichkeit, noch nicht vernetzte Maschinen fit für die digitale Zukunft zu machen. Durch seine vielfältigen Schnittstellen ist der Smartcube flexibel für nahezu alle Bestandsmaschinen einsetzbar und ermöglicht somit auch Kunden, die ältere Baureihen besitzen, Zugang zu Socialproduction. Darüber hinaus ermöglichen diese Schnittstellen in naher Zukunft einen einheitlichen Blick auf die gesamte Fertigung, da die Software in Kürze auch für Maschinen von Drittanbietern verfügbar sein wird.

Sonderaktion bis Ende Mai 2021

Bis zum 31. Mai 2021 erhalten Kunden, deren Maschinen über die entsprechende Konnektivität verfügen, Socialproduction für die ersten zwölf Monate kostenfrei. Für Bestandsmaschinen, die die notwendigen Voraussetzungen noch nicht erfüllen, ist der Smartcube in Kombination mit einem Kauf von Socialproduction in diesem Zeitraum zu einem stark rabattierten Preis erhältlich.

KI beim Spritzgießen ist auch Thema für die Forschung

Der Einsatz von KI im Spritzgießprozess ist auch ein Thema für die Forschung. So wird im Projekt "Hypro - Ganzheitliche Umsetzung hybrider Bauweisen in die Serienfertigung" mit Hilfe von KI eine kombinierte physische und virtuelle Prozesskette für Faserverbund-Kunststoff-Metall-Hybridstrukturen entwickelt. Das zentrale Element bildet eine Spritzgießzelle, die in ein anspruchsvolles Setting mit automatisierten Prozessen und Analysen integriert ist.

So hat die TH Köln zum Beispiel im Rahmen eines Forschungsprojekts ein künstliches neuronales Netz entwickelt, mit dessen Hilfe das Verfahren des Transfer Mouldings, also das Spritzpressen, analysiert und optimiert wird.

Und Freudenberg Home and Cleaning Solutions optimiert mit KI-Software des Fraunhofer Spin-offs Plus 10 seine Spritzgießprozesse.

sk