Wie senkt man Rüstzeiten beim Werkzeug- und Produktwechsel?

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Die Weiss Kunststoffverarbeitung GmbH & Co. KG entwickelt mit „Tempy“ eine Docking-Station für das automatisierte Spülen von Temperierkreisläufen.

Die Weiss Weiss Kunststoffverarbeitung GmbH & Co. KG entwickelt mit „Tempy“ eine Docking-Station für das automatisierte Spülen von Temperierkreisläufen. Foto: Weiss

Eine ursprünglich nur für den Eigenbedarf entwickelte Einheit für das automatisierte Reinigen der Temperierkreisläufe von Spritzgießmaschinen bewährte sich so gut, dass Weiss die Serienproduktion der Eigenentwicklung mit dem Namen Tempy gestartet hat. Spritzgießbetriebe können mit Hilfe dieses Systems ihre Rüstzeiten beim Werkzeugwechsel drastisch senken.

Aufwand reduzieren

Um Rückstände in den Kühlkanälen der Werkzeuge zu entfernen, muss der Spritzgießer bei jedem Werkzeugwechsel die Temperierkreisläufe durchspülen. Das erfordert Zeit und Aufwand, zumal die Schläuche durch das Maschinenbett geführt und beim Werkzeugwechsel jedes Mal entfernt werden müssen. Lässt sich dieser Aufwand vereinfachen und die Rüstzeit entsprechend verkürzen?

Diese Frage stellten sich die Experten der Abteilung „Produktionsoptimierung“ von Weiss – und beantworteten die Frage mit der Entwicklung einer Dockingstation, in der vier Temperiereinheiten Platz finden.

Sauberkeit an den Arbeitsplätzen gesteigert

Die zu reinigenden Werkzeuge werden über Schläuche und ein Schnellkupplungssystem mit der Station verbunden. Das schafft die Voraussetzung für die Mechanisierung bzw. Automatisierung des gesamten Reinigungsprozesses. Zugleich wird die Sauberkeit an den Arbeitsplätzen gesteigert und die Entsorgung des Spülwassers (das in einem Auffangbehälter gesammelt wird) optimiert.

Stefan Giertler, Leiter dieser Geschäftseinheit: „Wir haben ein Basisprogramm von Tempy-Einheiten für 4 bis 14 Temperiergeräte entwickelt, das kurzfristig gefertigt und geliefert werden kann. Dabei berücksichtigen wir gern auch Sonderwünsche unserer Kunden.“ Foto: Weiss

Der erste Prototyp bewährte sich bei Weiss so gut, dass weitere Docking-Stationen für bis zu 14 Temperiereinheiten gebaut wurden. Markus Steinborn, Leiter der Spritzgussproduktion: „Die Racks reduzieren den Zeitaufwand für das Spülen der Temperierkreisläufe um rund 50 Prozent. Dadurch schaffen wir auch bei aufwändig temperierten Werkzeugen Rüstzeiten von unter zehn Minuten. Das ist insbesondere bei Spritzgussteilen, die in kleineren Serien gefertigt werden – zum Beispiel in der Hochlauf- oder Auslaufphase von Komponenten für die Automobilindustrie – ein echter Produktivitätsfortschritt.“

Zudem werden die Abläufe des Werkzeugwechsels und die Reinigung durch reproduzierbare Prozesse in gleichbleibender Qualität und Effizienz durchgeführt. Damit verbessert sich die Prozesssicherheit. Gemeinsam mit der Hochschule Neu-Ulm hat Weiss daraufhin das Dockingsystem für die (Klein-)Serienproduktion optimiert und eine Geschäftseinheit gegründet, die sich – wie ein Startup im eigenen Unternehmen – ausschließlich um die Produktion, den Vertrieb und die Weiterentwicklung des Tempy-Systems kümmert. Stefan Giertler, Leiter dieser Geschäftseinheit: „Wir haben ein Basisprogramm von Tempy-Einheiten für 4 bis 14 Temperiergeräte entwickelt, das kurzfristig gefertigt und geliefert werden kann. Dabei berücksichtigen wir gern auch Sonderwünsche unserer Kunden.“

sl

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